Seinen Vertrag hat Charles Leclerc bei Ferrari für mehrere Jahr verlängert. War das die richtige Entscheidung? Schließlich bekam Leclerc von der Scuderia in bislang acht Jahren kein einziges Formel-1-Auto, das über eine gesamte Saison titelfähig war. Experte Christian Danner glaubt: Bessere Optionen als Ferrari gibt es für Leclerc aktuell nicht.

+++ Liveticker: Der Formel-1-Freitag in Barcelona +++

"Dort weiß er, wie die Welt läuft und kann sich im Ernstfall mit seinen fundamentalen Bremsproblemen und mit all den Dingen, über die er sich beschwert, durchsetzen", erklärt Danner. Bei der Scuderia ist Leclerc seit 2019, seit einem Jahrzehnt ist er Teil des Ferrari-Fahrerkaders. "Das ist ein familiäres Element, ein Wohlfühlgedanke, der mitschwingt", so Danner.

McLaren? Red Bull? Mercedes? Danner: Bei Ferrari zu bleiben, ist nicht doof

In der aktuellen Königsklasse gehört Ferrari zu den vier Top-Teams. Realistische Optionen für Leclerc wären abgesehen von Ferrari daher derzeit nur Red Bull, Mercedes oder McLaren. "Aber was macht denn Sinn?", fragt Christian Danner.

Denn auch wenn Leclerc immer wieder am Funk mit Frustrationen auffällt und Ferrari seit 2008 keinen Titel gewonnen hat: konkurrenzfähiger als sie ist derzeit nur ein Team. Mit 165 Punkten steht die Scuderia auf Platz zwei in der Konstrukteurs-Weltmeisterschaft. Trotz Bremsproblemen mit Ferrari-Partner Brembo.

"Ferrari ist momentan besser als McLaren. Will er da zu McLaren gehen? Nein”, findet Danner. "Mercedes ist besser, dort ist aber Kimi Antonelli auf die nächsten Jahre gebunden und wird zum neuen Hamilton ausgebildet. Ist er da gut aufgestellt? Ich weiß es nicht."

Meisterschafts-PlatzierungTeamPunkte
1Mercedes244
2Ferrari165
3McLaren119
4Red Bull72

Bleibt nur noch die Option Red Bull. Dort sitzt allerdings Max Verstappen im Cockpit - und selbst der vierfache Weltmeister kämpft immer wieder mit Problemen. Von den vier Top-Teams sieht Red Bull aktuell am schwächsten aus. "Wenn ein Verstappen da in der Art und Weise, wie er Probleme hat, lebt und sich nicht durchsetzen kann, wie soll der Charles das können? Ganz doof war es nicht, bei Ferrari zu bleiben", ist der Experte überzeugt.

Holt Ferrari den Rückstand zu Mercedes auf?

Bleibt nur die Frage, ob Ferrari in der Lage ist, die Lücke zu Mercedes in den nächsten Rennen zu schließen. "So weit weg sind sie nicht", sagt Danner, erinnert sich aber auch an den Monaco GP. "Aber der Abstand, den Antonelli zu Hamilton rausgefahren hat in ein paar Runden, war natürlich erschreckend."

Einen Vorteil dürfte Leclerc bei Ferrari jedoch auf jeden Fall haben: "Ich glaube, das Geld spielt auch eine Rolle. Das war sicherlich ein ganz tolles Angebot."

Sergio Perez hätte eigentlich einen Punkt für Cadillac geholt. Doch wegen mehrerer falscher Starts wurde er bestraft. Wir haben darüber mit Christian Danner im folgenden Video gesprochen. Klickt euch rein!

Perez mit 3 Anfängerfehlern? Danner: Triple-No-Go! (06:05 Min.)