Vor sechs Jahren stand Hockenheim das letzte Mal im Formel-1-Rennkalender. Folgt in naher Zukunft eine Rückkehr des Deutschland GP? Stefano Domenicali hat während des Italien GP zumindest die Hoffnung geschürt, als er verriet, dass die neuen Besitzer des Hockenheimrings an einer Formel-1-Rückkehr interessiert sind. Doch Formel-1-Experte Christian Danner steht dem kühnen Vorhaben mit wenig Optimismus entgegen.
"Es ist grundsätzlich schön, wenn man Initiative ergreift. Aufgrund der Tatsachen halte ich das aber für eine sehr ambitionierte Aussage. Es ist schlicht Wunschdenken, da die Zahlen gigantisch sind", erklärte Danner. Einen Grand Prix zu veranstalten, ist eine kostspielige Angelegenheit. Streckeninhaber zahlen Summen im zweistelligen Millionenbereich, um die Königsklasse als Gast zu haben.
Im Gespräch mit Motorsport-Magazin.com beteuerten die Eigentümer des Hockenheimrings - eine Investorengruppe aus süddeutschen, mittelständischen Unternehmen - dass Geld nicht der ausschlaggebende Faktor sei. Unter den Geschäftsführern sind Motorsport-Fans und Rennfahrer, die nicht unbedingt Gewinn aus der Sache ziehen müssen. Man könne sich eine Risikoteilung mit der Formel 1 oder eine Finanzierung mithilfe von mehreren Investoren vorstellen, um die Königsklasse wieder in die Bundesrepublik zu holen.

Kein Arme-Leute-Bonus für veralteten Hockenheimring
Danner bezweifelt, dass die Finanzierungspläne realistisch sind, schließlich kennt er als Markenbotschafter des Automobilclubs von Deutschland die Zahlen. In Monza nahm er sich Domenicali zur Seite und sprach ihn auf die Hockenheimpläne an. "Er sagte, dass es für die Deutschen kein Sonderangebot gibt, und das ist aus Formel-1-Sicht verständlich. Warum sollten wir denn um einen Armeleute-Bonus bitten, wenn Ungarn, Österreich und Belgien solche Grand Prix auf die Reihe kriegen?", meinte Danner.
Allerdings braucht es nicht nur finanzielle Mittel, um sich die Veranstaltungsgebühren zu leisten. Die Strecke verfügt zwar über eine Grade-1-Lizenz der FIA und ist damit berechtigt, Grands Prix auszutragen, aber die Anlagen des Hockenheimrings sind nicht auf dem neuesten Stand. "Ich habe die Umbauten in Ungarn gesehen. Ich kenne die geplanten Maßnahmen in Monza, neue Boxen und Gebäude. In Hockenheim entspricht die Anlage nicht dem Standard eines modernen Grand Prix", bemängelte der ehemalige Formel-1-Fahrer.
Trotzdem würde ein Großer Preis von Deutschland sein Herz höherschlagen lassen: "Ich könnte mir nichts Schöneres vorstellen, als dass wir wieder einen deutschen Grand Prix in Hockenheim haben. Es wäre für mich sensationell." Das letzte Formel-1-Rennen auf dem Hockenheimring fand 2019 statt. Für die DTM ist die Strecke in Baden-Württemberg seit vielen Jahren ein Kult-Klassiker im Rennkalender, von 2000 bis 2019 fand dort sowohl der Saisonauftakt als auch das -finale statt.
Der Große Preis von Deutschland auf dem Hockenheimring
| Strecke | Hockenheimring |
|---|---|
| Ort | Hockenheim, Baden-Württemberg, Deutschland |
| Streckenlänge | 4,574 Kilometer |
| Kurven | 17 (sechs Links-, elf Rechtskurven) |
| Jahre in F1 | 1951 - 1954, 1956 - 1959, 1961 - 2006 2008 - 2014, 2016, 2018, 2019 |
| schnellste Runde: absolut | 1:11.212 Minuten (Sebastian Vettel, 2018) |
| schnellste Runde: Rennen | 1:13.780 Minuten (Kimi Räikkönen, 2004) |
| Meiste Siege (Fahrer) | 1. Michael Schumacher (4) 2. Nelson Piquet, Ayrton Senna, Fernando Alonso, Lewis Hamilton, (3) 3. Nigel Mansell, Alain Prost, Gerhard Berger (2) |
| Meiste Siege (Konstrukteur) | 1. Ferrari (11) 2. Williams (9) 3. McLaren (6) |
Im Video erzählt euch Christian noch einmal alles Wichtige zur möglichen Formel-1-Rückkehr nach Deutschland. Einfach hineinschauen!



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