2027 wird die Formel 1 zum bereits 19. Mal den Großen Preis von Portugal (seit 1958) austragen, 2028 folgt die 20. Ausgabe. Die Rückkehr nach Portimão wurde am Dienstagvormittag bekanntgegeben. Damit wird der Niederlande GP ersetzt, denn die Traditionsrennstrecke in Zandvoort fällt aufgrund einer finanziellen Entscheidung der Besitzer nach 2026 aus dem F1-Kalender.

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"Das Interesse und die Nachfrage, dort einen Formel-1-Grand-Prix auszutragen, ist höher als je zuvor", ließ sich F1-CEO Stefano Domenicali in der Presseaussendung zitieren. Die Rückkehr des Großen Preises von Portugal war nur durch die Unterstützung der portugiesischen Regierung möglich, wie der CEO des Autódromo Internacional do Algarve, Jaime Costa, hervorhebt. Manch andere Strecken, wie beispielsweise der Hockenheimring, haben dieses Privileg nicht und sind im Kampf um einen Platz auf dem F1-Kalender auf sich alleingestellt.

Der portugiesische Wirtschaftsminister Manuel Castro Almeida erklärt die Entscheidung: "Der Grand Prix wird eine direkte Auswirkung auf die Wirtschaft haben und Möglichkeiten in Bereichen wie Tourismus und Handel kreieren. Es stärkt auch das Bild von Portugal in der ganzen Welt."

Max Verstappen, Lando Norris & Co. werden erst das dritte Mal auf der spektakulären Rennstrecke an der Südküste des Landes fahren. Der Autódromo Internacional do Algarve wurde 2008 fertiggestellt und zählt damit zu den jüngeren Rennstrecken im Formel-1-Kalender. Nur die Kurse in Abu Dhabi (2009), Austin (2012) und Sotschi (2014) sind "jünger". Sportlich gilt der 4,653 km lange Kurs als kleine Achterbahn, denn auf dem Autódromo Internacional do Algarve geht es ganze fünfmal bergauf und bergab.

Historische F1-Kurse: Boavista, Monsanto und Estoril

Das erste Mal tauchte der Kurs 2020 im Kalender aus, nachdem die Corona-Pandemie zu zahlreichen Rennabsagen geführt hatte. Es folgte ein weiterer Grand Prix 2021 ehe Portugal wieder in der Versenkung verschwand. Zuvor machte machte die Formel 1 in Portugal auf drei anderen Strecken Station. Den Anfang bildete der Circuito da Boavista in Porto, auf dem 1958 und 1960 der Portugal Grand Prix ausgetragen wurde. 1959 gastierte die Formel 1 auf dem Circuito Monsanto, einem temporären Kurs durch einen Park nahe Lissabon.

Sowohl Boavista als auch Monsanto verschwanden jedoch aufgrund von Sicherheitsbedenken aus dem Kalender. Unterschiedliche Fahrbahnbeläge wie Kopfsteinpflaster oder Straßenbahnschienen stellten für die damaligen Boliden ein erhebliches Risiko dar. Von 1984 bis 1996 fand der Große Preis von Portugal in Estoril statt. Damit ist Estoril der häufigste portugiesische Austragungsort eines F1-Rennens. Ab 1997 verschwand der Kurs jedoch aus dem Kalender, da geplante Umbauten nicht umgesetzt wurden.

Besonders MotoGP-Fans dürfte Estoril dennoch bekannt sein - die Motorrad-WM fuhr dort noch bis 2012.

Jeder Fahrer hat eine Lieblingsstrecke, die ihm besonders liegt. Doch welche Rennstrecken den 20 besten Fahrern der Welt am besten liegen, ist nicht so leicht zu beantworten. Motorsport-Magazin.com warf einen Blick in die Statistik:

Siege, Rekorde und besondere Momente

Sowohl der erste als auch der bislang letzte Große Preis von Portugal ging an britische Fahrer. 1958 gewann Stirling Moss vor Mike Hawthorn und Stuart Lewis-Evans. 2021 setzte sich Lewis Hamilton vor Valtteri Bottas und Max Verstappen durch. Rekordsieger in Portugal ist Nigel Mansell mit drei Erfolgen. Die meisten Podestplätze sammelte Ayrton Senna, der sechsmal auf dem Treppchen stand - einmal mehr als sein großer Rivale Ayrton Senna.

Dafür schrieb Ayrton Senna 1985 in Estoril Geschichte: Bei schwierigen Wetterbedingungen holte er zunächst seine erste Pole Position und feierte tags darauf seinen ersten Formel-1-Sieg. Insgesamt startete Senna in Portugal dreimal von Platz eins. Auf Teamseite gewann Williams in Portugal insgesamt sechs Mal. McLaren folgt mit drei Siegen, Ferrari konnte zweimal in Portugal triumphieren.

Ein besonderes Kapitel folgte bereits ein Jahr zuvor. Niki Lauda und Alain Prost kämpften 1984 als McLaren-Teamkollegen um den WM-Titel. Zwar gewann Prost das Saisonfinale in Estoril, doch Lauda reichte ein zweiter Platz, um sich mit lediglich einem halben Punkt Vorsprung zum Weltmeister zu krönen – es war die knappste WM-Entscheidung in der Geschichte der Königsklasse.