Nico Hülkenberg schaffte es im Formel-1-Qualifying in Ungarn am Samstag zum zweiten Mal im Jahr 2026 in die Top-10. Das Team liegt mit dem zweiten Q3 in Serie voll im Soll, doch die Ansprüche steigen in diesen Wochen. Die Freude über das erfüllte Soll trübt der Rückstand auf den direkten Rivalen. Racing Bulls schenkten den Ingolstädtern einmal mehr kräftig ein. Gabriel Bortoleto mühte sich mit Platz 14 ab. Im Rennen sind die Fahrer wieder auf Track-Position angewiesen.
"Ich hatte erwartet, mit ihnen [Racing Bulls] um den Best of the Rest zu kämpfen, aber er war vier Zehntel schneller. Das stand so nicht im Drehbuch", sagt Nico Hülkenberg nach Platz zehn im elften Qualifying der Formel-1-Saison 2026. Für ihn war es nach Miami der zweite Q3-Einzug. Vor einer Woche hatte Gabriel Bortoleto es in Spa auf Startplatz acht geschafft. Nach dem Highspeed-Kurs in den Ardennen erfüllte Audi damit auch auf dem winkligen Hungaroring die Zielvorgabe.
Doch schon in Belgien waren es die Racing Bulls, die Audi im Mittelfeld mehr als eine Nasenlänge voraus waren. Arvid Lindblad war dort im Q3 als Achter eine halbe Sekunde schneller als Bortoleto. Und auch Nico Hülkenberg hatte in Budapest das Nachsehen gegenüber dem britischen Rookie. "Arvids Rundenzeit im Q3 war ziemlich beeindruckend, und im Q2 auch. Ich denke nicht, dass wir das heute draufhatten, was etwas überraschend ist", so der 38-Jährige.
Mit 1:18.686 Minuten bestätigte Nico Hülkenberg im Q3 seine Zeit aus dem Q2, die um den Hauch von 0,047 Sekunden schneller gewesen war. "Es war sauber, so sauber wie es eben geht. Ich habe hier und da am Kurvenein- oder Ausgang mal etwas gewonnen oder verloren. Ich hatte den Eindruck, wirklich alles herausgequetscht zu haben. Und da waren ganz sicher keine vier Zehntel mehr drin. Vielleicht ein paar Tausendstel", erklärt er.
Gabriel Bortoleto bleibt fast im Q1 hängen
Der Teamkollege fand im Qualifying diesmal so gar nicht in den Rhythmus. Im Q1 stand er kurz vor Schluss noch ohne Rundenzeit da. Die Track-Limits in Turn 4 waren ihm zum Verhängnis geworden. "Es sollte für uns ein Leichtes sein, es aus dem Q1 zu schaffen. Wenn nicht, habe ich einen wirklich schlechten Job gemacht", so der Brasilianer selbstkritisch. Am Ende schaffte er es, doch auch im Q2 tat er sich schwer
"Es fällt mir schon das gesamte Wochenende schwer, ein Gefühl für das Auto zu bekommen, auch wenn wir konkurrenzfähig waren. Ich hatte das Gefühl, in Q2 keinen Grip zu haben, ich bin in Kurve 4 auch zweimal von der Strecke abgekommen. Vielleicht habe ich dadurch Schäden am Auto verursacht, aber das geht auf meine Kappe", sagt er nach Platz 14. Auf Hülkenberg fehlten fünf Zehntel.
Audi im Rennen auf Track-Position angewiesen
In Spa konnte Bortoleto mit der richtigen Strategie und viel freier Fahrt P8 holen. Kämpfen konnte er im Rennen mangels Straightline-Speed nicht. "Das Überholen wird auch hier schwierig. Hoffentlich bleibe ich nicht hinter anderen Autos hängen", sagt er mit Blick aufs Rennen. Auch Hülkenberg sieht gegen Racing Bulls im direkten Duell schlechte Karten: "Auf den Geraden waren sie schon immer richtig stark, in den Kurven hingegen eher weniger."
Der schlechte Asphalt auf dem Hungaroring macht Bortoleto als einziges Hoffnung: "Hier wird viel herumgerutscht, vielleicht entstehen dadurch Möglichkeiten, die Fehler der anderen auszunutzen, indem man auf die Start- und Zielgeraden heraus mehr Schwung holt oder so", sagt der 21-Jährige. Wenn die Bahn frei ist, sollten für Audi wieder Punkte drin sein. "Ich denke, die Rennpace kommt uns etwas zugute", so Hülkenberg, für den es die ersten Zähler in der laufenden Saison wären.


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