Silverstone 2026 war ein historisches Ergebnis. Zum 250. Mal holte ein Ferrari einen Sieg in der Formel-1-Weltmeisterschaft. Dank Charles Leclerc erklang zum 250. Mal die italienische Nationalhymne. Leclerc ist aber nur einer von insgesamt 41 Fahrern, die dazu beigetragen haben, dass die Scuderia als erstes Team der WM-Geschichte die 250er-Marke erreicht.
Stand Silverstone liegt Ferrari schließlich mit seinen 250 Siegen immer noch 47 Siege vor den ersten Verfolgern McLaren. Es sind beeindruckende 22 Prozent aller Formel-1-Rennen. Und auf der Liste stehen einige richtig große Namen, angefangen mit den beiden einzigen siebenfachen Weltmeistern der Königsklasse.
Michael Schumacher steht allein auf dem Ferrari-Olymp
Bei allen Ferrari-Fahrern steht auf der Siegerliste einer natürlich in seiner ganz eigenen Kategorie. 72 Siege entfallen nämlich einzig und allein auf den berühmten Michael Schumacher. Lange war Schumacher damit auch der Rekordhalter für die meisten Siege mit einem Formel-1-Team, ehe er von der Partnerschaft von Lewis Hamilton und Mercedes überholt wird.
Mit 72 Siegen ist Schumacher in der Ferrari-Welt trotzdem noch in seiner eigenen Atmosphäre unterwegs. Sein erster, 1996 in Barcelona, ist in einem legendären Regenrennen mit einem unterlegenen Auto potenziell sein berühmtester, aber es sind so viele dabei, dass man sich schwertut, auch nur ein paar hervorzuheben. Schumacher führt auch auf der Liste der meisten Poles mit Ferrari (58) und der Fahrer-Titel mit Ferrari (5).

Niki Lauda immer noch Nummer zwei der Ferrari-Geschichte
Am Ende der gigantischen Lücke hinter Schumacher folgt schließlich Niki Lauda mit 15 Siegen. Lauda feierte alle seine Siege in einem sehr kurzen Zeitraum. Er kam 1974 nach Maranello, gewann sofort, feierte 1975 und 1977 zwei Titel, und dann war er nach einem Zerwürfnis mit dem großen Enzo Ferrari nach vier Jahren wieder weg. Trotzdem hat niemand außer Schumacher ihn je eingeholt.

Mit 14 Siegen kam Sebastian Vettel Lauda am Ende aber sehr nahe. Manche mögen 15 verdiente Siege sehen - mit einer 5-Sekunden-Strafe für ein kontroverses Abkürzen verlor Vettel 2019 in Kanada nämlich einen erst nach der Ziellinie. Sein letzter war Singapur 2019. Den WM-Traum in Rot konnte er sich nie erfüllen.

Zwei WM-Titel sowie 13 Siege holte Alberto Ascari, ehe er erst zu Lancia wechselte und dann 1955 bei einem Test-Unfall verstarb. 11 Siege erzielten jeweils Felipe Massa und Fernando Alonso, ohne den Titel zu schaffen. Beide scheiterten berühmterweise knapp dran. Massa unterlag 2008 im letzten Rennen, Alonso 2010 und 2012.

Mit 10 Siegen ist Kimi Räikkönen, der Weltmeister von 2007 - und der letzte Weltmeister von Ferrari - der letzte Zweistellige auf der Liste. 9 Siege hat nach seinem Silverstone-Triumpf nun Charles Leclerc, obwohl der im Qualifying pfeilschnelle Monegasse mit 27 Poles hier inzwischen schon Zweiter hinter Schumacher ist, und mit 159 Starts in Rot auch hier nur mehr Schumacher (180 Starts) vor sich hat. In Sachen Siege brauchte er aber alle 159, um überhaupt mit Rubens Barrichello gleichzuziehen. Schumachers ewige Nummer zwei gewann ebenfalls neun Rennen.
| Charles Leclerc | Ferrari-Ranking | |
|---|---|---|
| Siege | 9 | 9. |
| Poles | 27 | 2. |
| Podien | 53 | 4. |
| Starts | 159 | 2. |

Fünf Ferrari-Weltmeister schaffen keine fünf Siege für Maranello
6 Siege feierten Jacky Ickx und Gilles Villeneuve. Besonders Villeneuve war dank seines spektakulären Fahrstils ein Liebling der Tifosi und von Enzo Ferrari gewesen, verstarb aber leider viel zu früh 1982.
5 Siege schafften drei Fahrer. Carlos Reutemann war designierter Lauda-Erbe, die Fußstapfen aber etwas zu groß. Gerhard Berger hatte zwei Stints in Maranello und machte sich 1988 in Italien unsterblich, als er beim ersten Italien-GP nach Enzo Ferraris Tod die übermächtigen McLarens besiegte. Alain Prost gewann seine vier WM-Titel anderswo. Seine fünf Ferrari-Siege kamen alle 1990, die Titelhoffnungen endeten nach einer Kollision mit Ayrton Senna im Kies von Suzuka. 1991 zerstritt man sich wegen schlechter Auto-Performance.

