Während die MotoGP-Stars am Sonntag auf dem Bugatti Circuit von Le Mans Gas gegeben haben, scheint die nächste Entscheidung auf dem Fahrermarkt gefallen zu sein. Wie zuerst 'Sky Italia' berichtete und anschließend auch von spanischen Medien aufgegriffen und bestätigt wurde, soll sich Fabio Di Giannantonio nämlich dazu entschieden haben, Ducati mit Saisonende zu verlassen und 2027 als Teamkollege von Alex Marquez zu KTM zu wechseln.

Medienberichte: Fabio Di Giannantonio soll Ducati Ultimatum gesetzt haben

Entsprechende Gerüchte um ein Interesse des MotoGP-Herstellers aus Österreich an Di Giannantonio hatte es schon vor zwei Wochen rund um den Spanien-GP gegeben. Motorsportchef Pit Beirer bestätigte dies im Exklusiv-Interview mit Motorsport-Magazin.com auch. Dennoch kommt diese Meldung von einem feststehenden Wechsel nun etwas überraschend, denn zuletzt hatte KTM öffentlich noch erklärt, mit einer Entscheidung über den zweiten Platz im Werksteam neben Alex Marquez bis nach erfolgtem Comeback von Maverick Vinales warten zu wollen. Zudem meinte auch Di Giannantonio selbst, bei seiner Entscheidungsfindung "keine Eile" zu haben.

KTM flirtet mit Fabio Di Giannantonio! Was zu MotoGP-Deal fehlt (08:29 Min.)

Wie 'Motorsport.com' am Sonntag aber herausgefunden hat, war dem wohl nicht so. Stattdessen sollen 'Diggias' Vertreter um Manager Diego Tavano Ducati und dem VR46-Team in den vergangenen Tagen ein Ultimatum gestellt haben, wonach ihre Forderungen - ein Vertrag als Werkspilot - bis zum letzten Freitag erfüllt werden sollten.

Di Giannantonio lag bislang 'nur' ein Vertragsangebot von VR46 Racing vor, nicht aber von Ducati. Die genauen Details zu dieser komplexen Situation könnt ihr in diesem Artikel nochmal nachlesen. Eine Verlängerung kam für Di Giannantonio jedoch nur in Frage, wenn ihm Ducati auch in Zukunft noch Werksunterstützung zugesichert hätte. VR46-Teammanager Pablo Nieto erklärte deshalb zuletzt, "noch etwas mehr Zeit" zu brauchen, um dem 27-Jährigen Römer mit Hilfe Ducatis ein passendes Angebot unterbreiten zu können.

Entscheidung schon gefallen? Fabio Di Giannantonio wohl zu KTM!

Offenbar wollte Di Giannantonio aber nicht mehr warten und erhöhte deshalb den Druck. "Wir haben Diggia gebeten, uns noch etwas mehr Zeit zu geben, um ihm ein Angebot unterbreiten zu können, das seinen Wünschen besser entspricht", kommentierte nun ein Ducati-Angestellter gegenüber 'Motorsport.com', "aber wir haben bislang keine Rückmeldung von ihm erhalten."

Fabio Di Giannantonio wird 2027 nicht mehr in Neongelb starten, Foto: VR46 Media
Fabio Di Giannantonio wird 2027 nicht mehr in Neongelb starten, Foto: VR46 Media

Das liegt wohl daran, dass Di Giannantonio nun das Angebot von KTM angenommen haben soll. Das würde ihn 2027 wie gewünscht zum Werksfahrer machen und angeblich eine Steigerung seines Jahresgehalts auf zwei Millionen Euro mit sich bringen. Öffentlich dazu äußern wollte sich 'Diggia' in Le Mans nur dezent: "Ich spreche viel mit meinem Manager. Vermutlich noch nicht in Barcelona, aber in Mugello werden mehr wissen." Es scheint aber tatsächlich in diese Richtung zu gehen, denn passend dazu gab auch VR46-Teamdirektor Alessio Salucci am Sonntag kein Dementi ab, versprühte nur wenig Resthoffnung: "Es wird nicht einfach, dass Fabio im Team bleibt. Er hat Anfragen von Anderen. Aber es ist noch nicht zu 100 Prozent vorbei."

VR46 hat zwei Fahrer als MotoGP-Nachfolger für Diggia im Blick

Sollte Di Giannantonio tatsächlich bei KTM zugesagt haben, könnte das bedeuten, dass auch das Tech3-Team an Bord bleiben wird. Denn dann könnte man Maverick Vinales dort unterbringen, nachdem sich ein MotoGP-Aufstieg des Aspar-Teams am Samstag zerschlagen hat. Gleichzeitig wird VR46 natürlich einen Ersatz für 'Diggia' benötigen und hier sollen aktuell vor allem zwei Fahrer in Frage kommen: Nicolo Bulega und Luca Marini. "Wenn uns Diggia verlässt, wäre Nicolo unsere erste Option", erklärte der Ducati-Insider. Sollte Marini bei Honda vor die Tür gesetzt werden, könnte aber tatsächlich die Nummer 10 den Zuschlag erhalten. Der 28-Jährige hat als Halbbruder von Valentino Rossi schließlich beste Kontakte zum VR46-Team und dieses würde einen etwaigen Hilferuf sicher nicht unerhört lassen. Und sollte Tech3 tatsächlich bei KTM bleiben, dürfte dieser wohl auch kommen.

Fabio Di Giannantonio zu KTM: Wie fändet ihr das? Und wen sollte VR46 dann als Nachfolger ins Visier nehmen? Sagt uns eure Meinung in den Kommentaren!