Wir wagen einen Sprung zurück in der Zeit. Genauer gesagt blicken wir auf den 23. Februar 2022. Der erste Testtag der neuen Ground-Effect-Autos, die die Formel-1-Ära von 2022 bis 2025 prägen sollten. Während sich die Ex-Dominatoren von Mercedes mit einem radikalen "Zeropod" Konzept verrennen sollten, machten zu Beginn Ferrari und Red Bull den Titel unter sich aus.
Teils hüpften die Autos auf der Geraden und machten den Teams so arge Probleme. Dazu kam das kurz vorher eingeführte Budget-Cap. Besonders die Top-Teams mussten erstmals ihre Ressourcen bei der Entwicklung einer neuen Auto-Generation begrenzen. Red Bull sollte sich vorerst als Dominator herausstellen. Bis heute hat sich das wieder stark gewandelt. Was bleibt also von der neuen Ground-Effect-Ära der Formel 1?
Red-Bull-Teamchef: Hatten einen unglaublichen Wettbewerb
Dabei befürchteten viele vor dem Start des Reglements zu viel Standardisierung, das stellte sich im Nachgang als falsch heraus. Wie nach einem Regelumschwung zu erwarten, war das Feld besonders im ersten Jahr nicht sonderlich eng beieinander. Zwischen der Pole-Zeit von Charles Leclerc und dem letztplatzierten Mick Schumacher in Monza 2022 lagen rund 2,9 Sekunden.
2023 verschärfte sich die Red-Bull-Dominanz aufs Ärgste. Das Team gewann 21 von 22 Rennen. Erst mit dem Aufstieg von McLaren (und kurzweilig auch Ferrari) wurde der WM-Kampf im Jahr 2024 wieder spannender, besonders in der Konstrukteurs-Meisterschaft. Beim vergangenen Rennen der F1 in Monza 2025 betrug der Abstand im Qualifying übrigens nur noch rund 1,5 Sekunden, also rund die Hälfte im Vergleich zu einem Jahr zuvor.
"Wir dachten alle, die Autos wären gleich, es gäbe zu viel Standardisierung und die Leistungsniveaus lägen zu nahe beieinander. Das hat sich als falsch herausgestellt. Wir hatten vier Jahre unglaublichen Wettbewerb", schätzt Red-Bull-Teamchef Laurent Mekies die Autos ein.
"Wenn man das zusammen mit der Tatsache betrachtet, dass diese Autos die schnellsten aller Zeiten sind oder fast, haben sie uns eine großartige Show geboten."
Das findet auch Haas-Teamchef Ayao Komatsu. "Die meisten Teams hatten große Probleme. Aber wie schnell wir das in den Griff bekommen haben, wie schnell wir uns angenähert haben. Sowohl auf der PU-Seite als auch auf der Chassis- und Aero-Seite haben wir etwas bewiesen. Ich denke, das zeigt, was an der F1 so großartig ist."
Formel-1-Dominator wechselt: McLaren statt Red Bull
Ferrari-Teamchef Frederic Vasseur hebt dagegen besonders die engen Abstände der Top-Teams hervor. "In Budapest hatten wir vier verschiedene Teams mit sechs Autos, die, glaube ich, weniger als eine Zehntelsekunde auseinander lagen. So läuft richtiger Rennsport."
Dennoch bleibt: Auch 2025 dominiert wieder ein Team. Während sich bis Mitte 2022 noch Red Bull und Ferrari ein Duell lieferten, dominierte Red Bull ab da bis Anfang 2024 nach Belieben. Max Verstappen rettete den Titel noch über die Ziellinie, während 2025 wieder McLaren eindeutig dominiert. Der aktuelle Fahrer-Titelkampf ist der erste und letzte des Reglements, der bis zu den letzten zwei Rennen wirklich spannend bleiben könnte.
"McLaren dominiert zwar - ich bin nicht dumm -, sie sind uns einen Schritt voraus, wahrscheinlich auch ein bisschen beim Reifenmanagement. Aber nicht zu vergessen, dass wir diese Fahrzeuggeneration unter Kostendeckelung entwickelt haben - es ist die erste Generation unter Kostendeckelung. Wir müssen das Positive aus den letzten vier Jahren mitnehmen. Wir hatten verschiedene Sieger und verschiedene Teams, die Rennen gewinnen konnten", findet Vasseur.



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