Das Engagement von Bosch Motorsport bei den 24 Stunden von Le Mans steht auch in diesem Jahr wieder im Zeichen der Nachhaltigkeit. Die Demonstration von langstreckentauglichen alternativen Motorsportantrieben von Bosch Motorsport geht mit dem optimierten Wasserstoffmotor auf Basis des Nettuno-Benzinmotors von Maserati in die nächste Phase.
"Um eine Vision wie den Wasserstoff-Rennwagen Realität werden zu lassen, braucht man ein starkes Team. Unsere strategische Partnerschaft mit Ligier Automotive ist das Fundament, auf dem wir das Fahrzeug entwickeln und testen. Gleichzeitig bot unsere Zusammenarbeit mit Maserati eine erstklassige Basis für den Motor. Diese Bündelung von Know-how ist unser Schlüssel, um nachhaltige Leistung schneller auf die Straße zu bringen", sagt Ingo Mauel, Leiter Bosch Motorsport.

Bosch in Le Mans: Wasserstoff-Motor mit 480 kW
Das von Bosch Engineering entwickelte Wasserstoffaggregat basiert grundlegend auf dem Maserati Nettuno, einem 3,0-Liter-Sechszylinder-Benzinmotor mit Biturbo-Aufladung und Trockensumpfschmierung. Für die Umrüstung auf Wasserstoffbetrieb wurden Kernkomponenten wie Zylinderkopf und Turbolader aus der ursprünglichen Konstruktion beibehalten. Innerhalb des Basismotors wurde lediglich eine wesentliche Änderung an den Kolben vorgenommen, die in ihrer Form optimiert und zur Senkung des Verdichtungsverhältnisses angepasst wurden, um bei hohen Drehzahlen noch mehr Leistung und Performance zu erzielen.
Die Modifikationen umfassen unter anderem das Einspritzsystem, das Zündsystem und das Motorsteuergerät. Anstelle der kombinierten Direkt- und Saugrohreinspritzung kommt in der aktuellen Version eine moderne Wasserstoff-Direkteinspritzung mit HIDI-LCV-Injektoren von Bosch zum Einsatz.
Dadurch kann der 3,0-Liter-Wasserstoffmotor in dieser Motorsportanwendung rund 480 Kilowatt leisten und ein Drehmoment von 880 Newtonmetern liefern. Davide Danesin, Leiter der Maserati-Entwicklung, sagt: "Nettuno ist ein hochmoderner Motor, der weiterhin Robustheit, Effizienz und Vielseitigkeit beweist. Aus diesem Grund hat er sich dank seiner inhärenten Festigkeit, die es ihm ermöglicht, sehr hohen Zylinderdrücken standzuhalten, als besonders gut für die Umrüstung auf Wasserstoff erwiesen."

Wasserstoff-Rennwagen: Fast 8.000 Testkilometer auf dem Buckel
Um das Potenzial eines Rennwagens mit Wasserstoffmotor greifbar zu machen, ist Bosch Engineering 2021 eine strategische Partnerschaft mit Ligier Automotive eingegangen. Das Ergebnis ist die Entwicklung des wasserstoffbetriebenen Rennwagen-Prototyps Ligier JS2 RH2. Das Fahrzeug wurde erstmals im Juni 2023 bei den 24 Stunden von Le Mans vorgestellt. In den seitdem durchgeführten Tests haben Fahrzeug und Motor ihre Robustheit über fast 8.000 Testkilometer auf der Rennstrecke unter verschiedenen Wetterbedingungen ohne technische Probleme bewiesen.
Kontinuierliche Optimierungen haben zur Weiterentwicklung des Wasserstoffkonzepts geführt; so wurden beispielsweise Drehmoment und Leistung des Antriebs gesteigert und gleichzeitig die Emissionen weiter reduziert.
"Das Projekt Ligier JS2 RH2 veranschaulicht perfekt, was erreicht werden kann, wenn drei komplementäre Fachgebiete zusammenkommen. Unsere Zusammenarbeit mit Bosch Engineering und Maserati ermöglicht es uns, das volle Potenzial von Wasserstoff im Motorsport zu erforschen und dabei Leistung mit Nachhaltigkeit zu verbinden. Es spiegelt auch ein bedeutungsvolles Kapitel unserer Geschichte wider - der ursprüngliche Ligier JS2, angetrieben von einem V6 3,0l Maserati-Motor, siegte 1974 bei der Tour Auto. Heute inspiriert uns dieses Erbe, nach vorne zu blicken. Gemeinsam entwickeln wir nicht nur einen Rennwagen-Demonstrator, sondern öffnen auch die Tür für zukünftige Anwendungen, wie zum Beispiel ein dekarbonisiertes Track-Day-Auto, das Maserati-Motorentechnologie und Bosch-Wasserstoffsysteme integriert", sagt Jacques Nicolet, Präsident von Ligier Automotive.
Wie in den Vorjahren wird der Ligier JS2 RH2 mit seinem Wasserstoffmotor am Samstag, den 13. Juni 2026, eine Demorunde auf der Rennstrecke von Le Mans absolvieren und während der gesamten Rennwoche im H2 Village ausgestellt sein.

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