Am 25. August 2006 wurde Kimi Antonelli in Bologna geboren. Am 15. März 2026 stand er beim Großen Preis von China das erste Mal auf dem Siegerpodest. Im Alter von 19 Jahren und 202 Tagen ist der Mercedes-Pilot einer der jüngsten Rennsieger der Formel-1-Geschichte – eine Liste gespickt mit großen Namen des Sports. Wer schaffte es noch, im zarten Alter einen Grand Prix zu gewinnen und was wurde aus ihnen? Das sind die zehn jüngsten Formel-1-Sieger.

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Platz 10: Kimi Räikkönen

Mit 23 Jahren und 157 Tagen schafft es Antonellis Namensvetter, Kimi Räikkönen, noch auf die Liste der jüngsten GP-Sieger. Er feierte seinen ersten Formel-1-Sieg in seiner dritten Saison beim Großen Preis von Malaysia 2003. Durch die Startkollision zwischen Michael Schumacher und Jarno Trullli kam der McLaren-Pilot von Startplatz sieben auf vier, ein Überholmanöver gegen Nick Heidfeld und gute Boxenstopps brachten ihm den Sieg. Es war sein erster von insgesamt 21, sein letztes Rennen gewann er 2018 in Austin. 2007 holte er mit Ferrari seinen einzigen Weltmeistertitel, 2021 ging er als einer der erfahrensten Formel-1-Fahrer der Geschichte in Motorsport-Rente.

Rubens Barrichello, Kimi Räikkönen und Fernando Alonso auf dem Podium in Malaysia 2003
Kimi Räikkönen gewann 2003 vor Rubens Barrichello und Fernando Alonso, Foto: IMAGO / ZUMA Press Wire

Platz 9: Oscar Piastri

Oscar Piastri war bei seinem ersten Formel-1-Sieg 23 Jahre und 106 Tage alt. Der Große Preis von Ungarn 2024 ist ein wunder Punkt unter McLaren-Fans. Piastri knöpfte seinem Teamkollegen Lando Norris die Rennführung beim Start ab. Als die Zeit für die Reifenwechsel kam, holte die McLaren aber zuerst Norris an die Box. Als Piastri nach seinem Stopp wieder auf die Strecke zurückkam, war er hinter seinen Teamkollegen zurückgefallen. McLaren bat Norris, den Platz zurückzugeben. Nach mehreren Runden gab Norris nach und ließ Piastri vorbei. Die Stimmung am Podium war erwartungsgemäß gedrückt. Seither fuhr der Australier acht weitere Siege ein.

Oscar Piastri im Konfetti-Meer auf dem Podium beim Großen Preis von Ungarn 2024
Trotz der komischen Stimmung konnte sich Oscar Piastri am Podium freuen, Foto: IMAGO / NurPhoto

Platz 8: Lewis Hamilton

Lewis Hamilton war schon immer ein Ausnahme-Talent. Das bewies er bereits in seiner Rookie-Saison: Seine ersten fünf Formel-1-Rennen beendete er auf dem Podium, das sechste gewann er. Hamilton holte sich beim Großen Preis von Kanada seine erste Pole Position. Hinter ihm spielte es sich heftig ab, vor allem Robert Kubicas Horror-Crash blieb den meisten Fans in Erinnerung. Doch Hamilton hielt sich aus jeglichem Scharmützel raus und führte den Grand Prix souverän von Start bis Zieleinfahrt an. Heute ist er mit 105 Siegen und sieben Weltmeisterschaftstiteln der erfolgreichste Formel-1-Pilot der Geschichte. Bei seinem ersten Sieg in Montreal 2007 war er 22 Jahre und 154 Tage alt.

