Der unglaubliche Lauf von Andrea Kimi Antonelli geht weiter. Der Mercedes-Fahrer gewinnt in Kanada das vierte Formel-1-Rennen in Serie nach einem bitteren Rückschlag für George Russell. Der Brite scheidet in Führung liegend mit einem Motorschaden aus, nachdem er in einem harten Duell gegen Antonelli zunächst den ersten Platz behaupten konnte. In der WM baute Antonelli seinen Vorsprung dadurch weiter aus.
Das Ergebnis: Kimi Antonelli hatte nach dem Ausfall seines Teamkollegen in Runde 30 keine Konkurrenz mehr um den Rennsieg und überfuhr die Ziellinie locker mit 10,7 Sekunden Vorsprung. Lewis Hamilton landete nach einem Zweikampf mit Max Verstappen auf der zweiten Position. Der Red-Bull-Pilot wurde Dritter und holte damit sein erstes Podium in der laufenden Saison.
Der vierte Rang ging an Charles Leclerc, der sich nach einem Duell gegen Isack Hadjar durchsetzte. Der zweite Red-Bull-Fahrer wurde trotz zweier Strafen Fünfter. Der Rest des Feldes erreichte das Ziel mit mindestens einer Runde Rückstand: Franco Colapinto wurde Sechster vor Liam Lawson und Pierre Gasly. Carlos Sainz und Oliver Bearman holten auf P9 und P10 die letzten beiden Punktepositionen.
Beide McLaren-Fahrer gingen leer aus, nachdem für das Team praktisch alles danebenging, was falsch laufen konnte. Die Weltmeister-Mannschaft hatte sich von einem Regenschauer vor dem Rennstart in die Irre führen gelassen und auf Intermediate-Reifen gesetzt. Oscar Piastri verursachte danach noch eine Kollision, wurde dafür bestraft und landete nur auf P11. Lando Norris schied nach einem Defekt aus. Keine Punkte gab es auch für Audi: Nico Hülkenberg wurde nach einem Dreher Zwölfter, Gabriel Bortoleto kam auf P13 ins Ziel.
Die Highlights vom Formel-1-Rennen in Kanada
- Angekündigter Regen bleibt aus
- George Russell scheidet mit Motorschaden aus
- Kimi Antonelli gewinnt 4. Rennen in Serie
- Hartes Mercedes-Duell um die Führung
- Hamilton besiegt Verstappen im Kampf um P2
- McLaren verzockt sich mit Intermediate-Reifen
- Norris erleidet Defekt, Piastri crasht und wird bestraft
- Colapinto führt Mittelfeld auf P6 an
- Audi verpasst Punkte
Formel 1, WM-Stand: Kimi Antonelli zieht davon
Der WM-Stand: Für Kimi Antonelli ist der Ausfall von George Russell ein wahres Geschenk im Titelkampf. Der 19-Jährige baute seine Führung auf 43 Punkte aus und liegt damit bereits fast zwei Rennsiege vor seinem Mercedes-Teamkollegen. Charles Leclerc und Lewis Hamilton liegen nur noch 13 bzw. 16 Zähler hinter Russell. In der Konstrukteurs-WM führt Mercedes nach wie vor unangefochten, auch wenn die Scuderia-Piloten den Rückstand um fünf Punkte verringern konnten.
Formel 1 Tabelle: F1 WM Stand 2026
Formel-1-Rennstart wird abgebrochen – McLaren verzockt sich komplett
Reifenwahl: Nach Regenschauern im Vorfeld des Rennstarts herrschte lange Unklarheit, welche Pneus für den Start die beste Wahl waren. McLaren, Audi, Sainz und die beiden Cadillac-Fahrer hatten Intermediates aufgezogen, obwohl sich schon auf den Einführungsrunden gezeigt hatte, dass die Bedingungen dafür viel zu trocken waren.
Das Formel-1-Rennen in Kanada nahm mit zwei Runden Verspätung Fahrt auf. Denn beim ersten Start blieb Arvid Lindblad stehen, was er mit wehenden Armen signalisierte. Dadurch musste der Start abgebrochen werden und die Fahrer benötigten zwei zusätzliche Formationsrunden, ehe der Grand Prix tatsächlich begann.
Start: Beim Start kam Lando Norris trotz der falschen Bereifung am besten weg und übernahm umgehend die Führung, während hinter ihm Kimi Antonelli an George Russell vorbeikam. Die Führung von Norris hielt allerdings nur zwei Runden, da McLaren die falsche Reifenwahl korrigierte und ihn an die Box holte. Schon nach einer Runde hatte man bei Piastri auf Slicks umgesteckt.
