788 Fahrer gingen bei einem Formel-1-Rennen an den Start. Nur 116 davon haben einen Grand Prix gewonnen, 82 waren mehr als einmal auf dem Siegerpodest. Und nur einem Bruchteil – in etwa 1,2 Prozent aller Fahrer – gelang dieses Kunststück beim ersten Mal direkt hintereinander. Seit dem Japan GP gehört Kimi Antonelli diesem illustren Club an. Wie lediglich neun andere F1-Piloten vor ihm schaffte es der Mercedes-Jungstar, auf seinen ersten Sieg in China gleich den zweiten folgen zu lassen. Wer reiht sich noch in dieser exklusiven Liste ein? Motorsport-Magazin.com hat einen Blick in die Geschichtsbücher geworfen.

F1-Experten packen aus: Wer ist arrogant, wer ist Kumpel? (10:14 Min.)
Fahrererster Siegzweiter bzw. dritter Sieg
Alberto AscariDeutschland 1951Italien 1951
Peter CollinsBelgien 1956Frankreich 1956
Bruce McLarenUSA 1959Argentinien 1960
René ArnouxBrasilien 1980Südafrika 1980
Nigel MansellEuropa 1985Südafrika 1985
Damon HillUngarn 1993Belgien 1993 – Italien 1993
Mika HäkkinenEuropa 1997Australien 1998 – Brasilien 1998
Lewis HamiltonKanada 2007USA 2007
Charles LeclercBelgien 2019Italien 2019
Kimi AntonelliChina 2026Japan 2026

1951: Alberto Ascari

Alberto Ascari fuhr beim ersten Großen Preis von Deutschland im Jahr 1951 auf der Nordschleife mit über 30 Sekunden Vorsprung auf Juan Manuel Fangio seinen ersten und Ferraris zweiten Formel-1-Sieg ein. Bei seinem Heim-Grand-Prix in Monza rund zwei Monate später stand der Weltmeistertitel auf dem Spiel. Sollte Fangio gewinnen, hätte Ascari keine Chance mehr. Aber der Alfa-Romeo-Pilot musste nach einem Motorschaden abstellen und Ascari fuhr zum zweiten Mal in Folge als Erster über die Ziellinie. Damit war er nach Fangio erst der zweite Pilot in der F1-Geschichte, der zwei Siege hintereinander gewann. Für den Titel reichte es 1951 nicht, dafür in den nächsten zwei Jahren.

Alberto Ascari siegte insgesamt 13-mal, Foto: Monza Circuit
Alberto Ascari siegte insgesamt 13-mal, Foto: Monza Circuit

1956: Peter Collins

In seinen ersten vier Saisons war Peter Collins nicht mit verlässlichem Material gesegnet. Das Blatt wendete sich, als Ferrari ihn 1956 verpflichtete. Mit dem mehrfachen Weltmeister Fangio als Teamkollegen war der Brite die zweite Geige bei der Scuderia, doch das änderte sich beim Großen Preis von Belgien. Collins lag auf Platz zwei hinter Fangio, als dieser wegen Problemen mit der Kraftstoffübertragung ausschied. Zum ersten Mal in seiner F1-Karreire übernahm Collins die Rennführung – und ließ sie nicht mehr los. Beim nächsten GP im französischen Reims war Ferrari der Konkurrenz überlegen und Collins holte sich seinen zweiten Karriere-Sieg sowie die WM-Führung. Am Ende reichte es nicht für den Titel, Collins wurde nur Saison-Dritter.

