Die 'Additional Development and Upgrade Opportunities' (Zusätzliche Entwicklungs- und Upgrade-Möglichkeiten), kurz ADUO, sorgen seit Wochen für große Unruhe in der Formel 1. Welcher Motorenhersteller darf nachbessern, wer nicht?
Seit Monaco gibt es eigentlich Gewissheit. Eigentlich. Denn veröffentlicht hat der Automobilweltverband FIA die Ergebnisse der ersten Beobachtungsperiode (Rennen 1-5) noch immer nicht, nur die Hersteller wissen seit Monaco Bescheid. Und seither gibt es große Aufregung bei Red Bull: Der Newcomer Red Bull Powertrains hat nach der FIA-Analyse den stärksten Motor im Feld.
F1-Motoren: Red Bull besser als Mercedes?
Sogar Mercedes liegt mehr als 2 Prozent dahinter und erhält deshalb zusätzliche Entwicklungskapazitäten. Ferrari, Audi und Honda erhalten noch mehr Zugeständnisse, weil sie mehr als 4 Prozent hinter dem Klassenprimus liegen. Wie viel genau, das wissen nur die jeweiligen Hersteller selbst.
Was aber an jeden Motorenhersteller kommuniziert wurde: Eine Liste, auf der zu sehen ist, wer Zusatz-Kapazitäten erhält und wer nicht. Nach viermal 'Yes' steht bei Red Bull Powertrains als letztem Namen in der Liste 'No'. Bei Red Bull blickte man überrascht auf das Dokument. Damit hatte man selbst nicht gerechnet. Einerseits ist die Einstufung für Red Bull ein Kompliment. Als Newcomer das Feld anzuführen, ist eine herausragende Leistung.
Auf der anderen Seite bringt die Einstufung Nachteile - vor allem für 2027. Dass man eine gute Antriebseinheit gebaut hatte, wusste man in Milton Keynes. Dass Mercedes aber mehr als 2 Prozent zurückliegen soll, das will man nicht so recht glauben. Hat Mercedes vielleicht die ersten fünf Rennen noch nicht alles gezeigt? Sind die Parameter für die Messung nicht gut genug?
F1-Diskussionsstoff: Parameter für ADUO-Bemessung
Über die Messparameter gab es im Vorfeld viele Diskussionen. Während die Hersteller nur ihre eigenen Werte und von der Konkurrenz lediglich GPS-Daten zur Verfügung haben, hat die FIA deutlich mehr Informationen. Sie kann auf Drehmomentsensoren an der Kurbelwelle zurückgreifen.
Wichtig: Für die ADUO-Einstufung wurde lediglich die Verbrenner-Leistung berücksichtigt. Selbst die Betriebsparameter wie Kühlbedarf oder Einbaugröße werden nicht beachtet. So kann ein Motor für die Gesamtfahrzeugperformance theoretisch nachteilig, trotzdem aber laut dem ADUO-Verfahren die Benchmark sein. Auch die Batterie, ein maßgeblicher Performance-Treiber der gesamten Power Unit, ist für die Einstufung irrelevant.
Trotzdem kann Red Bull das Ergebnis der FIA nicht nachvollziehen. Die Österreicher bemängeln die Transparenz des Automobilweltverbandes und forderten eine erneute Überprüfung. Die FIA hat umgehend damit begonnen, die Werte noch einmal zu analysieren. Deshalb gibt es bis heute noch keine offizielle Kommunikation. Zwischen sieben und zehn Tagen soll es dauern, bis die Daten erneut überprüft sind. An den Parametern ändert sich aber nichts. Es ist eine reine Kontrolle.
Für Red Bull ist die Einstufung besonders in Hinblick auf 2027 bitter. Denn mit der Anhebung des Benzinflusses um fünf Prozent kommen keine komplett neuen F1-Motoren. Die Antriebseinheiten bleiben homologiert und dürfen rein aus Zuverlässigkeitsgründen verstärkt werden. Im Gegensatz dazu dürfen alle Hersteller, die Zugeständnisse bekommen haben, nicht nur 2026 mindestens ein Update bringen, sondern auch 2027.
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