Nicht nur in der Formel 1 ist das Thema Nachhaltigkeit nicht mehr wegzudenken. Auch die anderen großen Rennserien haben ihren Fokus ganz klar auf einen nachhaltigeren Motorsport gerichtet.

+++ Nachhaltiger Motorsport – Aktuelle News +++

AVL RACETECH unterstützt MissionH24 für wasserstoffbetriebenen Motorsport
AVL RACETECH unterstützt MissionH24 für wasserstoffbetriebenen Motorsport, Foto: LOUIS MONNIER (ACO)

MissionH24 und AVL treiben Wasserstoff-Rennwagen voran

MissionH24 und AVL RACETECH haben auf der Hyvolution Paris 2026 ihre neue Partnerschaft vorgestellt. Ziel ist die gezielte Weiterentwicklung des Wasserstoff-Prototyps H24EVO, der langfristig den Weg für eine CO₂-freie Klasse bei den 24 Stunden von Le Mans ebnen soll. AVL unterstützt das Projekt als technischer Partner mit hochentwickelter Fahrzeugsimulation und Know-how im Energiemanagement. Der Motorsport dient dabei erneut als Technologielabor, um nachhaltige Wasserstofflösungen unter extremen Bedingungen zu erproben und perspektivisch in die Serienmobilität zu übertragen.

Hankook wird FIA-Globalpartner für nachhaltige Innovation

Hankook ist neuer Global Partner der FIA und stärkt damit nachhaltige Innovationen im Motorsport und der Mobilität. Der Reifenhersteller unterstützt unter anderem die FIA Sustainable Innovation Series (2026–2028) und setzt in deren Rahmen gemeinsam mit Serien wie der Formel 1, Formel E, WEC und WRC auf den Transfer von Motorsport-Technologien auf die Straße. Im Fokus stehen KI-gestützte Entwicklung, Elektromobilität sowie der Einsatz erneuerbarer und recycelter Materialien. Ziel der Partnerschaft: mehr Sicherheit, Effizienz und Nachhaltigkeit für den Motorsport – und die Mobilität von morgen.
Jongho Park, Präsident und COO Hankook Tire Europe, und Mohammed Ben Sulayem, Präsident der FIA
Jongho Park, Präsident und COO Hankook Tire Europe, und Mohammed Ben Sulayem, Präsident der FIA, Foto: Hankook Tire

Über 14.000 DTM-Rennrunden zugunsten der b.waterMISSION

BWT und die DTM spenden mit dem BWT Race Lap Award in diesem Jahr 70.000 Euro an das Projekt b.waterMISSION. Ziel des gemeinsamen Engagements ist es, Brunnen vor allem in ländlichen Regionen Afrikas zu errichten und dadurch den Zugang zu sauberem Trinkwasser zu gewährleisten. Die Spende basiert auf den 14.029 Rennrunden der DTM-Stars in der Saison 2025. Bei der offiziellen Charity-Aktion der DTM kamen 56.116 Euro zusammen - die gesammelte Summe wurde auf 70.000 Euro aufgerundet.

Fahrer, Teams und Besucher können an allen Rennwochenenden dank 65 BWT-Wasserspendern kostenlos bestes, lokales, mineralisiertes BWT-Wasser genießen - ganz ohne Einwegplastik- und Glasflaschen. Seit dem Start des Projekts im Rahmen des ADAC GT Masters 2021 konnten bislang mehr als 1,4 Millionen Flaschen eingespart, knapp 440.000 davon allein in diesem Jahr.

100. FIA WEC Rennen mit Fokus auf Nachhaltigkeit

DHL feiert einen bedeutenden Meilenstein: die Lieferung des 100. WEC-Rennens, das vom 26. bis 28. September auf dem Fuji Speedway stattfindet. Die multimodalen Logistiklösungen von DHL kombinieren Luft-, See- und Landfracht und werden individuell auf die Anforderungen jedes Rennens zugeschnitten. Mit einem klaren Fokus auf Nachhaltigkeit bevorzugt DHL den Seetransport und setzt dabei auf nachhaltigen Schiffstreibstoff, um Treibhausgasemissionen (THG) zu reduzieren. In Europa erfolgt der Straßentransport mit Lkw, die mit hydriertem Pflanzenöl (HVO) betrieben werden.

