Die Formel 1 befindet sich in der Saison 2026 technisch in einer neuen Ära. Unverändert bleibt allerdings das Strafen- und Verwarnungssystem in der Königsklasse. Sowohl was die Strafpunkte angeht, als auch was die Verteilung von Rückversetzungen und Zeitstrafen durch die Stewards während Training, Qualifying und Rennen angeht. In diesem Artikel bekommt ihr laufend alle Informationen zu den Strafen: Wie viele Strafpunkte hat welcher Fahrer? Wie viele Verwarnungen? Welche Untersuchungen gab es an diesem Grand-Prix-Wochenende? Alle Infos hier:
Grundsätzlich werden Strafen an einem Formel-1-Wochenende folgendermaßen verteilt: Der Rennleiter oder bei technischen Verstößen auch der zuständige technische Delegierte, erstatten Meldung über ein potenzielles Vergehen an die Stewards. Die F1-Rennkommissare, die unabhängig von der Rennleitung sind, entscheiden anschließend und verteilen potenzielle Strafen, Verwarnungen oder Freisprüche.
Wie funktionieren die Formel-1-Strafpunkte?
Das System mit den Strafpunkten in der Formel 1 hat sich seit seiner Einführung im Jahr 2014 inzwischen bewährt. Grundsätzlich ist es simpel: Zusätzlich zu einer Zeit- oder Startplatzstrafe können die FIA-Stewards einem Fahrer für ein Vergehen auch Strafpunkte aufbrummen. Diese Strafpunkte haben für einen Zeitraum von exakt zwölf Monaten Bestand und verfallen anschließend. Somit funktioniert das System auch saisonübergreifend.
Falls ein Fahrer zwölf Punkte eingesammelt hat, muss er das nächste Formel-1-Rennwochenende aussetzen. Dieser Fall trat in der Königsklasse erst einmal ein: Kevin Magnussen musste 2024 nach einer Reihe von Strafen in Baku pausieren. In den direkten Nachwuchsklassen (Formel 2/ Formel 3) ist das System ebenfalls im Gebrauch. Dort gab es schon mehrmals Wochenend-Sperren aufgrund von Strafpunkten. So sieht es in der Formel 1 aktuell aus:
Formel 1 2026: So viele Strafpunkte haben alle Fahrer
| Fahrer | Strafpunkte | davon Übertrag aus 2025 |
|---|---|---|
| Bearman | 10 | 10 (4 vom 23.05.; 4 vom 05.07.; 2 vom 07.09.) |
| Tsunoda | 8 | 8 (2 vom 14.06.; 1 vom 06.07.; 2 vom 09.11.; 1 vom 07.12.) |
| Stroll | 6 | 6 (1 vom 23.05.; 2 vom 15.06.; 2 vom 18.10.; 1 vom 07.12.) |
| Lawson | 6 | 6 (3 vom 13.04.; 1 vom 03.05.; 1 vom 08.11.; 1 vom 07.12.) |
| Antonelli | 5 | 5 (2 vom 29.06.; 2 vom 31.08.; 1 vom 07.09.) |
| Piastri | 4 | 4 (2 vom 06.07.; 2 vom 09.11.) |
| Sainz | 4 | 4 (2 vom 13.04.; 2 vom 19.10.) |
| Albon | 3 | 3 (2 vom 21.09.; 1 vom 22.11.) |
| Hamilton | 3 | 3 (2 vom 31.08.; 1 vom 09.11.) |
| Verstappen | 3 | 3 (vom 01.06.) |
| Bortoleto | 2 | 2 (vom 22.11.) |
| Ocon | 1 | 1 (vom 07.09.) |
| Leclerc | 1 | 1 (vom 03.08.) |
| Colapinto | 1 | 1 (vom 29.06.) |
Verwarnungen & Warnungen: Wo ist der Unterschied?
Mit Warnungen und Verwarnungen ist es in der Formel 1 ein bisschen kompliziert. Denn theoretisch gibt es drei Steigerungsstufen in der Königsklasse. Die Stewards können eine einfache Warnung aussprechen oder aber als leicht eskalierte Form eine formelle Warnung ('formal warning'). Trotz dieser Unterscheidung sind im Reglement aber keine Unterschiede zwischen diesen beiden Varianten. Ihnen kommt auch keine reglementarische Wirkung zu.
Das unterscheidet sie von einer Verwarnung ('reprimand'). Diese verursacht für sich alleine auch keine Konsequenzen für den Fahrer, bei einer Häufung droht aber eine Startplatz-Strafe. Dabei muss allerdings erneut unterschieden werden zwischen Verwarnungen für fahrerische Vergehen ('driving infringement') und Verwarnungen für nicht-fahrerische Vergehen.
Falls ein Fahrer fünf Verwarnungen ausgefasst hat, wovon vier für fahrerische Vergehen ausgesprochen wurden, erhält er eine Strafe von zehn Startplätzen. Warnungen, formelle Warnungen und Verwarnungen können übrigens auch für Teams ausgesprochen werden, allerdings ist bei ihnen in keinem Fall eine reglementarische Wirkung vorgesehen.
