Jüngster Pole-Sitter, zweitjüngster Rennsieger, jüngster Fahrer mit einer schnellen Runde, mit Führungsrunden, einem Hattrick und jüngster Fahrer, der seine ersten zwei Siege hintereinander einfuhr. Kimi Antonellis Rekordliste wird immer länger, in Japan folgte der nächste Eintrag: jüngster Fahrer, der die WM anführt. Wer findet sich noch auf dieser Liste wieder und kann der Mercedes-Junior aus ihnen Hoffnung auf den Titelgewinn schöpfen? Die zehn jüngsten WM-Spitzenreiter der Formel-1-Geschichte.
Platz 10: Charles Leclerc
Charles Leclerc war mit 24 Jahren, 5 Monaten und 4 Tagen das erste Mal an der WM-Spitze. 2022 gewann er den F1-Saisonauftakt in Bahrain und zuerst sah es so aus, als wäre es endlich sein Jahr. Doch nach fünf Rennen, davon zwei Siege und zwei Podien, ging es bergab. Beim Spanien GP gab Leclercs Ferrari aufgrund eines technischen Defekts in Führung liegend auf. Der Monegasse musste zusehen, wie Max Verstappen mit dem Sieg und der WM-Führung davonfuhr. Davon erholte er sich nicht und musste sich für die restliche Saison nach hinten verteidigen. Bis zum Finale kämpfte er mit Sergio Perez um den Vize-Titel, den Leclerc am Ende mit nach Hause nahm. Bis heute ist das sein bestes Saisonergebnis.

Platz 9: Oscar Piastri
Es war genau zwei Wochen nach seinem 24. Geburtstag, als sich Oscar Piastri 2025 an die WM-Spitze beförderte. Nach einem enttäuschenden Saisonauftakt bei seinem Heim-GP holte er auf seinen Teamkollegen und WM-Leader Lando Norris auf, bis er ihn mit dem Sieg in Saudi-Arabien überholte. Für 15 Rennen hielt er die Position, dann holte ihn Performance-Tief in der zweiten Saisonhälfte ein. In Mexiko verlor er Platz eins an Norris, in Katar den zweiten an Max Verstappen. Damit hält Piastri den unbeliebten Rekord für die längste Zeit als WM-Führender, ohne den Titel zu holen. Tatsächlich ist er der einzige Fahrer in der F1-Geschichte, der die Tabellenführung für 15 Rennen oder mehr innehatte und dem der Titel durch die Finger glitt.

Platz 8: Max Verstappen
Kimi Antonelli und Max Verstappen treffen sich auf den meisten Alters-Rekordlisten. Der Red-Bull-Pilot führte die Weltmeisterschaft das erste Mal im Alter von 23 Jahren, 7 Monaten und 23 Tagen an, nachdem er 2021 den Monaco GP gewann. Die Formel-1-Saison 2021 muss nicht viel nacherzählt werden. Verstappen gab die Spitzenposition zweimal kurz ab, bevor er sich nach dem kontroversen Finale in Abu Dhabi zum Weltmeister krönte. In den drei Jahren darauf konnte er seinen Titel verteidigen, dabei hatte er von Mai 2022 bis zum Saisonauftakt in Australien 2025 den ersten Tabellenplatz inne.

Platz 7: Fernando Alonso
Fernando Alonso brauchte drei Saisons, bis er die WM-Spitze erreichte. Ab seinem Sieg in Malaysia 2005 führte er das Feld an und gab die Position nicht mehr her. Damals war er 23 Jahre, 7 Monate und 22 Tage alt. Mit insgesamt sieben Siegen und konstanten Top-3-Ergebnissen war ihm der Titel am Ende nicht zu nehmen. Im Jahr darauf gelang ihm die fast perfekte Wiederholung. Gegen Saisonende schnappte sich Michael Schumacher einmal den ersten Platz, ansonsten führte nur Alonso. 2010 sah es kurz vor Saisonfinale so aus, als würde er sich seinen dritten Titel holen, im letzten Rennen setzte sich aber Sebastian Vettel durch. Auch 2012 führte der Spanier die WM-Wertung für einen Großteil der Saison an, schrammte dann aber knapp am Titel vorbei.

Platz 6: Robert Kubica
Robert Kubica gewann in seiner Karriere nur ein Formel-1-Rennen. Beim Großen Preis von Kanada 2008 stand er im Alter von 23 Jahren, 6 Monaten und einem Tag das einzige Mal auf dem obersten Podestplatz – und dieser eine Sieg brachte ihm die WM-Führung ein. Zumindest für ein Rennen, denn schon beim nächsten Grand Prix musste er für Felipe Massa weichen. Kubica gewann den Titel 2008 verständlicherweise nicht und seine Formel-1-Karriere war nach einem Rallye-Unfall im Jahr 2011 vorbei. Er gab ein kurzes, aber erfolgloses Comeback 2021, seither tritt er in der WEC an. Dort gewann er 2025 mit Ferrari die legendären 24 Stunden von Le Mans.

