Der Sachsenring könnte sich zur Schicksalsstrecke der MotoGP-Karriere von Maverick Vinales entwickeln. 2025 verletzte sich der Spanier dort erstmals in seiner Laufbahn schwer an der Schulter. Ein Jahr und mehrere Operationen später gibt er als Stockletzter im Deutschland-GP vorzeitig auf. Der Vertragsstreit mit KTM scheint fast nurmehr Nebensache. Die Frage lautet vielmehr: Wird 'Topgun' überhaupt noch einmal richtig MotoGP fahren können?
Maverick Vinales verzweifelt an schwacher Schulter: Dauert schon ewig
"Es ist körperlich, schon nach zehn Runden. Natürlich hatte ich auch kein gutes Gefühl auf dem Motorrad, aber das ist eine andere Geschichte. Ich konnte körperlich nicht alles geben. Da gibt es nichts mehr zu sagen. Ich muss jetzt arbeiten und meine Stärke zurückerlangen. Manchmal fühle ich mich normal, aber es ist offensichtlich, dass ich nicht fit bin", gab der Tech3-Pilot nach seiner Aufgabe am Sonntag an. Nach 26 von 30 Runden steuerte er kopfschüttelnd die Box an. Zu diesem Zeitpunkt lag er bereits aussichtlos mit Rundenzeiten jenseits von Gut und Böse zurück. Was sonst noch so an diesem Tag passierte, erfahrt ihr in unserem Video:
Seit einem Jahr hat Vinales keine überzeugende Leistung mehr auf den Asphalt bringen können, denn seine linke Schulter lässt dies weiterhin nicht zu. Da der Sachsenring fast nur aus Linkskurven besteht, ist es auch kein Wunder, dass es hier zu den bisher größten Problemen der Saison kam. Der Spanier wirkt ratlos. Wie kann das nach so langer Zeit sein? "Ich habe keine Ahnung. Ich trainiere und versuche, aber heute musste ich auf der Bremse komplett geradeausfahren, weil ich mit meiner Hand sonst nicht auf dem Bike bleiben hätte können. Es ist sehr merkwürdig. Ich versuche herauszufinden, was ich jetzt tun kann. Das dauert jetzt schon ewig", gibt er zu seiner Kraftlosigkeit an.
Eignung als MotoGP-Rennfahrer steht in Frage: Will nicht einfach nur herumfahren!
Hinzu kommt dann auch noch, dass er mit der RC16 ebenfalls auf Kriegsfuß steht: "Es ist frustrierend, denn ich kann mein Maximum gar nicht zeigen. Wenn ich auf so einer Position fahren würde und mein Bestes zeigen würde, dann wäre ich ruhiger. Aber ich kann das Bike gar nicht gut fahren. Außerdem verstehe ich nicht, wie ich dieses Motorrad fahren soll. Ich fahre es nicht richtig. Also fahre ich mit einem Handicap und dann kommt auch noch ein schwierig zu fahrendes Bike hinzu."

Das Debakel auf der Strecke hat den Streit mit Arbeitgeber KTM um einen Platz für 2027 verdrängt. Es geht nun um seine grundsätzliche Eignung als Motorrad-Rennfahrer. "Ich will jetzt gar nicht an die Zukunft denken. Ich will einfach nur, dass meine Schulter wieder in Ordnung wird. Das ist für mich das Wichtigste. Am Ende will ich gute Rennen zeigen und nicht einfach nur herumfahren", gab er deprimiert an.
Vinales lässt durchblicken: MotoGP-Comeback 2025 in Hoffnung auf KTM-Werksplatz überhastet
Als ein Journalisten-Kollege sich an die Zeit der Trennung mit Yamaha, der im Motoren-Aufdrehskandal eskalierte, erinnert fühlte, wehrte sich ein niedergeschlagener Vinales aber: "Das ist kein richtiger Vergleich von euch. Es ist total anders. Ich bin offensichtlich durch eine Verletzung gehandicapt. Bei Yamaha war ich komplett fit. Das ist doch eine komplett andere Ausgangslage. Ich konzentriere mich nun auf meine Reha."
Dennoch klang in einem anderen Punkt ein wenig Selbstkritik mit. Ob seine Rückkehr auf das Motorrad in der Saison 2025 verfrüht war und die Langzeitfolgen der Schulterverletzung so nur verschlimmert habe? "Ich dachte zu einem Zeitpunkt, dass ich den Sprung ins Werksteam schaffen würde. Also habe ich mich beeilt, um das zu schaffen. Es ist jetzt sehr schwer zu sagen, ob das zu früh war, oder nicht. Aber sicherlich habe ich daraus gelernt, dass du besser nicht fährst, wenn du nicht bei 100 Prozent bist", gab 'Topgun' dann indirekt ein überhastetes Comeback zu.

Sommerpause voller Schweiß: Maverick Vinales braucht Trainingswunder bis Silverstone
Doch auch diese Erkenntnis hilft nun nicht weiter. Im Training der Sommerpause muss nun Außergewöhnliches geleistet werden: "Ich kann die Vergangenheit nicht ändern. Ich muss mich nun auf das konzentrieren, was als nächstes kommt. Ich habe nun drei Wochen, um an mir zu arbeiten." Danach steht das Rennen in Silverstone (7. bis 9 August) an. Die schnellen Richtungswechsel der Traditionsstrecke sind bekanntermaßen eine große körperliche Herausforderung für die MotoGP-Piloten. Im derzeitigen Zustand könnte sie der 31-Jährige aus dem spanischen Figueres wohl kaum bewältigen.
Maverick Vinales ist bei weitem nicht das einzige Problem von KTM. Mattighofen plagte zuletzt eine Defektserie, doch die Konkurrenz hat gegen eine Untersuchung der betroffenen Motoren ihr Veto eingelegt:



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