4 Siege holten Clay Regazzoni, Eddie Irvine und Carlos Sainz, ohne aber je aus dem Schatten von berühmteren Teamkollegen wie Lauda, Schumacher oder Leclerc zu treten. John Surtees krönte sich dafür 1964 zum Weltmeister. Ein besonderer Titel, nachdem er davor schon die Motorrad-WM gewinnen hatte können. Er ist der einzige, dem der Doppelschlag gelang.
3 Siege haben schon acht Fahrer. Immerhin vier davon sind Weltmeister. Der große fünffache Meister Juan Manuel Fangio holte alle drei auf dem Weg zu seinem einzigen Ferrari-Titel 1956. Kuriosum: Einen der drei, Argentinien, fuhr er zusammen mit Luigi Musso ein.
Der langjährige Ferrari-Mann Mike Hawthorn holte sich neben drei Siegen auch den Titel 1958 mit Ferrari. Phil Hill krönte sich 1961 zum Meister. Und Jody Scheckter feierte alle drei Siege sowie seinen einzigen WM-Titel 1979. Mit Nigel Mansell steht noch ein Weltmeister mit drei Ferrari-Siegen in der Liste, aber Mansells größte Erfolge (28 Siege, ein Titel) kamen bei Williams.

Mansell ist nicht der einzige Weltmeister, der nur ein kurzes Gastspiel bei Ferrari hatte. Drei Meister schafften nur 1 Sieg mit der Scuderia. Giuseppe Farina, der erste Weltmeister der Formel 1, gewann ein Rennen 1953. Mario Andretti feierte 1971 in Südafrika seinen ersten F1-Sieg für Ferrari, seine 11 weiteren und seinen Titel aber mit Lotus. Und natürlich hat Lewis Hamilton nur einen seiner unglaublichen 106 Siege für Ferrari geholt. Er hat aber 2026 noch alle Chancen, nachzubessern.

Die komplette Liste: Alle 41 Formel-1-Sieger für Ferrari
| P. | Fahrer | Siege | WM-Titel |
|---|---|---|---|
| 1 | Michael Schumacher | 72 | 5 |
| 2 | Niki Lauda | 15 | 2 |
| 3 | Sebastian Vettel | 14 | |
| 4 | Alberto Ascari | 13 | 2 |
| 5 | Felipe Massa | 11 | |
| 6 | Fernando Alonso | 11 | |
| 7 | Kimi Räikkönen | 10 | 1 |
| 8 | Rubens Barrichello | 9 | |
| 9 | Charles Leclerc | 9 | |
| 10 | Jacky Ickx | 6 | |
| 11 | Gilles Villeneuve | 6 | |
| 12 | Carlos Reutemann | 5 | |
| 13 | Alain Prost | 5 | |
| 14 | Gerhard Berger | 5 | |
| 15 | John Surtees | 4 | 1 |
| 16 | Clay Regazzoni | 4 | |
| 17 | Eddie Irvine | 4 | |
| 18 | Carlos Sainz | 4 | |
| 19 | Juan Manuel Fangio | 3 | 1 |
| 20 | Mike Hawthorn | 3 | 1 |
| 21 | Peter Collins | 3 | |
| 22 | Phil Hill | 3 | 1 |
| 23 | Jody Scheckter | 3 | 1 |
| 24 | René Arnoux | 3 | |
| 25 | Michele Alboreto | 3 | |
| 26 | Nigel Mansell | 3 | |
| 27 | José Froilán González | 2 | |
| 28 | Tony Brooks | 2 | |
| 29 | Wolfgang von Trips | 2 | |
| 30 | Didier Pironi | 2 | |
| 31 | Patrick Tambay | 2 | |
| 32 | Piero Taruffi | 1 | |
| 33 | Giuseppe Farina | 1 | |
| 34 | Maurice Trintignant | 1 | |
| 35 | Luigi Musso | 1 | |
| 36 | Giancarlo Baghetti | 1 | |
| 37 | Lorenzo Bandini | 1 | |
| 38 | Ludovico Scarfiotti | 1 | |
| 39 | Mario Andretti | 1 | |
| 40 | Jean Alesi | 1 | |
| 41 | Lewis Hamilton | 1 |



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