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MotoGP-Eklat: Yamaha lässt Vinales in Spielberg nicht starten

Yamaha erhebt schwere Vorwürfe gegen Maverick Vinales. Der darf beim kommenden MotoGP-Rennen in Spielberg nun nicht starten.
von Michael Höller

Motorsport-Magazin.com - Maverick Vinales und Yamaha sorgen in der MotoGP für den nächsten Skandal. Der 25-jährige Katalane wird beim zweiten Rennen in Spielberg nicht starten. Yamaha hat die Nennung von Vinales zurückgezogen, nachdem es zu einem internen Eklat kam. Darüber informierte der japanische Hersteller am Donnerstag um 12.00 Uhr.

Yamaha lässt Maverick Vinales nicht starten: Die Hintergründe: (11:09 Min.)

Demnach wurde Vinales vorübergehend suspendiert, nachdem er am vergangenen Wochenende eine "irreguläre Handlung" an seiner Yamaha durchgeführt haben soll, heißt es in einer Aussendung. Das Verhalten von Vinales hätte demnach zu einem Motorschaden führen können, wie die Japaner in einer ausgiebigen Analyse der Daten in den vergangenen Tagen herausgefunden haben.

Der Motor von Vinales' Yamaha war am vergangenen Sonntag vor dem Start der Einführungsrunde zum Restart ausgegangen, sodass er aus der Box starten musste. Während des Rennens habe ihm das Dashboard permanent den Befehl "Pit Lane" angezeigt, den Vinales aber ignorierte und erst in der letzten Runde die Boxengasse ansteuerte, in der er schließlich die Ziellinie als Letzter überfuhr. Vinales hatte am Sonntag sein Verhalten damit gerechtfertigt, dass er die Anzeige auf seinem Dashboard für einen Defekt hielt.

Zudem hieß es am Donnerstag in Spielberg von einigen Fotografen, die am Sonntag draußen an der Strecke waren, dass Vinales' Motorrad mehrfach auffällig lang im Drehzahlbegrenzer war. All das kam bei Yamaha so schlecht an, dass man Vinales vorläufig suspendierte.

Auf einen Ersatzmann verzichtet der japanische Hersteller, weshalb somit im Werksteam Fabio Quartararo als Einzelkämpfer an den Start gehen wird. Die Causa könnte sogar der finale Schlussstrich unter der Zusammenarbeit zwischen Yamaha und Vinales sein, denn das Team behält sich weitere Schritte für die nächsten Rennen vor.

"Entscheidungen bezüglich zukünftiger Rennen werden nach einer detaillierten Analyse der Situation und weiterführenden Gesprächen zwischen Yamaha und dem Fahrer getroffen", heißt es in der Aussendung. Vinales hatte sich in Assen mit Yamaha auf eine vorzeitige Auflösung seines bis Ende 2022 laufenden Vertrages zu Saisonende geeinigt. Nun könnte das Ende bereits früher eintreffen.

Die Causa erinnert an das Aus von Johann Zarco bei KTM. Damals hatte der Franzose seinen Arbeitgeber in Spielberg um vorzeitige Auflösung des Vertrages mit Saisonende gebeten. KTM willigte ein, setzte Zarco aber bereits nach zwei weiteren Rennwochenenden vor die Tür.


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