Platz 5: Kimi Räikkönen
Kimi Räikkönen gewann seinen ersten und einzigen WM-Titel 2007 mit Ferrari, das erste Mal an der Tabellenspitze war er aber schon 2003. Beim Saisonstart in Australien fuhr er auf den dritten Platz, mit seinem ersten Sieg in Malaysia bugsierte er sich auf Platz eins. Zu diesem Zeitpunkt war er 23 Jahre, 5 Monate und 6 Tage alt. Diese Position hielt der McLaren-Pilot bis zum achten Saisonrennen in Kanada, dann übernahm Michael Schumacher. Räikkönen blieb ihm dicht auf den Fersen, auf den Titel fehlten ihm schließlich nur zwei Punkte. Der Finne verließ die Formel 1 2021 nach 349 Rennstarts und 21 Siegen.

Platz 4: Sebastian Vettel
Sebastian Vettel ist ein besonderer Kandidat. Der heute Vierfach-Weltmeister übernahm die WM-Führung zum ersten Mal im gleichen Rennen, in dem er auch den Titel gewann. In der Formel-1-Saison 2010 kämpften vier Fahrer um die WM-Krone. Mark Webber wechselte sich mit Fernando Alonso und Lewis Hamilton an der Spitze ab, Vettel hielt sich über die Saison hinweg in den Top-5. Vor dem Saisonfinale in Abu Dhabi trennten ihn 15 Punkte vom WM-Leader Alonso. Im Rennen profitierte er von den zu frühen Boxenstopps seiner Titelrivalen, die dadurch im Feld zurückfielen. Der Red-Bull-Pilot setzte sich mit dem Sieg mit vier Punkten Vorsprung gegen Alonso durch und krönte sich mit 23 Jahren, 4 Monaten und 11 Tagen zum bis heute jüngsten Formel-1-Weltmeister.

Platz 3: Bruce McLaren
Bruce McLaren ging nach seinem ersten Sieg im Saisonfinale 1959 mit gestärktem Rücken in sein zweites Formel-1-Jahr 1960. Er ließ dem ersten gleich den zweiten folgen und platzierte sich mit seinem Sieg beim ersten Rennen in Argentinien auf Platz eins in der WM-Wertung. Mit 22 Jahren, 5 Monaten und 8 Tagen war er lange Zeit der jüngste WM-Leader. Er hielt sich bis zum sechsten Lauf in Frankreich an der Spitze, bis sich sein Teamkollege Jack Brabham gegen ihn durchsetzte. McLaren kam in diesem Jahr nicht mehr aufs Siegerpodest, er wurde Vizeweltmeister. Mit Cooper gewann er in den Folgejahren nur noch einen Grand Prix, bevor er 1966 mit seinem eigenen Team an den Start ging. Der Rest ist Geschichte.

Platz 2: Lewis Hamilton
Lewis Hamilton ist mit sieben Fahrertiteln Co-Rekordweltmeister in der Formel 1. Alle Größen fangen einmal klein an, aber Hamilton war nie jemand für halbe Sachen. Bereits in seiner Debütsaison war er Anwärter auf den Titel, die WM-Wertung führte er noch vor seinem ersten Sieg an. Als er beim Spanien GP auf den zweiten Platz fuhr, war er 22 Jahre, 4 Monate und 6 Tage alt. Es war sein vierter Podestplatz in Folge in so vielen Rennen. Damit luchste Hamilton seinem Teamkollegen Fernando Alonso die Spitzenposition ab, der holte sie sich aber schon im nächsten Rennen wieder. Mit einem Sieg in Kanada drehte Hamilton die Lage erneut um und hielt sich bis zum Saisonfinale auf Platz eins. Dort verpasste er den Titel um einen Punkt.

Platz 1: Kimi Antonelli
Auf fünf Weltmeistern und vier Anwärtern, die teils sehr knapp am Sieg vorbeischrammten und teils weit davon weg waren, folgt Kimi Antonelli. Bisher konnte er seine Wochenenden besser maximieren als sein erfahrenerer Teamkollege George Russell. Nach drei Grands Prix liegt er mit neun Punkten Vorsprung vorne. Als er in Japan über die Ziellinie fuhr und sich den ersten Platz sicherte, war er 19 Jahre, 7 Monate und 4 Tage alt. Für die italienische Presse ist der Bologneser bereits sicherer Weltmeister, doch gerade einige seiner Vorgänger in dieser Liste zeigten, dass in der Formel 1 nichts sicher ist. Ob er seine Position verteidigen kann, werden wir nach dem Miami GP in einer Woche wissen.




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