Durch den Messfehler der ersten Zeitnahmeschleife wurden in Monaco insgesamt sechs Strafen für 'zu schnelles Fahren in der Boxengasse' verhängt. Alpine-Pilot Pierre Gasly war davon gleich zweimal betroffen und verlor dadurch sein insgesamt sechstes Karrierepodium. Daraufhin legte sein Team das Right of Review ein, dem die FIA wenige Tage später stattgab. Diese Entscheidung zieht nun einen Rattenschwanz nach sich, der schier endlos zu sein scheint.
"Ich hätte das, was die FIA gemacht hat, sicher nicht gemacht", stellt Formel-1-Experte Christian Danner in der neuesten Ausgabe des AvD Motorsport-Magazins klar. "Ich hätte gesagt, so war es halt, ist dumm gelaufen, nächstes Mal machen wir das besser. Aber es ändert nichts."
Entscheidung löst Protest-Lawine aus! FIA laut Danner unter Druck
Mit der Entscheidung gab die FIA ihren Fehler zu, erlöste jedoch nur einen von fünf Piloten von der Strafe. Laut Danner hat die Formel 1 damit einen großen Fehler begangen.
"Mit dieser höchst problematischen Entscheidung hat man ein Wort zutage gebracht, und das heißt 'unfair'. Und es ist meiner Meinung nach auch total unfair und absurd", so der Formel-1-Experte. "Man bestraft George Russell, sodass er vom dritten Platz zurückgeworfen wird und einem anderen [Gasly], der nur Dritter werden kann, wenn ein anderer nicht mehr da ist, erlässt man diese Strafe."
Die FIA hat Danner zufolge damit die 'Büchse der Pandora' geöffnet. "Es führt im nächsten Schritt unweigerlich zum Gegenprotest und zum nächsten Right of Review. Das zieht jetzt große Kreise", ist er sich sicher und behält damit Recht.
Mercedes hat bereits kurz darauf ein Right of Review gegen das neue Ergebnis eingereicht. McLaren hing sich am Dienstag um 15:42 Uhr mit einer Notification of Appeal an. Auch Red Bull soll – wie in Barcelona bereits angekündigt – Schritte eingeleitet haben. Offiziell ist zu diesem Zeitpunkt weder von der FIA noch Red Bull etwas bekanntgegeben worden.
"Ich denke, bei der FIA ist unglaublicher Druck im Kessel, um diese Eskalation wieder unter Kontrolle zu bringen", ist sich Danner sicher. "Denn das Potenzial für ein endloses Weiterspinnen in die nächste Ebene ist gegeben und das brauchen wir überhaupt nicht."
Danner fordert schnelle Einigung zwischen FIA und Teams
Der schlimmstmögliche Ausgang wäre, dass der Fall vor den International Court of Appeal geht. Immerhin könnte dieses Rennen am Ende WM-entscheidend sein. George Russell lag bis Monaco auf Platz zwei der Fahrerwertung. Durch seine Strafen fiel er im Rennen im Fürstentum aus den Punkterängen, wodurch er 25 Punkte auf seinen Teamkollegen und WM-Führenden Kimi Antonelli verlor.
Für Danner ist klar, dass eine Einigung erzielt werden muss. Diese kann laut ihm aber nur auf zwei Arten geschehen. "Entweder man setzt sich zusammen und sagt: 'Leute, es ist gelaufen, wie es gelaufen ist. Bitte haltet den Mund. In Zukunft machen wir das wie folgt'", so der Experte. Diese Version könnte hinter verschlossenen Türen passieren. "Oder man kann durch das Right of Review für das Right of Review das Ergebnis wieder egalisieren, sodass es wieder ausschaut wie vorher."
Egal, welche Entscheidung getroffen wird, der Fall muss laut Danner so schnell wie möglich abgeschlossen werden. "Das so offen stehen zu lassen, geht nicht. Da bin ich ganz bei Toto Wolff", meint er. "Ich hoffe, dass es bald zu einer Einigung kommt und dass es dann nicht noch einmal so weit kommt. Denn das wäre fatal."



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