Auch die anderen Intermediate-Starter bogen an die Box ab und fielen damit ans Ende des Feldes zurück. Dadurch bezogen die beiden Mercedes-Fahrer die ersten beiden Positionen und fuhren dem Feld davon. Antonelli hielt Schritt mit Russell und ab Runde 6 entwickelte sich ein harter Zweikampf zwischen den beiden Mercedes-Fahrern.
Mercedes-Zweikampf hart am Limit
In den folgenden Runden ging das harte Duell aus dem Sprint unvermittelt weiter. Mehrfach verbremste sich Russell in der Haarnadel und überließ damit Antonelli die Führung, holte ihn aber zweimal auf der folgenden Geraden wieder zurück. Dabei wurde mit harten Bandagen gekämpft. Bei einem Überholversuch in der letzten Schikane gab es sogar einen leichten Kontakt. Antonelli kam im Zuge der selben Aktion an Russell vorbei, wurde aber vom Team wieder zum Positionstausch beordert.
Beim dritten Fahrfehler von Russell in der Haarnadel in Runde 22 schlug Antonelli zu und übernahm die Führung, die er auch behielt. Doch diese hielt nur zwei Umläufe, da dann der Italiener denselben Fehler beging und Platz 1 wieder herschenkte. In den folgenden sechs Runden schien Russell die Führung ausbauen zu können.
Doch dann wurde er in Runde 30 vor Kurve 8 plötzlich langsam und stellte seinen Wagen mit einem technischen Defekt am Streckenrand ab. Damit war der Weg zum Sieg für Antonelli frei. Boxenstopps waren auch kein Thema mehr, da Russells Auto eine VSC-Phase auslöste, die praktisch das gesamte Feld für den Stopp nutzte.
Lewis Hamilton vs. Max Verstappen um Platz 2
Hinter den Mercedes-Fahrern ging Max Verstappen schon auf Runde 6 an Lewis Hamilton vorbei, der sich über den Mangel an Leistung seines Ferrari-Motors aufregte. Nach einem Fahrfehler von Hamilton in der schnellen Schikane T8/9 fuhr Verstappen auf über fünf Sekunden davon und konservierte diesen Vorsprung bis zum Boxenstopp.
Im zweiten Stint auf Medium-Reifen war Hamilton allerdings eindeutig der schnellere Fahrer und der Rekord-Champion schloss mit großen Schritten zu dem vierfachen Titelträger auf. In Runde 62 überholte Hamilton seinen ehemaligen Titelrivalen und sicherte sich damit die zweite Position. Verstappen konnte zwar bis ins Ziel mit ihm mithalten, ihm gelang aber kein Konter.
Charles Leclerc konnte wie schon am bisherigen Wochenende nicht mit Hamilton mithalten. Er fand sich stattdessen in einem Zweikampf mit Isack Hadjar um P4 wieder. Der Ferrari-Pilot setzte sich in diesem auf der Strecke durch, nachdem Hadjar nach einem späten Verteidigungsmanöver auch noch eine 10-Sekunden-Zeitstrafe erhalten hatte. Der Franzose erhielt im Laufe des Rennens auch noch eine weitere Strafe. Leclerc geriet damit trotz eines Halbdrehers nicht mehr unter Druck.
Falsche Reifen, Strafe, Defekt: Bei McLaren geht alles schief
McLaren fand auch nach der verpatzten Start-Reifenwahl nicht zurück ins Rennen, und das aus verschiedenen Gründen. Lando Norris' Aufholjagd endete in Runde 39 abrupt, als er auf P8 unterwegs war und sein Bolide einen technischen Defekt erlitt. Dieser zwang ihn umgehend zum Abstellen.
Oscar Piastri krachte bei seiner versuchten Aufholjagd Alex Albon in Runde 12 voll in den Seitenkasten. Der Williams-Pilot schied umgehend aus, Piastri erhielt für den Vorfall eine Strafe. Bis ins Ziel schaffte es Piastri nur noch bis auf die elfte Position nach vorne.
Eine zweite VSC-Phase gab es in Runde 46 aufgrund von Bruchteilen in der letzten Schikane. Wenige Runden zuvor war am Cadillac von Sergio Perez an jener Stelle die Radaufhängung gebrochen. Auch Fernando Alonso erreichte das Ziel nicht. Aston Martin machte ein Problem mit dem Sitz dafür verantwortlich. Die dritte VSC-Phase des Rennens ereignete sich in Runde 54, als ein Marshall erneut Debris von der Strecke auflesen musste.
Durch die Ausfälle und Rückfälle öffnete sich für Mittelfeld-Fahrer die Chance auf Big Points. Franco Colapinto nutzte diese am besten und fuhr auf P6 über die Linie, während sein Teamkollege Pierre Gasly Achter wurde. Liam Lawson landete dazwischen. Punkte gab es auch für Carlos Sainz und Oliver Bearman.



diese Formel 1 Rennbericht