Nachhaltiger Treibstoff für Britische Kart-Meisterschaft

Die IAME Waterswift Restricted Cadet Class, eine von vier Klassen innerhalb der Britischen Kart-Meisterschaft, wurde 2025 dank der finanziellen Unterstützung durch das Mercedes-Team mit nachhaltigem Kraftstoff betrieben. In Zusammenarbeit mit Motorsport UK wurde ab der dritten Runde der Meisterschaft dieser Kraftstoff verwendet, wodurch sich die Emissionen im Vergleich zu fossilen Kraftstoffen um 55 % reduzierten.

"Kartfahren spielt eine wichtige Rolle für die Zukunft unseres Sports, da es jungen Fahrern eine starke Grundlage für ihren Aufstieg bietet. Es ist großartig zu sehen, welche Arbeit unser Team mit nachhaltigen Kraftstoffen in der Formel 1 leistet, und ich freue mich, dass dieses Bestreben nun auch auf die Basis in der Britischen Kart-Meisterschaft ausgeweitet wird", sagte George Russell
Mercedes und Motorsport UK treiben die IAME Waterswift Restricted Cadet Class 2025 mit nachhaltigem Treibstoff an
Das Mercedes-AMG PETRONAS F1 Team und Motorsport UK treiben die IAME Waterswift Restricted Cadet Class 2025 mit nachhaltigem Kraftstoff an, Foto: Mercedes AMG F1

IAA Mobility 2025 in München: Vierfacher F1-Champion als Headliner

Sebastian Vettel wird heute ab 13:00 Uhr als einer der Top-Speaker auf der IAA MOBILITY 2025 in München auftreten. In seinen Talks wird Vettel seine Perspektive zu zentralen Zukunftsthemen der Mobilität teilen. Auf dem IAA Summit liegen die Schwerpunkte auf Future Mobility, dem Mix der Verkehrsmittel, technologischer Innovation und der Kreislaufwirtschaft. Im kostenfreien IAA Open Space wird der vierfache F1-Weltmeister sich auf den alltagsnahen Mobilitätsmix mit Fokus auf das Fahrrad konzentrieren, sein Projekt "Race without a Trace" mit alternativen Kraftstoffen vorstellen und die kommende Generation für Technologie und Innovation begeistern.
Sebastian Vettel ist mit 20 jungen Frauen auf die Kart-Strecke in Jeddah gegangen, um mit ihnen zu trainieren.
Sebastian Vettel hat er sich zu einer starken Stimme für Nachhaltigkeit und verantwortungsbewusste Mobilität entwickelt., Foto: IMAGO / NurPhoto

Le Mans 24h: Hydrogen Village begeistert Fans abseits der Strecke

Ab 2028 sind beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans erstmals Rennfahrzeuge mit Wasserstoffantrieb zugelassen. Bereits jetzt zeigt die Langstrecken-WM mit dem H24EVO-Prototypen, wo die Reise hingeht. Das Fahrzeug – von den Rundenzeiten her auf dem Niveau heutiger GT3-Boliden – wird im Rahmen des 24h-Rennens im sogenannten Hydrogen Village ausgestellt.
H24EVO-Prototyp wurde im Rahmen der 24H Le Mans vorgestellt
So sieht die Langstrecken-Zukunft aus: H24EVO-Prototyp, Foto: WEC, Alexis GOURE (ACO)

Nachhaltigkeit in der MotoGP: Racing for the future

Während die Formel 1 bereits 2026 ein neues Regelwerk einführt, ändert die MotoGP ihr technisches Reglement umfassend erst 2027 – mit dem klaren Ziel, die Königsklasse des Motorradrennsports sicherer, nachhaltiger und spektakulärer zu machen. Die neuen Bikes sollen effizienter werden, sich stärker an Serienfahrzeugen orientieren und durch mehr Überholmanöver für zusätzliche Spannung sorgen.

Ein zentrales Element der Neuausrichtung ist der vollständige Umstieg auf nachhaltigen Kraftstoff. Seit 2024 fährt die MotoGP mit einem Treibstoff, der zu 40 Prozent aus nachhaltigen Komponenten besteht. Ab 2027 kommt ausschließlich 100 % nachhaltiger Kraftstoff zum Einsatz. Zusätzlich wird der Tankinhalt von 22 auf 20 Liter reduziert; in Sprint-Rennen dürfen nur maximal 11 Liter verwendet werden.

