Im Herbst 2023 stand Fabio Di Giannantonio vor dem Aus in der MotoGP. Marc Marquez hatte ihm gerade seinen Platz bei Gresini Racing für die folgende Saison abgeluchst. Lange war nicht klar, wie es für 'Diggia' weitergehen würde. Da Luca Marini Marquez' Nachfolge bei Repsol Honda antrat, konnte das VR46-Team Di Giannantonio im letzten Moment noch den Rettungsanker für seine Karriere zuwerfen.
Fabio Di Giannantonio plötzlich gefragt
Nach starken Leistungen in den ersten Rennen der Saison 2026 ist der mittlerweile 27-Jährige eine heiße Aktie auf dem MotoGP-Transfermarkt. Er hat sogar die Chance, im kommenden Jahr erstmals Werksfahrer zu werden. Gerüchte, wonach KTM Interesse an Di Giannantonios Diensten zeigt, machten zuletzt die Runde im Fahrerlager. Er soll Teamkollege des bereits verpflichteten Alex Marquez im Werksteam werden - eine Position, die eigentlich dem aktuell verletzten Maverick Vinales zugeschrieben wurde. Di Giannantonio selbst ließ sich am Sonntag keine Hinweise zu einem möglichen Transfer entlocken. Motorsport-Magazin.com traf sich deshalb in Jerez mit KTM-Motorsportchef Pit Beirer, um die neuesten Entwicklungen zu besprechen.
Pit, KTM wird aktuell mit einer Verpflichtung von Fabio Di Giannantonio in Verbindung gebracht. Gibt es von eurer Seite Interesse an ihm?
Pit Beirer: Wir haben immer noch einen Werksplatz anzubieten und dafür interessieren sich glücklicherweise einige Fahrer. Jeder weiß, welche Fahrer aktuell noch auf dem Markt sind. Natürlich reden wir mit allen verfügbaren Piloten. Di Giannantonio ist auf jeden Fall ein sehr guter Fahrer. Wir sind aktuell aber leider ein bisschen in der Zwickmühle, weil wir sehr gerne Maverick wieder auf der Strecke sehen würden, bevor wir eine Entscheidung für 2027 treffen. Es stellt sich aber natürlich die Frage, wie lange uns andere Fahrer noch Zeit geben können. Das setzt uns unter Druck. Wir sehen uns aber auch nicht in einer Position, in der wir einen Schnellschuss machen müssen.
Wann können wir dann mit einer Entscheidung rechnen?
Pit Beirer: Di Giannantonio sitzt jetzt auf einem sehr guten Motorrad in einem sehr guten Team. Es ist also nicht so, dass da Panik ausbrechen würde. In Jerez ist noch nichts passiert und auch vor Le Mans wird sich nicht viel tun.
Müsst ihr vor einer möglichen Verpflichtung auch noch abwarten, ob es über 2026 hinaus eine Zusammenarbeit mit dem Tech3-Team gibt?
Pit Beirer: Ja, das wird auf jeden Fall unser nächster Schritt sein. Bevor wir weitere Fahrer verpflichten, wollen wir hier Klarheit schaffen. Denn es macht natürlich einen Unterschied in unserer Strategie, ob wir über einen oder drei offene Fahrerplätze diskutieren. Diese Entscheidung wird aber sehr zeitnah fallen.
Bei einer weiteren Zusammenarbeit mit Tech3 könntet ihr dort auch die Vertragsoption mit Enea Bastianini für ein weiteres Jahr ziehen. Oder drängt auch er ins Werksteam?
Pit Beirer: Auch Enea wünscht sich einen Werksplatz. Wir wissen, dass er enormes Potenzial hat. Wenn er dort anknüpft, wo er in Austin war, und wir über vier Fahrer reden, dann ist er definitiv einer davon. Er ist aber nicht da, wo er sein kann. Gleiches gilt natürlich für Maverick mit seiner Verletzung. Und wenn Brad wie im Sprint von Jerez weitermacht (Binder kämpfte im chaotischen Flag-to-Flag-Rennen um den Sieg, wurde nach einem Sturz noch Vierter, Anm.), dann brauchen wir keine neuen Fahrer. Wir haben auch sehr interessante Fahrer in unserem Kader.



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