Ein wilder Fahrermarkt für 2027 mit vermutlich fünf Rookies bedeutet auch das Aus für mehrere MotoGP-Veteranen. Gegen ein Karriereende wehren sie sich, doch selbst im größten anderen Paddock für Motorrad-Rennfahrer wird es schwer, wie das Beispiel von Alex Rins zeigt.

Alex Rins will nach MotoGP-Aus weiter Rennen fahren, aber: Habe nichts!

"Ehrlicherweise nicht. Ich habe nichts in diesem Paddock für das nächste Jahr. Wir versuchen, etwas in der Superbike-WM zu finden, aber momentan habe ich gar nichts", antwortete der Noch-Yamaha-Pilot auf die Frage, ob es irgendetwas neues über seine Zukunft zu berichten gäbe.

Wahnsinn am Fahrermarkt: MotoGP plant fixes Transferfenster (06:31 Min.)

Mit seinem Aus in der Königklasse hat sich der Spanier mittlerweile abgefunden. "Mal sehen, wie wir es beenden können. Ich würde gerne in guter Stimmung und mit guten Resultaten meine Karriere im MotoGP-Paddock beenden. Die letzten Jahre waren die Resultate ehrlicherweise nicht besonders gut", gibt er an. Aber das Ende der Karriere als Rennfahrer soll das nicht bedeuten. Auf Nachfrage von Motorsport-Magazin.com , ob er eine Testfahrerrolle weiter ablehne, meinte er kurz und deutlich: "Ja, ich will Rennen fahren."

Superbike-WM: Hauen und Stechen um die Ducatis

Und dann geht es bei dem gewünschten Platz in der Superbike-WM nicht nur um die reine Teilnahme. "Wir versuchen einfach, ein gutes Motorrad zu finden. In den letzten drei Jahren hatten wir große Probleme und mir fehlt es einfach, da vorne dabei zu sein und auf das Podium zu kommen", lautet die Sehnsucht nach Erfolgen. Das Problem ist: Derzeit existiert mit der Ducati Panigale nur ein Motorrad, welches das Geschehen bei den Superbikes dominiert. "Auf dem Papier, ja", muss auch der Lockenkopf zugeben.

Nicolo Bulega feiert den Sieg in Donington
Der Platz von Nicolo Bulega ist sehr begehrt, Foto: IMAGO / Focus Images

Immerhin stellen die Italiener derzeit neun Motorräder in der Meisterschaft. Das erste Ziel für alle ist natürlich das Werksteam, denn dort wird ein Motorrad frei: "Mit Sicherheit wird dieser Platz bei Ducati, sobald [Nicolo] Bulega hierher [in die MotoGP, Anm. d. Red.] kommt, sehr begehrt sein." Doch auch darüber hinaus dürften selbst die Kunden-Panigales umkämpft sein.

Rins ist sich der großen Konkurrenz aus der Königklasse bewusst: "Es sind wohl vier Fahrer, die keinen Platz in der MotoGP mehr bekommen. Mit Sicherheit blicken sie in dieselbe Richtung wie ich und mein Manager. Wenn du dich als Fahrer immer noch konkurrenzfähig fühlst, dann willst du nicht zurücktreten und deine Karriere beenden." Neben sich selbst sind damit noch Jack Miller, Brad Binder und Franco Morbidelli gemeint, für die es sehr sicher nicht mehr weitergehen wird in der Königsklasse. Außerdem deutet nach den letzten Wochen auch vieles auf ein Aus für Maverick Vinales hin. Der Wunsch der Fortsetzung der Karriere auf konkurrenzfähigem Material ist für Alex Rins also äußert ungewiss, und das gilt nicht nur für ihn.

Wirklich offen ist in der MotoGP nur noch die Fahrerfrage bei Tech3. Teamchef Günther Steiner hat aber zuletzt durchblicken lassen, wohin die Reise gehen kann: