Der Abschluss des inzwischen seit Ewigkeiten in der Entwicklung befindlichen Red Bull RB17 steht kurz bevor. Der erste Supersportwagen vom Formel-1-Team des Energy-Drink-Herstellers ist endlich fertig, hat Probefahrten absolviert, und jetzt kündigt das Team die ersten Ausfahrten in der Öffentlichkeit für das berühmte Goodwood Festival of Speed vom 09.bis 12. Juli.

Das Auto wird im Laufe des Wochenendes für mehrere Showruns den berühmten Goodwood Hillclimb absolvieren. Am Steuer werden mit F1-Fahrer Isack Hadjar, Ersatzfahrer Yuki Tsunoda und F1-Academy-Pilotin Alisha Palmowski eine Reihe an Profis sitzen. Aber auch der Schöpfer wird fahren. Ja, Design-Legende Adrian Newey gibt ein kleines Comeback.

Der Red Bull RB17 bei der ersten Testfahrt
Der RB17 bei seiner ersten Ausfahrt, Foto: Getty Images / Red Bull Content Pool

Newey war der Kopf hinter dem kompromisslosen RB17 gewesen, mit dem Red Bull schon 2022 in die Entwicklung ging. Das Auto ist konzipiert als das ultimative Track-Day-Geschoss, mit Know-how eines F1-Teams unter der Leitung von Newey praktisch komplett ohne regulative Einschränkungen gebaut. Bis auf zwei Sitze, ein Dach und nötige Sicherheits-Features hatte Newey völlig freie Hand.

Red Bull RB17 endlich fertig und fahrbereit

Das Projekt war das erste Nicht-F1-Auto von Red Bull. Die Gelegenheit schien günstig, nachdem 2021 die F1-Budget-Obergrenze eingeführt worden war und damit Ressourcen freiwurden, die man zwangsweise anderswo im Unternehmen in der High-Tech-Dienstleistungsabteilung Red Bull Advanced Technologies unterbringen musste.

Trotzdem stellte sich die Sache als sehr komplexes und langwieriges Projekt heraus. Mittendrin verließ auch noch Newey das F1-Team in Richtung Aston Martin. Für den RB17 schaffte man eine separate Vereinbarung, damit er hier das Projekt bis zum Ende begleiten musste. Neweys Name ist schließlich ein wesentlicher Teil des Appeals dahinter.

Der Red Bull RB17 bei der ersten Testfahrt
Der RB17 von vorn, Foto: Getty Images / Red Bull Content Pool
Der Red Bull RB17 bei der ersten Testfahrt
Der RB17 von der Seite, Foto: Getty Images / Red Bull Content Pool

Newey war es auch, der in den letzten Jahren überall in der Welt auf großer Verkaufstour gewesen war, um die komplette Auflage von 50 Stück an den Mann zu bringen. Mit einem kolportierten Kaufpreis von mehreren Millionen für ein reines Track-Day-Auto war die Zielgruppe schließlich nicht besonders groß.

"Wir begannen mit dem Ziel, ein Trackday-Auto mit Performance auf Formel-1-Niveau zu schaffen, was zahllose Herausforderungen beim Design, Ingenieurswesen, beim Testen und bei der Herstellung mit sich brachte", unterstreicht Rob Gray, der Technische Direktor von Red Bull Advanced Technologies. So dauerte es insgesamt eben über fünf Jahre vom Konzept bis zum fertigen Produkt. Der Motor ist übrigens noch kein Eigenbau, sondern ein V10-Sauger des externen Motorenbauers Cosworth.

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Große Red-Bull-Show 2026 beim Goodwood Festival of Speed

Der RB17 ist der Star des Red-Bull-Programms in Goodwood, aber das Team hat noch viel mehr parat. Am Red-Bull-Stand wird das Team 2026 seine Designs feiern, darunter die berühmte Camo-Livery des RB11 oder die weiße Japan-Lackierung des letztjährigen RB21 zum Honda-Abschied. Showruns werden außerdem auch im RB9 von 2013 gefahren, mit dem Sebastian Vettel den vierten Fahrertitel holte.

Auch abseits von Red Bull wartet Goodwood 2026 mit dem üblichen spektakulären Starterfeld auf, auch in Sachen Formel 1. Mercedes, Ferrari, McLaren, Alpine, Williams und Aston Martin schicken eine große Auswahl an historischen F1-Boliden den Berg hoch. Audi mag zwar keine historischen F1-Autos haben, bietet mit dem Typ C und Typ D aber gleich zwei Grand-Prix-Autos aus den 1930ern.

Neben noch existenten Teams gibt es auch Autos historischer Teams zu bestaunen: Motorsport-Magazin.com-Experte Christian Danner und Gerhard Berger bewegen beispielsweise den Benetton B186, mit dem Berger 1986 seinen ersten Grand Prix gewann. Und natürlich gibt es Unmengen an Autos aus anderen Motorsport-Bereichen. Die ganze Starterliste findet ihr unter diesem Link.