Lewis Hamilton auf dem Podium in Kanada 2007
Lewis Hamilton gewann bereits in seinem 1. Formel-1-Jahr in einem McLaren, Foto: IMAGO / HochZwei

Platz 7: Bruce McLaren

Bruce McLaren hätte den Großen Preis der USA 1959 nicht gewinnen sollen. Der Cooper-Pilot hatte das Rennen bis zur finalen Runde nicht einmal angeführt. Sein Teamkollege Jack Brabham hatte den Grand Prix in Sebring unter Kontrolle, bis ihm eine Kurve vor der Ziellinie der Sprit ausging. McLaren konnte die Führung gerade noch halten und gewann mit sechs Zehntel Vorsprung im Alter von 22 Jahren und 104 Tagen. Er bekam dafür nicht einen Pokal und Preisgeld, sondern auch Stück Land am Lake Sebring. Er gewann noch drei weitere Rennen, scheiterte aber mehrmals am WM-Titel. 1966 gründete er das F1-Team McLaren und trat damit bis zu seinem Tod 1970 selbst an. McLaren fuhr bis heute 23 Weltmeisterschaften und 203 Siege ein.

Bruce McLaren in einem Cooper
Bruce McLaren gewann drei Rennen in einem Cooper, Foto: IMAGO / Horstmüller

Platz 6: Troy Ruttman

Die meisten Fahrer auf dieser Liste sind große Namen der Formel-1-Geschichte. Doch nicht Nummer sechs. Troy Ruttman war eigentlich IndyCar-Pilot, zwischen 1950 und 1960 zählte die Indianapolis 500 aber zur F1-Weltmeisterschaft. 1952 gewann der US-Amerikaner das legendäre Oval-Rennen im Alter von 22 Jahren und 80 Tagen. Es war sein einziger Sieg im Rahmen der Königsklasse. In seiner Haupt-Rennserie holte er bei 49 Starts zwei Siege und vier Podien. Nach dem Ende seiner Motorsport-Karriere verkaufte er Motorräder und Schneemobile in Michigan. Bis heute ist Ruttmann der jüngste Sieger der Indy500.

Troy Ruttman 1958
Troy Ruttman trat nur bei zwei Grands Prix außerhalb der Indy500 an, Foto: IMAGO / Crash Media Group

Platz 5: Fernando Alonso

Als Fernando Alonso seinen ersten Grand Prix gewann, war ein Viertel des derzeitigen Formel-1-Felds noch nicht auf der Welt. Beim Großen Preis von Ungarn 2003 schaffte es der damalige Renault-Pilot, von der Pole Position eine komfortable Führung aufzubauen, die ihn unantastbar machte. Er gewann das Rennen mit über 16 Sekunden Vorsprung auf den Zweitplatzierten Kimi Räikkönen. Mit 22 Jahren und 26 Tagen brach Alonso den seit 1959 geltenden Altersrekord von Bruce McLaren und wurde damals der jüngste Grand-Prix-Sieger. 13 Jahre später und der Routinier ist immer noch in der Königsklasse unterwegs, jetzt mit 32 Siegen, zwei Weltmeistertiteln und als Rekordhalter bei Rennstarts (427).

Fernando Alonso auf dem Podium in Ungarn 2003
Fernando Alonso gewann in seinem ersten Renault-Jahr, Foto: IMAGO / ZUMA Press Wire

Platz 4: Charles Leclerc

Nach einem Jahr bei Sauber hatte Charles Leclerc 2019 die Chance, seinem Titel "il predestinato", der Vorherbestimmte, gerecht zu werden. Sein Moment kam beim Großen Preis von Belgien. Nachdem er das Rennen zum Großteil souverän kontrollierte, musste er sich auf der finalen Runde gegen einen schnellen Lewis Hamilton verteidigen. Eine gelbe Flagge rettete ihn über die Ziellinie und er wurde mit 21 Jahren und 320 Tagen der jüngste Ferrari-Sieger. Die Podiumsfeier war aus Respekt vor dem an diesem Wochenende verstorbenen Formel-2-Pilot Anthoine Hubert verhalten. Eine Woche später war die Party dafür umso größer: Leclerc gewann den Großen Preis von Italien vor tausenden Tifosi. Bis jetzt konnte er insgesamt acht GP-Siege feiern, 2024 gelang ihm das Monza-Wunder wieder.

