Die Formel 1 nimmt sich vor dem Double-Header von Monza und Madrid noch einmal eine Woche Pause, doch Pirelli blickt bereits in die Zukunft. Der Reifenlieferant hat die Mischung für den darauffolgenden Triple-Header (Aserbaidschan, Bahrain, Singapur) bekanntgegeben.
In den engen Gassen von Baku wird den Teams die weichste Reifenkombination - C3 (Hard), C4 (Medium) und C5 (Soft) - zur Verfügung stehen. Es ist die klassische Mischung für Straßenrennen. Letztes Jahr brachte Pirelli ebenfalls die weichsten Optionen, damals noch mit dem C6. Der stellte sich als zu weich heraus. Mit einer Stufe härterer Reifen wird der Aserbaidschan GP ein Ein-Stopp-Rennen bleiben. Für mehr strategische Variation ist der Verschleiß in der historischen Altstadt zu gering.
Das gleiche Spiel findet in Singapur statt, wo in diesem Jahr zum ersten Mal ein Sprint-Wochenende veranstaltet wird. Anders als der Baku City Circuit verlangt die Strecke an der Marina Bay den Pneus einiges ab. Selbst beim Nachtrennen sind die Temperaturen und damit auch der Reifenabbau sehr hoch. Dennoch wird Pirelli den C5 (Soft), C4 (Medium) und C3 (Hard) im Gepäck haben. Strategische Spannung dürfen wir uns davon aber nicht erhoffen. Obwohl der Verschleiß hoch ist, wird im Stadtstaat typischerweise ein Ein-Stopp-Rennen gefahren. Für alles andere ist das Überholen auf dem engen Straßenkurs zu schwierig.
Bahrain GP in Malaysia: Pirelli provoziert Strategie-Varianz
Der Bahrain Grand Prix wird dieses Jahr aufgrund der Kriegssituation im Persischen Golf nach Malaysia verlegt. Der Sepang International Circuit ist ein alter Bekannter der Formel 1: 19 Rennen wurden zwischen 1999 und 2017 nahe der Hauptstadt Kuala Lumpur ausgetragen. Pirelli, seit 2011 der exklusive Reifenlieferant der Königsklasse, kann also auf Daten aus der Vergangenheit zurückgreifen, um die Bedingungen einzuschätzen.
Der Asphalt auf der malaysischen Strecke wurde seit dem letzten Besuch der Formel 1 nicht erneuert und ist daher ziemlich grob. Dennoch entschieden sich die Italiener gegen die härteste Mischung. Sie schlagen stattdessen den Mittelweg ein: C2 als Hard, C3 als Medium, C4 als Soft. Pirelli rechnet damit, dass die Reifenbelastung auf einem mittleren Niveau sein wird und will mit ihrer Auswahl den Zeitunterschied zwischen einer Ein-Stopp- und einer Zwei-Stopp-Strategie verringern, um die Teams zu verschiedenen Taktiken zu motivieren.
Welche Reifen, wo zum Einsatz kommen, muss Pirelli laut Reglement frühestens zwei Wochen vor dem jeweiligen Rennwochenende bekanntgeben. Ein Limit, das die Italiener nur sehr selten ausreizen, meist erfolgt die Bekanntgabe bereits deutlich früher. In unserer Übersicht findet ihr alle bisher bekanntgegebenen Reifensätze für die Formel-1-Saison 2026.
Formel 1 2026: Die Reifen-Auswahl
| Rennen | C1 | C2 | C3 | C4 | C5 |
|---|---|---|---|---|---|
| Australien | Hard | Medium | Soft | ||
| China | Hard | Medium | Soft | ||
| Japan | Hard | Medium | Soft | ||
| Miami | Hard | Medium | Soft | ||
| Kanada | Hard | Medium | Soft | ||
| Monaco | Hard | Medium | Soft | ||
| Barcelona | Hard | Medium | Soft | ||
| Österreich | Hard | Medium | Soft | ||
| Großbritannien | Hard | Medium | Soft | ||
| Belgien | Hard | Medium | Soft | ||
| Ungarn | Hard | Medium | Soft | ||
| Niederlande | Hard | Medium | Soft | ||
| Italien | Hard | Medium | Soft | ||
| Spanien | Hard | Medium | Soft | ||
| Aserbaidschan | Hard | Medium | Soft | ||
| Bahrain (Malaysia) | Hard | Medium | Soft | ||
| Singapur | Hard | Medium | Soft |
Neue Reifenmischungen für F1-Saison 2026
Aufgrund der neuen Fahrzeuggeneration wurden 2026 auch neu konstruierte Pneus eingeführt. Zusätzlich verringerte sich das Angebot von sechs auf fünf verschiedene Mischungen, da die C6-Pneus aus dem Sortiment entfernt wurden.
Im Grundschema bleiben die Reifenregeln 2026 aber unverändert. Pro Wochenende liefert Pirelli jeweils drei der fünf Mischungen von Trockenreifen an die Strecke, wobei C1 die härteste Mischung ist und C5 die weichste. Je nach Streckencharakteristik bleibt damit also Spielraum für weichere und härtere Varianten.
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Formel 1 2026: Wie viele Reifen hat ein Fahrer pro Wochenende?
Die Reifenverteilung unterscheidet sich in der Formel 1 je nach Rennwochenende-Format. Sprich: An Sprint-Wochenenden gibt es jeweils einen Satz weniger als bei Grands Prix mit normalem Format. Unabhängig vom Format gilt bei den Trockenreifen nur, dass immer zwei Mischungen an harten Reifen geliefert werden.
An Wochenenden mit einem 'normalen' Format gibt es drei Sätze an Mediums und acht an Softs. Bei Sprint-Wochenenden erhält jeder Fahrer vier gelb markierte Medium-Sätze und sechs rot markierte weiche Reifensätze. Logisch, denn im Sprint-Qualifiying ist in SQ1 und SQ2 ja auch die Verwendung von Mediums vorgeschrieben.
Auf der anderen Seite stehen bei Sprints für den Fall der Fälle mehr Regenreifen zur Verfügung: sechs Mischungen an Intermediates und zweimal Full-Wets. Bei einem gewöhnlichen GP-Format sind es fünf Intermediate-Sätze und zwei Regenreifen. Für Wochenenden, an denen Pirelli zusätzliche Neuentwicklungen austestet, gilt nochmal ein anderer Verteilschlüssel. Hier die Übersicht:
| Reifen | Standard | Sprint | ICTT* |
|---|---|---|---|
| Hard | 2 | 2 | 2 |
| Medium | 3 | 4 | 3 |
| Soft | 8 | 6 | 7 |
| Intermediates | 5 | 6 | 5 |
| Regenreifen | 2 | 2 | 2 |
*ICTT: In Competition Tyre Testing = Reifentest im Rahmen eines GP-Wochenendes.
Die aktuell gültigen Reifenregeln der Formel 1 könnt ihr hier nachlesen:



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