Peter Collins im Ferrari auf dem Nürburgring
Ab 1956 fuhr Peter Collins im Ferrari und siegte dreimal, Foto: IMAGO / Horstmüller

1959 – 1960: Bruce McLaren

Bruce McLaren ist ein spezieller Fall auf dieser Liste, denn er gewann seine ersten zwei Rennen zwar schon hintereinander, aber in verschiedenen Saisons. 1959 siegte er beim finalen Rennen in Sebring, nachdem seinem Teamkollegen Jack Brabham eine Kurve vor der Ziellinie der Sprit ausging. Ähnlich ging es beim Argentinien GP 1960 zu. McLaren fuhr eigentlich weit weg von der Spitze, doch dann kam es zum großen Favoritensterben. Sieben Piloten fielen durch technische Probleme aus und der junge Neuseeländer gewann überraschend. Es war der einzige Sieg für McLaren in diesem Jahr, er wurde Vizeweltmeister.

Bruce McLaren in einem Cooper
Bruce McLaren gewann insgesamt vier Rennen, Foto: IMAGO / Horstmüller

1980: René Arnoux

Der Brasilien GP 1980 hätte fast nicht stattgefunden. Die Fahrer, angeführt von Jody Scheckter, waren schockiert über die schlechten Streckenbedingungen in São Paulo. René Arnoux wird im Rückblick froh sein, dass sich die Piloten nach einer elfstündigen Besprechung dazu entschieden, das Rennen trotzdem durchzuführen. Nach dem Ausfall seines Teamkollegen war er der einzige Renault, der über die Ziellinie kam. Es war erst der zweite Sieg für das Kult-Team. Nach einer fünfwöchigen F1-Pause kamen die Franzosen gestärkt zurück und konnten sich im Südafrika-Rennen von der Konkurrenz absetzen. Jabouille schied erneut vor Arnoux aus, der dadurch den Sieg einfuhr.

Rene Arnoux auf dem Podium in Hockenheim
René Arnoux fuhr insgesamt sieben Siege ein, Foto: IMAGO / Panoramic by PsnewZ

1985: Nigel Mansell

Mit insgesamt 31 Siegen ist Nigel Mansell unter den Top-10 siegreichsten Piloten der F1-Geschichte. Seine ersten zwei kamen erst in seiner sechsten Saison, als er seinem späteren Erfolgsrennstall Williams beitrat. Beim Europa Grand Prix 1985 in Brands Hatch lag Mansell nach der Anfangsphase hinter Ayrton Senna auf Platz zwei. Sein Williams-Teamkollege, Keke Rosberg, hielt den Brasilianer nach einem Boxenstopp absichtlich auf, damit Mansell aufholen konnte. Der Plan ging auf und der Brite holte sich seinen ersten Siegerpokal. Nummer zwei folgte zwei Wochen später in Kyalami ohne Hilfe seines Teamkollegen. Mansell holte sich die Pole Position und musste sich nur kurz gegen Rosberg verteidigen.

Nigel Mansell und Alain Prost auf dem Podium
Nigel Mansell feierte seinen ersten Sieg und Alain Prost seine erste Weltmeisterschaft, Foto: IMAGO / ZUMA Press Wire

1993: Damon Hill

Damon Hill ist einer von nur zwei Formel-1-Piloten, die nicht nur ihre ersten zwei, sondern sogar ihre ersten drei Siege in Folge erzielten. In seiner ersten Saison mit Williams 1993 war er im Schatten seines Teamkollegen Alain Prost, aber ab dem Ungarn GP zeigte er sein Können. Viele Favoriten mussten aufgeben und Hill gewann seinen ersten Grand Prix. Beim nächsten Rennen in Spa verlor Prost bei den Boxenstopps die Führung und den Sieg an seinen Teamkollegen. Seinen dritten Sieg in Folge musste sich Hill hart erkämpfen. In Monza kollidierte er am Start mit Senna und fiel auf P9 zurück. Bis Runde zehn hatte er sich wieder aufs Podium vorgekämpft und durch die Ausfälle seiner zwei Vordermänner Prost und Michael Schumacher stand er schlussendlich auf dem Siegertreppchen.

