In vielerlei Hinsicht war dieser Heimsieg in Jerez eine Befreiung für Alex Marquez. Nach schwierigem Saisonauftakt fand der Vizemeister zurück zum Erfolg und sorgte damit auch für ein wichtiges Zeichen an Noch-Arbeitgeber Ducati, die damit erstmals im Jahr 2026 Aprilia in einem Grand Prix besiegen konnten. Doch über dem Sieg schwebt auch ein großes Fragezeichen: War das nun ein Durchbruch oder doch nur ein erfreulicher Ausreißer nach oben?
Alex Marquez überlegener MotoGP-Pilot in Jerez: Nur gepusht, wenn es nötig war
Diese Frage werfen nicht wir in den Raum, sondern der Sieger selbst. Der Gresini-Pilot konnte nämlich nicht angeben, warum er nach drei höchstens mittelmäßigen Auftritten zu Saisonbeginn nun plötzlich der schnellste Mann im Feld war: "Es ist eine gute Frage, auf die ich keine Antwort habe. Ich bin einfach seit Freitag geflogen. Ich muss erst analysieren, was los war."

Fakt ist, dass ihn an diesem MotoGP-Wochenende nur eines aufhalten konnte: Das Wetter. Am Samstag im Sprint stürmte er bereits in Führung, ehe der Sturz im Regen folgte. Am Sonntag herrschte strahlend blauer Himmel und damit freie Bahn für die Nummer 73. "Heute war ich der schnellste. Sobald ich Marc (Marquez, der kurz darauf stürzte, Anm. d. Red.) überholt hatte, musste ich nur noch keinen Fehler begehen und meine Pace wie im Training abrufen. Ich habe nur gepusht, wenn es nötig war", strahlte der Sieger angesichts seiner Überlegenheit.
Alex Marquez zweifelt am Durchbruch: Probleme gelöst oder nur in Jerez nicht vorhanden?
Damit rettete er den spanischen Fans den Tag. Eine handfeste Erklärung für seinen Formaufschwung konnte der 30-Jährige im Jubel aber nicht liefern. "Wir haben ein paar Dinge am Motorrad geändert, aber wirklich nur kleine Dinge. Ich habe vier Wochen lang mit dem Team gesprochen und meine Fahrweise analysiert. Es wurde klar, dass ich die Probleme mehr umfahren muss und nicht an sie denken darf, anstatt mich in der Box immer über dieselben Sachen zu beschweren. Das habe ich dieses Wochenende getan", lautete die neue Arbeitseinstellung.

Doch von Problemen gab es kaum noch zu berichten. Tatsächlich lief einfach alles vom FP1 an wie geschmiert. "Oft geht es einfach nur um das Gefühl. Dieses Wochenende habe ich sofort gespürt, dass das Motorrad gut einlenkt", meint Alex Marquez. Auch in seiner überragenden Vorsaison hatte er in Jerez gewonnen, was damals sogar den ersten MotoGP-Sieg von mittlerweile vieren bedeutete. Ob Nummer fünf bald hinzukommt, bleibt aber ungewiss: "An diesem Wochenende war es sehr ähnlich wie letztes Jahr. Aber es ist zu früh für ein Urteil. Wir müssen analysieren, was wir dieses Wochenende gemacht haben und Le Mans, Montmelo (Barcelona) und so weiter abwarten, um zu sehen, ob das nun echt ist oder einfach nur ein besonderer Tag war."
Es ist eindeutig, dass der zweite Saisonsieger nach Marco Bezzecchi dem Braten nicht traut. Die Probleme einfach umfahren und gar nicht daran denken? Wenn die Lösung so simpel wäre, dann könnte man das ja jedes Mal so umsetzen. "Vielleicht kommen unsere Probleme auf dieser Strecke einfach nicht zum Tragen. Wir werden das erst auf den nächsten Strecken sehen, ob wir sie gelöst haben, oder nicht", meldet er daher erneut Zweifel an.
Kein Wendepunkt für Ducati? Aprilia noch immer halben Schritt voraus!
Deswegen herrscht bei aller Freude um die Rückkehr an die Spitze auch kein Gefühl von Aufbruchsstimmung. Vielmehr sieht Alex Marquez die Fortsetzung des Arbeitsauftrages bei Ducati. "Wir müssen jetzt weiter pushen. Schon morgen ist ein wichtiger Test. Ich denke, dass Aprilia uns immer noch einen halben Schritt voraus ist", mahnt er daher vor dem Montagstest in Jerez. Ein Blick auf die MotoGP-Fahrerwertung gibt ihm recht. Dort ist der Spanier 'nur' auf Rang sieben zu finden, mit 48 Punkten Rückstand auf Marco Bezzecchi. Ein strahlender Sonntag in Jerez muss eben noch keine Wende zu einer guten Saison bedeuten. Der Weg dahin ist gegen starke Aprilias noch ein weiter.
Der Spanien GP 2026 bedeutete eine Wiederholung der Ereignisse von 2025: Während Alex Marquez siegte, stürzte Bruder Marc Marquez. Im Gegensatz zum Vorjahr ließ sein Ausfall den Weltmeister diesmal aber ratlos zurück. Mehr dazu hier:



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