George Russell gewinnt den Sprint der Formel 1 in Kanada. Der Mercedes-Pilot setzte sich nach 23 Runden auf dem Circuit Gilles Villeneuve in einem knallharten Zweikampf gegen Teamkollege Kimi Antonelli durch. Der WM-Leader verlor beim Duell die Nerven und wurde nach Fehlern nur Dritter. Bei Mercedes ging es am Funk anschließend hoch her.

Das Ergebnis: Zwischen das Mercedes-Duo schob sich Weltmeister Landon Norris. Der McLaren-Pilot lag ihm Ziel lediglich 1,2 Sekunden hinter dem Sieger. Direkt dahinter überquerte Andrea Kimi Antonellidie Ziellinie. Auf Oscar Piastri auf Rang vier klaffte bereits eine Lücke von acht Sekunden. Das Ferrari-Duo Charles Leclerc und Lewis Hamilton belegte die Ränge fünf und sechs.

Mit 16 Sekunden Rückstand landete Max Verstappen Rang sieben. Der letzte Punkt ging an Arvid Libndblad im Racing Bull. Franco Colapinto und Carlos Sainz komplettierten die Top-10. Nico Hülkenberg belegte nach einer schwachen Startrunde und einer 10-Sekunden-Strafe nur Platz 15.

Der Start: Nach schwachen Starts zu Saisonbeginn hatte Mercedes in der Pause verstärkt an dem Problem gearbeitet. Mit Erfolg: Die Silberpfeile wandelten die erste Startreihe in die Führung um, Russell auf eins, Antonelli auf zwei. Dahinter behielt Lando Norris Platz drei, Lewis Hamilton setzte sich in Kurve 1 innen neben Oscar Piastri und ging in der nächsten Kurve außen vorbei. Dahinter gab es relativ wenig Bewegung im Feld, nur die Audi-Piloten wurden in der Startrunde einmal mehr nach hinten durchgereicht.

Kurios: Lediglich 17 Autos starteten aus der Startaufstellung. An den Autos von Ollie Bearman, Pierre Gasly, Valtteri Bottas und Alexander Albon wurde über Nacht noch am Setup gearbeitet. Der Bruch der Parc-ferme-Bedingungen zieht automatisch einen Start aus der Boxengasse nach sich. Weil bei Lance Stroll im Grid Probleme an der Vorderradaufhängung auftraten, musste auch der Lokalmatador aus der Box hinterherfahren.

Bei Albon und Lawson zeichnete sich der Boxengassen-Start schon nach dem Training ab. Die Gründe dafür sind kurios und unschön, wie euch Christian im Video erklärt:

Murmeltier-Crash zerstört Formel-1-Auto: Totalschaden! (14:57 Min.)

Der Rennverlauf: Antonelli blieb von Anfang an an Russell dran. Dass der Italiener offenbar etwas mehr Pace hatte, wurde in Runde fünf erstmals offensichtlich. Der WM-Leader setzte seinen Teamkollegen in der Zielschikane unter Druck, am Ende der anschließenden Start- und Zielgeraden wurde es richtig hitzig.

Antonelli setzte sich in Kurve 1 außen neben Russell. Der Brite ließ ihm aber keinen Platz und schickte ihn in die Auslaufzone. "Das war sehr hässlich", schimpfte Antonelli am Funk, der bei der Aktion allerdings nicht viel Zeit verlor. Allerdings kochten die Emotionen über: In Kurve 8 versuchte es Antonelli erneut, verbremste sich aber heftig und fuhr geradeaus durchs Gras. Dabei verlor er Platz zwei an Norris.

"Das sollte eine Strafe geben, ich war auf Höhe seines Spiegels", beschwerte sich Antonelli über seinen Teamkollegen am Funk. "Konzentriere dich aufs Fahren und nicht aufs Beschweren am Funk", entgegnete Mercedes-Teamchef Toto Wolff direkt. Auch nach dem Rennen kam es noch zu Debatten am Funk zwischen Antonelli und Wolff.

Obwohl sich die Silberpfeile vor dem teaminternen Kampf etwas vom Rest des Feldes absetzten konnten, blieb Norris nun Russell auf den Fersen. Wirklich unter Druck setzten konnte der McLaren-Pilot Russell aber nicht. Norris musste seinerseits den Blick nach hinten auf Antonelli richten.

In der Schlussrunde versuchte es Antonelli in Kurve 1 bei Norris. Das Ergebnis war eine Kopie des Zweikampfs gegen Russell: Der Italiener musste durch die Auslaufzone abkürzen und sich anschließend wieder auf Platz drei zurückfallen lassen.

Auch für Lewis Hamilton verlief die Schlussrunde turbulent. Der Ferrari-Pilot fuhr schon zuvor am absoluten Limit, um Oscar Piastri hinter sich zu halten. In der letzten Runde verlor er nicht nur die Position an Piastri, sondern auch noch Platz fünf an Teamkollege Charles Leclerc.