FIM-Präsident Jorge Viegas erklärt: "Wir hoffen, dass wir bis 2027 völlig kohlenstofffreie Kraftstoffe in unseren Wettbewerben haben werden. Damit wollen wir den Weg weisen und zeigen, dass wir – auch wenn der Rennsport nur einen kleinen Teil der Emissionen ausmacht – die Führenden dieses Wandels sein müssen."

MotoGP: Auf dem Weg zum Kraftstoff der Zukunft (01:37 Min.)

Bereits 2024 rief die Dorna die Initiative "Racing for the future" ins Leben. Diese beruht auf drei Säulen: Umwelt (Planet), soziale Verantwortung (People) und langfristige Wirkung (Legacy). "Die konsolidierte nicht-finanzielle Erklärung für das Jahr 2024 verdeutlicht unseren ganzheitlichen ESG-Ansatz", betonte Dorna-CEO Carmelo Ezpeleta.

WEC, Spa, #51, Ferrari, Pier Guidi, Giovinazzi, Calado
Rennen wie 8h von Spa werden mit erneuerbarem Kraftstoff gefahren , Foto: Ferrari

Nachhaltigkeitsstrategie der WEC: Race to 2030

Bis spätestens 2030 will die WEC klimaneutral agieren. Die Weichen dafür sind längst gestellt: Seit 2022 setzen alle Rennfahrzeuge auf den vollständig erneuerbaren Kraftstoff Excellium Racing 100. Damit konnten die CO₂-Emissionen der Boliden bereits um 65 % gesenkt werden.

Reifenpartner Michelin entwickelte parallel einen besonders langlebigen Reifen, der im Rennen seltener gewechselt werden muss. Weniger Reifensätze bedeuten geringeren Ressourcenverbrauch – von der Produktion bis zum Recycling.

Ein Meilenstein: Mission H24, ein Joint Venture des ACO (Automobile Club de l'Ouest) und des H24Projects, treibt seit 2018 die Integration von Wasserstofftechnologie in den Langstreckensport voran. Dabei entstehen Wasserstoff-Prototypen für Le Mans und die WEC. Zudem hat Michelin für den Wasserstoff-Rennprototypen einen Reifen entwickelt, der zu 63 % aus nachhaltigen Materialien besteht.

Boxenstopp bei DTM-Pilot Lucas Auer
Der Pirelli-Reifen enthält Kautschuk-Komponenten, Foto: IMAGO / Claudius Rauch

Nachhaltigkeitskonzept des ADAC: Grüne Offensive

In der Saison 2025 setzt die DTM auf einen neuen Slickreifen von Exklusivpartner Pirelli. Das Besondere am neuen Pirelli P Zero DHG" ist, dass Komponenten des Reifens aus FSC-zertifiziertem Naturkautschuk bestehen. Das FSC-Siegel garantiert, dass der Kautschuk entlang der gesamten Lieferkette nicht mit nicht-zertifizierten Materialien vermischt wird.

Mit der Einführung eines klimafreundlichen Treibstoffes aus dem Labor reagierte die DTM 2025 auf aktuelle Notwendigkeiten. Auch Motorsport-Serien stehen immer mehr unter dem Druck, sinnvolle Konzepte für die Nachhaltigkeit zu präsentieren. Synthetischer Sprit hergestellt aus grüner Energie gilt als willkommene Maßnahme. Als Lieferanten für den Sprit hat die DTM das britische Unternehmen Coryton gewonnen, das große Motorsport-Expertise aufweist.

Das Nachhaltigkeitsprogramm der DTM umfasst auch die Plastikmüll-Reduzierung durch eine Kooperation mit dem Wassertechnologieunternehmen BWT – eine Initiative, die bereits 2021 im ADAC GT Masters gestartet wurde. Ein weiteres Highlight: Seit 2023 fährt im Rahmenprogramm der DTM der vollelektrische NXT Gen Cup. Die Rennserie setzt auf bis zu 230 PS starke LRT NXT1, die auf dem Mini Cooper SE basieren. Damit zeigt die Nachwuchsserie eindrucksvoll, wie sich elektrischer Rennsport und packende Action vereinen lassen.

Klimafreundliche Formel 1: Es ist ein ehrgeiziges Ziel, das sich die Formel 1 gesetzt hat. 2030 will die Königsklasse die CO2-Emissionen auf netto Null gesenkt haben. So weit ist die Königsklasse auf dem Weg zur Klima-Neutralität: