Die Formel 1 hat in den letzten vier Wochen eine Zwangspause eingelegt, welche erst am kommenden Wochenende mit dem Miami-GP enden wird. Viel Zeit zum Nachdenken für die Piloten und vor allem für einen Fahrer: Andrea Kimi Antonelli. Der Mercedes-Pilot war die große Story des Saisonstarts und liegt mit zwei Siegen aus drei Rennen in WM-Führung.
Obwohl der W17 das schnellste Auto ist, hatte diese Entwicklung kaum jemand auf der Rechnung, denn Teamkollege George Russell galt und gilt als Topfavorit auf den WM-Titel. Doch Antonelli hat nun Blut geleckt und ist heiß auf seine Titelchance. Er gab bei einem Pressetermin während der Formel-1-Pause zu, dass die ersten drei Grands Prix seine Erwartungen übertroffen haben.
Kimi Antonelli mit höheren Erwartungen und altem Mindset
"Es war definitiv ein sehr starker Start in die Saison", sagte Antonelli, der gleichzeitig auch seine Ziele für die weitere Saison nach oben schraubt. "Die Erwartungen sind automatisch jetzt ein bisschen andere", ist er überzeugt. Welche Ziele das sind, ist klar: Es geht um die Weltmeisterschaft. Auch wenn Antonelli das Wort 'Titel' vermied, ließ er das später deutlich durchklingen: "Ich versuche auf dem Boden zu bleiben und versuche mich auf das ultimative Ziel zu konzentrieren."
Grundsätzlich will Antonelli nichts an seinen bewährten Abläufen ändern: "Ich werde dasselbe Mindset behalten, das ich in den ersten drei Rennen hatte. Ich werde mich darauf fokussieren, was ich zu tun habe und mich in die beste Position bringen und dann das bestmögliche Ergebnis holen." Um bereits jetzt an die Weltmeisterschaft zu denken, sei es noch zu früh. "Ich will nicht zu viel Fokus auf meine Erwartungen legen oder auf mein Endresultat", behauptet Antonelli.
Damit hält er sich an die Linie seines Teams, das seit dem Formel-1-Saisonstart in Australien trotz der drückenden Überlegenheit versucht, sich selbst etwas kleiner zu reden und vor der Konkurrenz zu warnen. Dabei steht vor allem McLaren im Fokus, die mit derselben Antriebseinheit ausgestattet sind wie das Mercedes-Werksteam und in Form von Oscar Piastri in Japan auch die Einzigen waren, die über einen kompletten Stint den Silberpfeilen im Kampf um den Sieg die Stirn bieten konnten.
Formel 1 in Miami: Reist Antonelli als Favorit in die USA?
Trotz des Hypes um den erst 19-Jährigen, der als erster Italiener seit Alberto Ascari zwei Rennen in Folge gewinnen konnte, spüre dieser nicht mehr Druck als noch zu Saisonbeginn, betont er. "Ich fühle denselben Druck, den ich zu Beginn der Saison gefühlt habe. Ich fühle nicht mehr", so seine Worte. Behauptet der WM-Führende jedenfalls, wie es dann in seinem Inneren tatsächlich aussieht, weiß wohl nur er selbst.
Für das kommende Formel-1-Wochenende in Miami spricht auch einiges für den Youngster. Im Vorjahr war es das erste Rennwochenende seiner Karriere, in dem er der schnellere Mercedes-Pilot war und George Russell vor allem auf eine Runde im Griff hatte, auch wenn er damals aus seiner Pole für das Sprint-Rennen und seinem dritten Startplatz im Rennen aus mehreren Gründen nicht viel Zählbares machen konnte.
Antonellli liegt vor dem ersten US-GP der Formel-1-Saison in der Meisterschaft neun Punkte vor George Russell. So sieht der WM-Stand aus:



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