DTM-Neuling Matteo Cairoli, der seit dem ersten Freien Training der DTM in Zandvoort alle Sessions auf dem 4,259 km langen Dünenkurs an der Nordseeküste dominiert hatte, konnte seine herausragende Performance auch im dritten Saisonrennen unter Beweis stellen: Auf seinen ärgsten Verfolger, Lucas Auer (Winward-Mercedes-AMG), hatte der Italiener nach 35 souverän absolvierten Runden einen Vorsprung von 3,622 Sekunden.

Der Österreicher war trotzdem zufrieden, denn mit seinem dritten Podium in Folge übernahm Auer von seinem Markenkollegen, dem 24h-Nürburgring-Gewinner Maro Engel (P7), auch die Tabellenführung (59:53 Punkte).

Matteo Cairoli genießt jede einzelne Runde

Cairolis Teamkollege Thierry Vermeulen, der aus der ersten Reihe gestartet war, sorgte mit Platz drei für den zweiten Podestplatz des Schweizer Teams Emil Frey Racing. Mit seinem Husarenstück verbesserte sich Cairoli, der auch die Maximalpunktzahl (28) einfuhr, in der Gesamtwertung nach drei von insgesamt 16 geplanten Rennen von Rang elf auf Position vier (41 Zähler). Dahinter folgt BMW-Werksfahrer Marco Wittmann, der mit dem Schuberth-M4 GT3 EVO nicht über Rang zwölf hinauskam und dadurch auf Platz vier (35 Punkte) vor Vermeulen (30) zurückfiel).

Beim Saisonstart auf dem Red Bull Ring hatte Cairoli in beiden Rennen nur zehn Punkte gesammelt, aber hier in Zandvoort sei der Ferrari absolut fantastisch zu fahren gewesen, meinte der Italiener bei ProSieben: „Ich habe jede einzelne Runde genossen.“ Offenbar so sehr, dass er die Konkurrenz zukünftig das Fürchten lehren möchte, wie er betonte: „Das gibt allen einen richtigen Schub, mir, dem Team und besonders meinem Ingenieur. Morgen (im zweiten Rennen des Wochenendes, d. Red.) werde ich es wieder versuchen!“ Seine Arbeitgeber hätten sicher nichts dagegen, denn Cairoli schenkte Ferrari den 14. und dem EFR-Team den 7. Sieg in ihrer eigenen DTM-Geschichte.

Schaut man sich zudem die Zandvoort-Historie an, dann liegt der letzte Sieg eines internationalen Rennfahrers in einem Ferrari schon mehr als vier Jahrzehnte zurück: Am 28.08.1983 triumphierte der Franzose René Arnoux auf dem GP-Kurs ebenfalls in einem Ferrari, allerdings nicht mit der Startnummer #14 (wie bei Cairoli), sondern der berühmten #28.

Lucas Auer lobt DTM-Rookie Cairoli

Mit der #22 konnte Lucas Auer zwar nicht seinen 12. DTM-Erfolg feiern, aber auch mit Platz zwei war der Winward-Pilot zufrieden. „Für mich war es das Maximum, denn Matteo (Cairoli, d. Red.) und sein Team (EFR, d. Red.) waren heute einfach zu stark und sind für mich die verdienten Sieger, weil sie perfekt performt haben“, meinte Auer gegenüber Motorsport-Magazin.com. Trotz eines guten Starts, bei dem er sich von Platz drei auf zwei verbesserte, hatte Auer keine realistische Chance, Cairoli einzufangen.

„Ich kenne ihn ja aus der GT World Challenge (Langstrecke, d. Red), in der ich mit ihm, Maro Engel und Winward im vergangenen Jahr Gesamtzweiter geworden bin. Deshalb habe ich mir auch trotz unseres guten Boxenstopps (7,3 Sekunden, d. Red.) keine Hoffnungen gemacht. Für mich kann es gerne so weitergehen, zumal als nächstes mit dem Lausitzring meine Lieblingsstrecke kommt (20./21.06.d. Red.).

Auch wenn es letztendlich nicht ganz zu einem Podiumsplatz reichte (2,037 Sekunden hinter Vermeulen), überzeugte Rookie Bastian Buus im Land-Porsche mit einer starken fahrerischen Leistung. Dabei begeisterte vor allem sein beinharter Zweikampf mit Mercedes-AMG-Star Jules Gounon, bei dem auch Lack ausgetauscht wurde. Zur Belohnung durfte sich der Däne 0,246 Sekunden vor dem Franzosen über Platz vier freuen.

Ebenso hart umkämpft waren die Plätze sechs bis acht, bei denen ein Trio bestehend aus Ben Dörr (Dörr McLaren), Maro Engel (Winward-Mercedes-AMG) und Thomas Preining (Manthey-Porsche) innerhalb von 1,432 Sekunden um zehn, neun und acht Punkte kämpfte. Auch Nicki Thiim (Comptoyou-Aston Martin/6) und Luca Engstler (Abt-Lamborghini/7) konnten auf den Plätzen neun und zehn weitere Zähler für die Gesamtwertung einfahren.

Pechvögel des Tages waren die punktlosen Kelvin van der Linde und Timo Glock. Der frühere Formel-1-Pilot wurde im Qualifying am Sonntagmorgen zunächst von einem Schaden am Turbolader gebremst. In der Anfangsphase des Rennens kollidierte er dann unglücklich mit Kelvin van der Linde im Abt-Lamborghini, weshalb das vordere linke Rad gewechselt werden musste.

Laut Teammanager Axel Funke sorgte dann ein Folgeschaden am Radlager für das vorzeitige aus von Glock, dessen Saisonbeginn nicht viel besser verläuft, als die letztjährige Saison geendet ist. Auch bei van der Linde soll ein Folgeschaden für das vorzeitige Aus des BMW-Werksfahrers verantwortlich gewesen sein. Im Qualifying musste der Südafrikaner den Schubert-BMW M4 GT3 EVO PO nach massivem Ölverlust auf seiner Quali-Outlap bereits vorzeitig abstellen.

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