Seit Jahren wird in der Formel 1 über die Frage spekuliert, wie lange Fernando Alonso dem Sport noch erhalten bleiben wird. Der zweifache Weltmeister, dessen Ausspruch "Alter ist nur eine Zahl" inzwischen schon Kultstatus erlangt hat, schien in den letzten Jahren dem Alterungsprozess keinerlei Tribut zu zollen. Trotz überwiegender Erfolglosigkeit waren seine Ambitionen und sein Tatendrang seit seinem Comeback 2021 ungebrochen. Nach wie vor ist er der schnellere Fahrer bei Aston Martin.

Doch 2026 könnte nun tatsächlich der Endspurt in der Formel-1-Karriere von Fernando Alonso angebrochen sein, vollkommen unabhängig von allen Spekulationen. Denn der Asturier sprach nun selbst von einem möglichen Karriereende. "Ich betrachte jedes Rennen in diesem Jahr so, dass es möglicherweise mein letztes dort sein könnte", sagte Alonso. "Mein letztes in Australien, in China oder mein letztes Mal in Monaco…", zählte er auf.

Fernando Alonso vor "wahrscheinlich letztem" Formel-1-Rennen in Barcelona

In Barcelona gilt dies erst recht. Alonso bezeichnete es als "wahrscheinlich", dass er an diesem Wochenende sein letztes Formel-1-Rennen auf dem Kurs fahren werde. Die Strecke in Katalonien rotiert in den nächsten Jahren mit Spa und pausiert dementsprechend in der kommenden Saison, ehe sie 2028 wieder zurückkehrt. "Ich weiß nicht, was ich nächstes Jahr mache. Es ist also fast unmöglich zu sagen, was ich in zwei Jahren tun werde", erklärte Alonso.

Mit der Strecke, auf der der dienstälteste F1-Fahrer zweimal gewinnen konnte, verbindet er viele Erinnerungen, wie seinen ersten Formeltest überhaupt im Jahr 1994 oder seinen bislang letzten Grand-Prix-Sieg 2013. Der aktuelle Vertrag von Alonso läuft am Ende dieser Saison aus. Eine mögliche Verlängerung liegt in seiner Hand. "Nach dem Sommer werde ich eine Entscheidung treffen, ob ich weitermache oder nicht", nannte er eine Deadline.

Aston Martin erwischte einen mehr als enttäuschenden Start in die neue Regelära der Formel 1, bei dem sich vor allem der neue Motor von Exklusivausstatter Honda als klar unterlegen erwies. Der erste Punkt von Alonso in diesem Jahr am vergangenen Wochenende in Monaco kam nur aufgrund von Strafen, Fehlern und Defekten der Konkurrenz zustande.

Fernando Alonso: "Bin mit meiner Karriere im Reinen"

Noch im letzten Jahr hatte Alonso in einem Interview auf der Aston-Martin-Webseite betont, dass ein Rücktritt aus der Formel 1 wahrscheinlicher sei, falls Aston Martin schnell ist. Damals war es aber noch kaum absehbar, wie viele Probleme sein Team und der Motor in der Formel-1-Saison 2026 haben würden.

Der Gedanke an ein potenzielles Formel-1-Aus belaste ihn nicht, behauptet Alonso. Vielmehr schmerze ihn die aktuelle sportliche Situation. "Das Härteste ist, dass wir keine Rennen gewinnen und nicht konkurrenzfähig sind. Falls es das letzte oder nicht das letzte [Jahr] ist, macht nicht viel aus. Ich bin mit meiner Karriere und meinem Leben im Reinen", erklärte er.

Privat hat sich seit dem Ende der letzten Saison doch einiges bei Alonso geändert. Der 31-fache Grand-Prix-Sieger wurde im März erstmals Vater. Ob dieser Gedanke bei den Überlegungen über einen potenziellen Formel-1-Rücktritt eine Rolle spielt, weiß wohl nur er selbst. An seinen sportlichen Fähigkeiten zweifelt er jedenfalls nach wie vor nicht, wie er schon in Kanada betont hatte.