Die Formel 1 sieht sich 2026 einem radikalen Umbruch ausgesetzt. Dieser betrifft sowohl das Chassis als auch die Motoren und macht auch vor den Reifen nicht Halt. Konstant dabei bleibt, dass weiterhin 18-Zoll-Reifen zum Einsatz kommen und dass diese von Einheitslieferant Pirelli produziert und verteilt werden.

Die Maße der Gummis werden sich aber trotzdem ändern. Einhergehend mit den schmaleren Formel-1-Boliden werden auch die Reifen dünner. Die 18-Zoller schrumpfen hinten auf eine Breite von 375 Millimeter und verlieren damit 30 Millimeter zu ihren Vorgängern. Vorne verfügen die Reifen 2026 über eine Breite von 280 Millimeter, 2025 waren es noch 305 gewesen.

Damit einhergehend musste Pirelli natürlich vollkommen neue Pneus entwickeln, und zwar nicht nur "im Sinne einer einfachen Skalierung", wie Pirellis F1-Chef Mario Isola betonte: "Es galt, die Kontaktfläche zu optimieren und dabei auch das neue Profil und dessen Auswirkungen zu berücksichtigen."

Gleichzeitig verfolgte der Reifenkonstrukteur das Ziel, die Unterschiede zwischen den Reifen größer und konsistenter zu gestalten, um strategisch interessantere Rennen zu erzeugen. 2025 war beispielsweise der Unterschied zwischen der C3- und der C4-Mischung minimal. Ob dieses Ziel gelungen ist, werden die nächsten Monate zeigen. Die Reifenkonstruktion war bereits im September 2025 homologiert worden. Am 15. Dezember erfolgte auch die Homologation der einzelnen Mischungen.

2026 gibt es wiederum nur noch fünf verschiedene Trocken-Sätze. Der ultraweiche C6-Reifen, der für Stadtkurse und Strecken mit äußerst geringer Reifenbelastung eingeführt wurde, wird nicht zurückkehren. Er erntete von den Fahrern viel Kritik, da er aufgrund seiner extremen Weichheit ein instabiles Fahrgefühl vermittelte. Nicht selten erwies sich sogar der härtere C5-Reifen auf eine Runde als schneller. Für anfänglich erhoffte zusätzliche strategische Optionen im Rennen sorgte der C6 nicht.

Formel 1 2026: Das sind die Reifenregeln

Bei der Reifenverteilung an den Wochenenden ändert sich in der Formel-1-Saison 2026 verglichen mit den Vorjahren nichts. Bei 'normalen' GPs stehen nach wie vor 13 Sätze an Trockenreifen zur Verfügung. Jeweils acht Soft-Sätze, dreimal die Mediums und zwei harte Reifensätze. Dazu kommen fünf Intermediate- und zwei Wet-Sätze.

An Rennwochenenden mit einem Sprintrennen sind es nur noch zwölf Slicks (6x Soft; 4x Medium; 2x Hard) und jedenfalls unter normalen Umständen ebenfalls fünf Inters sowie zwei Wets. Falls aber an einem Sprint-Wochenende das Training oder das Sprint-Qualifying verregnet ist, kann ein weiterer Intermediate-Satz dazukommen. Eine weitere Ausnahme bei der Regenreifen-Verteilung bildet Monaco. Dort stehen drei Sätze der Wets zur Verfügung.

Obwohl im letzten Jahr Änderungen daran debattiert wurden, bleibt die Pflicht erhalten, zwei verschiedene Reifenmischungen pro Rennen zum Einsatz zu bringen. Der Konsens im Fahrerlager lautete, dass ein weiterer verpflichtender Boxenstopp zu einheitlichen Strategien führen würde. Das Ziel ist es jedoch für Pirelli und für die Formel 1, Rennen mit unterschiedlichen realistischen taktischen Varianten herbeizuführen. Die Ausnahme-Regelung für den Monaco-GP bleibt trotz Kritik beim Debüt weiterhin bestehen, dort müssen drei verschiedene Sätze und zwei verschiedene Mischungen aufgesteckt werden.