Das Auf und Ab von Red Bull in der Formel 1 geht in den ersten Rennen der Saison 2026 auch mit komplett neuem Reglement weiter, und immer noch scheint die Gesamt-Tendenz eher "Ab" als "Auf" zu sein, mit einem an den letzten zwei Wochenenden nur mehr im Mittelfeld kämpfenden Max Verstappen. Die Konkurrenz hütet sich jedoch vor reaktionären Aussagen.
Der Trend bei Red Bull ist sicherlich kein guter. Seit 2024 befindet sich das Team in einem kontinuierlichen Abschwung, nachdem es 2023 eine der dominantesten F1-Saisons aller Zeiten geliefert hatte. Ein kurzes Aufbäumen am Ende von 2025 mit einer Handvoll Siege durch Max Verstappen mutet nach dem Start in die neue Saison wie ein Strohfeuer an, womöglich nur durch eine nicht nachhaltige Update-Strategie erkauft:
Nun befindet sich Red Bull zu Beginn von 2026 in einem kritischeren Zustand denn je. Der Personal-Exodus der letzten drei Jahre hört nicht auf, und das Fahrer-Feedback zum neuen 2026er-Auto klingt genauso schlimm wie an den schlimmsten Wochenenden der letzten Jahre. Der erste selbst gebaute Motor ist auch nicht daran schuld - es scheint fast ausschließlich ein Chassis-Problem.
Zak Brown mit klarer Red-Bull-Einschätzung
Diese Indizien verlocken dazu, Red Bulls endgültigen Niedergang für die unmittelbare Zukunft vorauszusagen. Aber nicht für McLarens Motorsport-CEO Zak Brown: "Es wäre sehr dumm, Red Bull abzuschreiben."
Brown hat mehrere Gründe für diese klare Ansage. Zuerst einmal die Natur eines neuen technischen Reglements. Im ersten Jahr wird noch viel experimentiert. Es ist viel einfacher, dann einen plötzlichen Durchbruch zu erzielen und einen großen Sprung zu machen: "Es wird sich auf Dauer zusammenschieben, nicht auseinanderziehen. Und wir wissen, wie schnell sich dieser Sport ändern kann, wie schnell Leute wettbewerbsfähig werden - oder nicht."
Browns zweiter wesentlicher Punkt hierbei ist, dass er nicht an einen vollständigen "Brain Drain" bei Red Bull glaubt, nur weil das Team in den letzten Jahren den Großteil seines technischen Managements plus seines Langzeit-Teamchefs Christian Horner verloren hat.
Warum Zak Brown an Red Bulls Team glaubt
"Ich schätze Laurent", hält Brown in Bezug auf den neuen Teamchef Laurent Mekies hier fest. "Ich denke, er macht sehr gute Arbeit. Er ist technisch, er ist jung, und er muss jetzt Ersatz für die verlorenen Leute neu aufbauen. Und da habe ich keinen Zweifel daran, dass er es schafft."
Solche Umbauten brauchen manchmal etwas Zeit, erst recht für jemanden wie Mekies, der gerade erst ins Team geholt wurde und sich einen Überblick verschaffen muss. Brown kennt das selbst auch, als er 2017 die ans Ende des Feldes abgestürzte und dahinsiechende Formel-1-Abteilung von McLaren übernommen hatte.
Browns Reorganisation über mehrere Jahre hinweg bestand aus vielen Stufen. Einerseits kamen neue Leute ins Team. Andererseits sind mehrere Köpfe hinter den erfolgreichen Autos der letzten Jahre Teammitglieder wie Teamchef Andrea Stella, und mit Aero-Direktor Peter Prodromou, Ingenieurs-Direktor Neil Houldey und Performance-Direktor Mark Temple drei der vier Technik-Chefs schon viel länger dabei und waren auch an den Pleiten-Boliden der 2010er beteiligt.
Nur war McLarens Struktur damals eine andere, die Genannten hatten andere Arbeitsbereiche, andere Verantwortungsbereiche, und so weiter. Gutes Personal kann durch so eine nicht optimierte Umgebung untergraben werden.
"So wie McLaren damals eine große Masse an Talent hatte, das nur freigesetzt werden musste, ist das vermute ich bei Red Bull jetzt auch der Fall", mutmaßt Brown und verweist darauf, dass viele aus der zweiten Red-Bull-Reihe am dominanten Auto von 2023 beteiligt waren. "Sie waren bis vor nicht allzu langer Zeit sehr dominant. Das zeigt, dass dort viel Talent vorhanden ist. Er muss das nur neu ordnen."



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