Charles Leclerc vermacht seinen 1. Platz in Spa Anthoine Hubert
Charles Leclerc vermachte seinen ersten Sieg Anthoine Hubert, Foto: IMAGO / Eibner

Platz 3: Sebastian Vettel

Beim Großen Preis von Italien schaffte es Sebastian Vettel, in einem nassen Qualifying die Stammfahrer von Red Bull in einem Toro Rosso zu schlagen und wurde der jüngster Pole-Sitter der Formel 1 – bis Kimi Antonelli ihm diesen Titel in China wegschnappte. Bei feuchten Bedingungen in Monza machte Vettel keine Fehler und ging mit über zwölf Sekunden Vorsprung als Erster über die Ziellinie. Er war 21 Jahre und 73 Tage alt. Im darauffolgenden Jahr wurde er zu Red Bull Racing befördert, zwischen 2010 und 2013 holte Vettel vier WM-Titel. Nach einem langen Stint bei Ferrari und zwei Jahren bei Aston Martin verließ er die Formel 1 mit Ende 2022. Neben seinen WM-Titeln stehen ihm auch 53 Siege zu Buche.

Sebastian Vettel auf dem Podium in Italien
In Italien war Sebastian Vettel zum ersten Mal die Nummer 1, Foto: IMAGO / Crash Media/Peter J Fox

Platz 2: Kimi Antonelli

Die Kritik kam aus allen Ecken, als Toto Wolff 2025 entschied, als Nachfolger von Lewis Hamilton einen Teenager in einen Mercedes zu setzen. Kimi Antonelli machte sich in seinem Rookie-Jahr nicht immer positiv bemerkbar. Doch beim China GP zeigte er, was in ihm steckt. Nachdem er in Runde zwei seine Führung wieder zurückerlangt hatte, wurde Antonelli nichts mehr gefährlich. Mit einem Verbremser gegen Ende des Rennens verpasste er sich selbst und seinem Renningenieur einen kleinen Herzinfarkt, doch die Freude nach dem Zieleinlauf war groß. Mit 19 Jahren und 202 Tagen muss sich Antonelli auf der Altersliste der Sieger nur einem geschlagen geben. Sollte es 2026 zum WM-Titel kommen, wäre er aber mit Abstand der jüngste.

Kimi Antonelli bekommt eine Champagnerdusche
Für Kimi Antonelli gab es nach dem Sieg eine Champagnerdusche, Foto: IMAGO / PsnewZ

Platz 1: Max Verstappen

Nur ein Fahrer konnte ein Formel-1-Rennen vor seinem 20. Lebensjahr gewinnen – und sein Name ist Max Verstappen. Der Niederländer wurde 2016 mitten in seiner zweiten Saison von Toro Rosso zu Red Bull befördert. Bei seinem ersten Grand Prix mit dem Top-Team kollidierten die beiden Mercedes-Piloten Lewis Hamilton und Nico Rosberg miteinander. Verstappen übernahm im späteren Rennverlauf die Führung und verteidigte sich gegen erfahrene Piloten wie Kimi Räikkönen und Sebastian Vettel. Mit nur sechs Zehntel Vorsprung gewann Verstappen sein erstes Rennen und wurde im Alter von 18 Jahren und 228 Tagen zum jüngsten Rennsieger der Formel-1-Geschichte. Seinem ersten Sieg folgten 70 weitere sowie vier WM-Titel.

Red Bull ließ Max Verstappen nach seinem 1. Sieg hochleben, Foto: Red Bull
Red Bull ließ Max Verstappen nach seinem 1. Sieg hochleben, Foto: Red Bull

Die 10 jüngsten Formel-1-Sieger

FahrerSiegAlter
Max VerstappenSpanien 201618 Jahre, 228 Tage
Kimi AntonelliChina 202619 Jahre, 202 Tage
Sebastian VettelItalien 200821 Jahre, 73 Tage
Charles LeclercBelgien 201921 Jahre, 320 Tage
Fernando AlonsoUngarn 200322 Jahre, 26 Tage
Troy RuttmanIndianapolis 500 195222 Jahre, 80 Tage
Bruce McLarenUSA 195922 Jahre, 103 Tage
Lewis HamiltonKanada 200722 Jahre, 154 Tage
Oscar PiastriUngarn 202423 Jahre, 106 Tage
Kimi RäikkönenMalaysia 200323 Jahre, 157 Tage