Der Grand Prix von Aragon ist das Stehaufmännchen unter den MotoGP-Rennen. Eigentlich nur durch die Absage am nie fertiggestellten Balatonring 2010 in den Kalender gerutscht, wurde das Rennen seither mit Ausnahme von 2023 in jedem Jahr ausgetragen. Und daran wird sich auch 2027 nichts ändern. Das gab die MotoGP am Mittwoch bekannt. Im nächsten Jahr wird definitiv ein Rennen im Motorland stattfinden, von 2028 bis 2031 fungiert der Kurs dann als offizielle Reservestrecke der Motorrad-Weltmeisterschaft.
Ungarn-GP vor dem MotoGP-Aus
Der erneute Vertrag für das Motorland Aragon bestätigt indirekt das, was am vergangenen Wochenende bereits gerüchtweise die Runden im Fahrerlager machte: 2027 wird es keinen Ungarn-Grand-Prix geben. Nach der Insolvenz und folgenden Auflösung von Promoter HUMDA konnte die diesjährige Ausgabe gerade noch so gerettet werden. Zukünftig peilt man einen Wechsel vom Balaton Park Circuit an den Hungaroring an. Doch zuerst braucht es einen neuen Vertragspartner für die MotoGP in Ungarn. Und dann muss die aus der Formel 1 bekannte Strecke nahe Budapest noch für die Motorrad-WM adaptiert werden. Die ungarische Regierung wird frühestens im Herbst in der Lage sein, über die Zukunft der MotoGP in Ungarn zu entscheiden - zu spät für eine Aufnahme in den Kalender 2027. Ab 2028 könnte es dann aber etwas werden mit einem Comeback am Hungaroring. Das Motorland Aragon würde dann wie vorgesehen in die Rolle der Reservestrecke zurücktreten.
Die Tatsache, dass Aragon 2027 wieder einen fixen Platz im Kalender hat, sorgt für Unsicherheit bei anderen etablierten Veranstaltungen. Denn im kommenden Jahr will die MotoGP erstmals seit 1999 wieder in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires fahren. Die Modernisierungsmaßnahmen am veralteten Autodromo Oscar Alfredo Galvez laufen bereits, über die gemachten Fortschritte gibt es aber unterschiedliche Berichte. Ob es mit der Rückkehr nach Argentinien klappt, scheint aktuell unsicher.
MotoGP 2027: Diese Events stehen müssen zittern
Schafft es der Argentinien-GP in den Kalender, müsste ein anderes Rennen weichen. Denn die MotoGP Sports Entertainment Group hat als Promoter der Serie den Herstellern und Teams das Versprechen gegeben, nicht mehr als 22 Rennwochenenden pro Saison auszutragen. Welche Events könnten dann also 2026 zum vorerst letzten Mal ausgetragen werden?
Die Verträge von Phillip Island, Silverstone, Mugello und Portimao laufen in diesem Jahr aus. Phillip Island soll durch ein Stadtrennen in Adelaide ersetzt werden, auch wenn die Anwohner aktuell gegen die dafür nötige Rodung von rund 200 Bäumen Sturm laufen. Mugello gilt als eines der Juwelen im MotoGP-Kalender. Ein Wegfall ist schwer vorstellbar, Verhandlungen über eine Vertragsverlängerung hat es bereits im Rahmen des Rennwochenendes vor anderthalb Wochen gegeben.
Silverstone und Portimao auf MotoGP-Abschussliste
Als echte Wackelkandidaten gelten hingegen Silverstone und Portimao. Der Großbritannien-GP kämpft seit Jahren mit desaströsen Zuschauerzahlen. Im Vorjahr verirrten sich nur noch 99.328 Menschen über das gesamte Wochenende auf die gewaltige Anlage von Silverstone - ein absoluter Negativrekord. Über deutlich größeren Fan-Zuspruch darf sich Portimao freuen. Hier liegen die Probleme anderenorts. Bereits seit längerer Zeit fehlt es an finanziellen Mitteln, mit dem Wechsel von Miguel Oliveira in die Superbike-WM ist auch das so wichtige lokale Zugpferd weggebrochen. Außerdem kehrt die Formel 1 2027 nach Portimao zurück. Gut möglich also, dass der Fokus im Süden Portugals eher in Richtung der Königsklasse auf vier Rädern wandert.
Antworten auf all diese offenen Fragen wird es in den kommenden Monaten geben, wenn die MotoGP ihren Rennkalender für die Saison 2027 veröffentlicht. Das passierte traditionell immer im September oder Oktober, im Vorjahr wurde allerdings schon am 24. Juli publiziert.
Jetzt seid ihr dran: Welche Strecken würdet ihr gerne im MotoGP-Kalender sehen, welche braucht ihr nicht mehr? Schreibt es uns in die Kommentare!



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