Den Weltmeistertitel bei den Superbikes konnte Nicolo Bulega in Magny-Cours noch nicht ganz fixieren. Angesichts von 26 Saisonsiegen in 27 Rennen ist das aber nurmehr eine Formsache. Ein anderer Erfolg stand ebenfalls lange fest, und ist nun endlich offiziell. Der Italiener kann sich den Traum von der MotoGP erfüllen und folgt damit zur Saison 2027 Ex-Rivale Toprak Razgatlioglu in die Königsklasse. Seine Chancen dürften dabei gut stehen.

Platztausch mit Franco Morbidelli? VR46 verpflichtet Nicolo Bulega

Passend zum bevorstehenden Heimrennen in Misano gab das VR46-Team die Verpflichtung des designierten Superbike-Champions zur Saison 2027 bekannt. Zuvor wurde das bestätigt, was ebenfalls seit Monaten klar war: Franco Morbidelli wird das Team von Valentino Rossi verlassen müssen. Der Gerüchteküche nach kommt es zum direkten Platztausch mit Bulega, denn 'Franky' wird wohl dessen Werksplatz im Ducati-Superbike-Team übernehmen dürfen.

Für Bulega ist es der große Karriere-Coup auf Umwegen. In der Moto3 einst als großes Talent gehandelt und auch in die berühmte Academy von Rossi aufgenommen, tat er sich dann in der Moto2 sehr schwer. Der Wechsel ins Superbike-Paddock war der letzte Ausweg und erbrachte die ersehnte Wende. Dem Supersport-Titel im Jahr 2023 folgte ein Traumeinstand in die Superbike-WM mit Ducati, als er gleich sein erstes Rennen gewinnen konnte. Daraufhin konnte zwei Saisons lang einzig Überfahrer Razgatlioglu den Titel des Italieners verhindern. Seit der Türke zur Saison 2026 gewechselt war, fährt Bulega die Konkurrenz in Grund und Boden. Der Superbike-WM ist der 26-Jährige entwachsen und so schließt sich nun der Kreis mit der Rückkehr zu VR46 und dem Einstieg in die MotoGP.

Nicolo Bulega erfüllt sich MotoGP-Traum im Traum-Team

"Ich habe dieses Team gewählt, weil ich ihm immer schon verbunden war: Ich war als Kind in der VR46-Academy, ich kenne alle sehr gut, aus einer menschlichen Perspektive macht das diesen Schritt einfacher", hebt Bulega hervor. "Schon immer habe ich von der MotoGP geträumt. Dann hat meine Karriere aus diversen Gründen einen anderen Weg vorgezeichnet. Ich bin in die WSBK, wo ich mich darauf konzentriert habe, eine erfolgreiche Karriere aufzubauen. Diese Jahre haben meine Erwartungen weit übertroffen, also haben wir diesen Schritt angepeilt."

"Seit er klein ist, wissen wir, dass er ein sehr talentierter Fahrer ist, und das hat er sowohl in der Vergangenheit als auch aktuell mit seiner Dominanz in der WSBK bewiesen", hebt Teamleiter 'Uccio' Salucci hervor. "Ich denke, er ist bereit dafür, diese neue Reise mit Reife und im vollen Bewusstsein anzutreten. Wir sind sehr stolz, ihn in unserem Team zu haben, und wir werden ihm die maximale Unterstützung geben, um zusammen mit ihm alle Ziele zu erreichen."

Regel-Revolution 2027: Nicolo Bulega vor perfektem Einstiegszeitpunkt

Nicht nur aufgrund seines etwas fortgeschritteneren Rennfahreralters ist Bulega alles andere als ein gewöhnlicher Rookie. Angesichts der großen Regeländerung für die Saison 2027 steht er gut vorbereitet da. Zum einen kennt er die neuen Pirelli-Reifen seit Jahren von den Superbikes. Zum anderen hat er neben seiner Rennfahrertätigkeit Testarbeit für Ducati verrichtet und somit als einziger Stammfahrer der kommenden Saison bereits viele Kilometer auf einem 850er-Bike der neuen Generation absolviert. Ob Nicolo Bulega erneut das erste Rennen seiner neuen Klasse gewinnen kann, sei einmal in Frage gestellt. Für eine Überraschung könnte er angesichts dieser Vorteile aber durchaus gut sein.

Trotz dieser Revolution wird in der Winterpause allerdings das Testprogramm verkürzt. Was es damit auf sich hat, erfährt ihr hier im Video:

Trotz MotoGP-Revolution: Weniger Testzeit für 2027! (07:55 Min.)