Das Formel-1-Qualifying in Budapest hat für Andrea Kimi Antonelli ein bitteres Nachspiel. Der WM-Führende bekommt nach einem Vergehen im entscheidenden Abschnitt der Qualifikation noch eine Startplatz-Strafe und muss deshalb am Sonntag von P7 anstatt von P4 losfahren.

Auslöser für die Strafe war ein Dreher von Max Verstappen. Der Red-Bull-Pilot hatte in der letzten Kurve die Kontrolle über seinen Boliden verloren und war in der Auslaufzone knapp neben dem Kurs zum Stehen gekommen. Das hatte eine gelbe Flagge zur Folge. Antonelli war der erste Fahrer, der die Stelle passierte.

Nach Verstappen-Dreher: Kimi Antonelli verlangsamt nicht ausreichend

Doch wie die Formel-1-Stewards feststellten, hat der Italiener dabei nicht ausreichend verlangsamt. Aus den Telemetriedaten geht hervor, dass Antonelli zwar leicht früher vom Gas ging, als er in die Kurve einbog, allerdings war diese Geschwindigkeitsreduktion gering. Als er anschließend die Unfallstelle passierte, war er sogar schneller als auf seiner vorherigen Runde.

In Summe verlor Antonelli dadurch in dem entsprechenden Mini-Sektor 0,03 Sekunden, wie die Rennkommissare feststellten. 14 km/h war er eingangs der Gelbzone langsamer als zuvor, beim Passieren der Unfallstelle allerdings wieder 3 km/h schneller, da er weniger gebremst hatte. Die Speed-Reduktion betrug demnach weniger als ein Prozent. Zusätzlich zur Startplatz-Strafe von drei Positionen bekommt Antonelli auch noch einen Strafpunkt aufgebrummt und steht damit in seiner Formel-1-Lizenz bei vier Strafpunkten.

In der Startaufstellung bedeutet das, dass hinter Polesetter Lando Norris und Charles Leclerc nun Oscar Piastri die dritte Position einnimmt. Max Verstappen rückt auf P4 nach vorne. Lewis Hamilton, der sich ursprünglich auf P2 qualifiziert hatte, dann aber ebenfalls bestraft wurde, geht von Rang 5 ins Rennen. George Russell rückt auf P6 vor und startet damit direkt vor seinem Mercedes-Teamkollegen.

F1-Stewards erklären: Das ist der Unterschied zu Russell in Österreich

Die Strafe folgt vier Wochen nachdem Russell bei einem ähnlichen Vorfall im Formel-1-Qualifying von Spielberg straffrei geblieben war. Damals waren die Stewards der Ansicht, dass Russell ausreichend verlangsamt habe, obwohl er durch jene Runde auf die Pole Position fuhr.

Im Urteil von Antonelli wurde auch dieser Umstand aufgegriffen, allerdings ohne Russell namentlich zu nennen. Laut den Stewards urteilt man im Falle Antonelli deshalb anders, da er kein signifikantes Speed-Delta verglichen zu seiner vorherigen schnellsten Zeit im Minisektor hatte.

Es war im Übrigen nicht der einzige Regelverstoß von Antonelli im Formel-1-Qualifying von Ungarn. Denn die Stewards stellten in einer anderen Untersuchung auch fest, dass der sechsfache Saisonsieger auf einer Inlap ohne Grund die maximal erlaubte Zeit zwischen Safety-Car-Linie 2 und SC-Linie 1 überschritten hatte. Da aber kein anderes Auto dadurch behindert wurde, beließ man es bei einer Warnung.