Formel 1 2026: Alle Verwarnungen
| Fahrer | Verwarnungen |
|---|---|
| Russell | 1 (davon 1 D) |
| Albon | 1 (davon 1 D) |
D = Driving; Verwarnung für fahrerisches Vergehen
Formel 1 2026: Alle Untersuchungen und Strafen
Untersuchungen aufgrund potenzieller Vergehen stehen während der Formel-1-Saison an Rennwochenenden auf der Tagesordnung. Nicht jede Ermittlung der FIA-Stewards hat aber auch eine Strafe oder Verwarnung zur Folge. Hier findet ihr alle Entscheidungen an allen Rennwochenenden fein säuberlich sortiert.
Japan-GP: Alle Strafen, Untersuchungen & Entscheidungen
+++ Samstag +++
- WARNUNG: Oscar Piastri
Hülkenberg vor Kurve 15 im 3. Training behindert - Audi bricht Freitags-Sperrstunde
Erste von vier Ausnahmen gezogen
+++ Freitag +++
- WARNUNG: Franco Colapinto
Unberechenbares Fahren vor Verstappen vor Kurve 15 im 2. Training - FREISPRUCH: Lewis Hamilton
Kein Behindern von Verstappen zwischen Kurven 14 und 15 im 1. Training - FREISPRUCH: Alex Albon / Sergio Perez
Kein Schuldiger an der Kollision in Kurve 16 im 1. Training - FREISPRUCH: Carlos Sainz
Kein Behindern von Lawson ausgangs Kurve 11 im 1. Training
China-GP: Alle Strafen, Untersuchungen & Entscheidungen
+++ Sonntag +++
- STRAFE: Esteban Ocon
+ 10 Sekunden
Kollision mit Colapinto in Kurve 2, Runde 33 im Rennen - STRAFE: Alex Albon
Start aus der Box (Rennen)
Aufhängungs-Setup unter Parc ferme geändert
+++ Samstag +++
- STRAFE: Alpine
5.000 Euro
Pierre Gasly vor dem Sprint mit noch montiertem Antennenschutz aus der Garage entlassen - WARNUNG: Isack Hadjar
Vor dem Sprint Probestart außerhalb des Probestart-Bereiches durchgeführt - STRAFE: Sergio Perez
+ 5 Sekunden
Im Sprint Minimal-Zeit der Steuereinheit hinter dem Safety Car überschritten - STRAFE: Kimi Antonelli
+ 10 Sekunden
Kollision mit Hadjar in Kurve 6, Runde 1 im Sprint - STRAFE: Alex Albon
Start aus der Box (Sprint)
Aufhängungs-Setup unter Parc ferme geändert
+++ Freitag +++
- FREISPRUCH: Pierre Gasly
Max Verstappen im Sprint-Qualifying nicht behindert - FREISPRUCH: Kimi Antonelli
Lando Norris im Sprint-Qualifying nicht behindert - VERWARNUNG (D - 1.): Alex Albon
Probestart am Ende von FP1 durchgeführt, obwohl ein Auto vor ihm Stand - Cadillac bricht Mittwochs-Sperrstunde
Erste von sechs Ausnahmen gezogen - Alpine bricht Mittwochs-Sperrstunde
Erste von sechs Ausnahmen gezogen - Racing Bulls bricht Mittwochs-Sperrstunde
Erste von sechs Ausnahmen gezogen - Red Bull bricht Mittwochs-Sperrstunde
Erste von sechs Ausnahmen gezogen - Mercedes bricht Mittwochs-Sperrstunde
Erste von sechs Ausnahmen gezogen - McLaren bricht Mittwochs-Sperrstunde
Erste von sechs Ausnahmen gezogen
Australien-GP: Alle Strafen, Untersuchungen & Entscheidungen
+++ Sonntag +++
- FREISPRUCH: Sergio Perez
Liam Lawson nicht von der Strecke gedrängt - FREISPRUCH: Pierre Gasly & Esteban Ocon
Keinen Fahrer trifft überwiegende Schuld an Kollision im Rennen - FREISPRUCH: Esteban Ocon
Während VSC-Phase nicht unnötig langsam gefahren - STRAFE: Franco Colapinto
Stop-and-Go-Strafe
Team-Mitglied berührte das Auto nach dem 15-Sekunden-Startsignal - FREISPRUCH: Nico Hülkenberg
Reconnaissance-Runde aufgrund von Schaden nicht beendet
+++ Samstag +++
- STRAFE: Mercedes
7.500 Euro
Freigabe von Kimi Antonelli in einem unsicheren Zustand (Kühler noch angebracht) - STRAFE: Alpine
5.000 Euro
Freigabe von Pierre Gasly in einem unsicheren Zustand (Radkappe fiel ab) - FREISPRUCH: Kimi Antonelli
Keine Arbeiten am Auto in der Fastlane vorgenommen
+++ Freitag +++
- WARNUNG: George Russell
Probestart außerhalb der vorgesehenen Zone durchgeführt - FREISPRUCH: Franco Colapinto
'False Neutral' hat langsame Fahrt auf der Start-Ziel-Gerade in FP2 verursacht - VERWARNUNG (D - 1.): George Russell
Beim Einbiegen auf die Fastlane in der Boxengasse in FP2 mit Arvid Lindblad kollidiert



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