Der viermalige Formel-1-Weltmeister Max Verstappen wird am kommenden Samstag (13.09.2025) tatsächlich an einem Rennen der Nürburgring-Langstrecken-Serie (NLS), dem 65. ADAC ACAS Cup teilnehmen. Das insgesamt achte Rennen der beliebten Rennserie geht über eine Distanz von vier Stunden.
Hintergrund dieser Tatsache ist der Plan, dass Verstappen die sogenannte DMSB-Permit-Nordschleife (DPN), also den Nordschleifen-Führerschein erlangen möchte, der zwingend vorgeschrieben ist, um damit beispielsweise im kommenden Jahr auch beim berühmten 24h-Rennen auf der legendären Nürburgring-Nordschleife (16./17.05.2026) mit einem GT3-Sportwagen an den Start gehen zu können.
(Noch) keine Infos zu Max Verstappen bei NLS
Fans der "Grünen Hölle" sollten sich bei ihrer Suche nach Infos zu einem möglichen Verstappen-Start aber nicht auf die Vorschau und die vorläufige Teilnehmerliste des VLN-Veranstalters und dessen Website verlassen, denn dort findet man keine entsprechenden Hinweise zu Max Verstappen oder ein mögliches Pseudonym namens "Franz Hermann", unter dem der Red-Bull-Pilot kürzlich bereits einen privaten Test in einem Ferrari absolviert hat.
Nach Informationen von Motorsport-Magazin.com möchte Verstappens Management den Rummel um den Superstar so klein wie möglich halten. Trotzdem werden aufgrund der Hypes um Verstappen vorsichtshalber Parkplätze rund um die Nordschleife an verschiedenen Streckenabschnitten den Besuchern zur Verfügung gestellt. Vor allem aus den Niederlanden werden zahlreiche orange gekleidete Fans erwartet. Auch die Verkehrswacht möchte mit einem größeren Aufgebot eine möglichst reibungslose Anfahrt zum Ring gewährleisten.

Verstappen fährt Porsche am Nürburgring
Um den Anforderungen der Rennlizenz gerecht zu werden, kann Verstappen auch nicht - wie bei seinem Privattest - mit einem Ferrari 296 GT3 des Schweizer Teams Emil Frey Racing an den Start gehen, sondern muss auf einem leistungsmäßig "kleineren" Fahrzeug, einem Porsche Cayman GT4 des Bad Homburger Teams Lionspeed GP versuchen, die vom Deutschen Motor Sport Bund (DMSB) geforderten 14 Runden zu absolvieren. Auf dem Porsche mit der Startnummer #980 sind derzeit nur Chris Lulham, Fahrer in Verstappens GT-World-Challenge-Team, der IMSA-Pilot Kyle Tilley sowie Matisse Lismont aus Belgien genannt.
Außerdem steht für den 27-Jährigen am Freitag dieser Woche (12.09.) noch ein verpflichtender Lehrgang der DMSB Academy inklusive Prüfung auf dem Programm des Weltmeisters, der damit sogar noch einmal die Schulbank drücken muss, bevor er am Samstag im Rennen antreten kann.
Er wird am Samstag in einem Porsche Cayman GT4 für LionspeedGP an den Start gehen. Ein möglicher Start am Sonntag, ebenfalls über eine Distanz von vier Stunden findet nicht statt, da das Schweizer Emil-Frey-Team zeitgleich auf dem Red Bull Ring in Spielberg mit Jack Aitken um den DTM-Titel kämpft.
Permit: Keine Ausnahme für den Formel-1-Weltmeister
Viele namhafte Experten haben die DMSB-Vorgaben für die Nordschleifen-Lizenz in der Vergangenheit kritisiert, sollten sich aber daran erinnern, dass nach dem tödlichen Unfall eines Zuschauers bei einem VLN-Rennen im März 2015 noch ganz andere Maßnahmen ergriffen wurden: Unter anderem nämlich sogar ein Tempolimit von 200 km/h vor den gefährlich schnellen Streckenabschnitten Flugplatz und Schwedenkreuz sowie von 250 km/h an der Antoniusbuche auf der Döttinger Höhe. Damals wurden die Auflagen zwar vom DMSB vorgegeben, zuvor hatte aber auch die ermittelnde Staatsanwaltschaft verschärfte Maßnahmen für ein sicheres Befahren der Nordschleife gefordert.
Verstappen selbst will sich sein Hobby und damit Ausflüge auf Rennstrecken außerhalb der Formel 1 nicht verbieten lassen. In einem Bericht der Deutschen Presse-Agentur hatte er dazu vor dem F1-Rennen in Imola erklärt: "Das ist meine Leidenschaft, und am Ende ist es mein Privatleben." Weil es zuletzt ein privater Test war, fuhr Verstappen diesen unter dem Pseudonym "Franz Hermann", denn das sei nach seiner Meinung ein sehr deutscher Name, mit dem er vermeintlich weniger für Aufsehen gesorgt hätte.
Für viel mehr Wirbel sorgte allerdings seine Feststellung, er sei sogar schneller gewesen als der aktuelle Rundenrekord für Sportwagen dieser Klasse, was für viele kontroverse Diskussionen im Netz gesorgt hatte. "Aber deswegen war ich nicht da. Ich wollte Spaß haben. Wir hatten eine gute Zeit", meinte Verstappen und erhielt dafür prompt Gegenwind.
So hatte Ex-Rennfahrer Ralf Schumacher Verstappens Ausflug auf der Nordschleife als "nicht sehr intelligent" kritisiert. "Wenn ich ein Teamchef wäre, hätte ich Verstappen gefragt, ob er seine Tassen noch im Schrank hat", sagte der TV-Experte in einem Sky-Podcast. Die Nordschleife sei schließlich brandgefährlich.
Nicht für den viermaligen Formel-1-Champion, dessen großer Wunsch ein Start beim 24h-Rennen Nürburgring ist. "Deswegen mache ich das alles, um mich ein bisschen vorzubereiten", sagte Verstappen, der nach eigener Aussage schon mehr als tausend Runden im Simulator auf der Nordschleife verbracht hätte.

Verstappen am Nürburgring: Rennen im Livestream
Wer am kommenden Wochenende nicht vor Ort ist, kann das Rennen der ADAC Nürburgring Langstrecken-Serie und den mit Spannung erwarteten Verstappen-Start (nur am Samstag) im Livestream auf Motorsport-Magazin.com verfolgen.
Tickets für das Event sind ab 25 Euro unter VLN.de/tickets oder direkt am Ring erhältlich. Jugendliche bis einschließlich 14 Jahre haben freien Eintritt. Ein Leckerbissen für die Besucher: Die AMG-Tribüne T4A und der Streckenabschnitt Schwalbenschwanz sind am kommenden Wochenende ebenfalls geöffnet.

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