Michael Schumacher, Damon Hill und Alain Prost auf dem Podium in Belgien 1993
Damon Hill auf dem Podium im Spa-Francorchamps 1993, Foto: IMAGO / ZUMA Press Wire

1997 – 1998: Mika Häkkinen

Mika Häkkinen musste lange auf seinen ersten Sieg warten – und gewann dann gleich dreimal in Folge. Auch bei ihm erstreckt sich die Serie über zwei Saisons. Der Europa GP 1997 ist bekannt für die Kollision zwischen Rivalen Schumacher und Jacques Villeneuve, wegen der Schumacher später von der WM disqualifiziert wurde. Häkkinen profitierte von einer Abmachung zwischen Williams und McLaren. Nach 96 Rennen ging er zum ersten Mal als Erster über die Ziellinie. Danach war der Knoten beim "Fliegenden Finnen" geplatzt. Im legendären McLaren MP4/13 gewann er die beiden ersten Rennen der Saison 1998. In Australien kamen nur er und sein Teamkollege David Coulthard in der finalen Runde über die Ziellinie, den Rest hatten sie überrundet. Ähnlich dominant trug es sich in Brasilien zu.

Mika Häkkinen weint auf dem Podium in Australien
Mika Häkkinen war in Australien zu Tränen gerührt, Foto: IMAGO / HochZwei/Ronco

2007: Lewis Hamilton

Lewis Hamilton ist der siegreichste Formel-1-Fahrer der Geschichte, daher ist es kein Wunder, dass er sich auf dieser Liste wiederfindet. Bereits in seiner Debüt-Saison konnte er aufs Siegertreppchen fahren. Beim Kanada GP 2007 holte er sich die Pole Position und gab die Führung nur während der Boxenstoppphase kurz ab. Der junge Brite holte sich an diesem Tag nicht nur seinen ersten Sieg, sondern auch die WM-Führung. Beim nächsten Rennen in Indianapolis verteidigte er diese mit einem zweiten Sieg. Er gewann in dieser Saison noch zweimal, am Ende verpasste er den Titel aber um einen Punkt.

Lewis Hamilton feiert seinen Sieg auf dem Podium
Das war Lewis Hamiltons erster von vielen Siegerpokalen, Foto: IMAGO / HochZwei

2019: Charles Leclerc

"Er gewann in Spa, er siegt in Monza!" waren die heute berühmten Worte des britischen TV-Kommentators David Croft, als Charles Leclerc beim Italien GP 2019 über die Ziellinie fuhr. Der Monegasse war in seinem ersten Ferrari-Jahr bereits beim Österreich-Rennen nur knapp am Sieg vorbeigeschrammt, die Genugtuung kam wenige Wochen später in Belgien. Er kontrollierte das Rennen souverän und verteidigte sich auf den letzten Metern gegen einen schnellen Hamilton. Auch eine Woche später in Monza musste sich Leclerc mit seinem heutigen Teamkollegen um den Sieg duellieren. Nach einigen knappen Manövern gewann der Ferrari-Pilot vor Hamilton und sorgte bei den Tifosi für Furore.

Leclercs Sieg in Monza war der zweite von bisher acht, Foto: Ferrari
Leclercs Sieg in Monza war der zweite von bisher acht, Foto: Ferrari

2026: Kimi Antonelli

Kimi Antonelli stach beim China GP 2026 zum ersten Mal seinen Teamkollegen George Russell aus, in Suzuka gelang ihm die Wiederholung. Dazu holte sich der junge Italiener noch die WM-Führung. Wenn man sich seine Vorgänger ansieht, muss das noch nichts für seine WM-Chancen heißen. Viele von ihnen waren nach ihren ersten Siegen in Folge an der Spitze der Fahrerwertung, nur Häkkinen holte im gleichen Jahr auch den Titel. Es bleibt also abzuwarten. Antonelli ist aber auf jeden Fall der jüngste Vertreter auf dieser Liste. Sowieso generell unter den GP-Siegern. Wer die 10 jüngsten Rennsieger der Formel 1 sind, könnt ihr hier nachlesen: