McLaren hat am heutigen Montag erstmals das ausgearbeitete Design seines LMDh-Prototypen präsentiert, der ab 2027 in der WEC und bei den 24 Stunden von Le Mans an den Start gehen wird. Eine erste Version hatte der britische Autobauer bereits letztes Jahr in Le Mans enthüllt, damals allerdings als Show Car ohne größere Aero-Finessen.
Die nun veröffentlichten Rendering-Bilder lassen darauf schließen, dass das Auto in dieser Version bald sein umfangreiches Testprogramm aufnehmen wird. Die ersten Strecken-Testfahrten mit dem 'MCL-HY' genannten Fahrzeug sollen laut McLaren im Mai beginnen. Die Homologation ist für den Winter geplant, bevor sich McLaren nächstes Jahr der Konkurrenz von Ferrari, Toyota, BMW und Co. stellen wird.
Diese Fahrer testen das McLaren-Hypercar für die WEC
Die Briten haben in diesem Zuge die ersten Testfahrer benannt, die mit dem MCL-HY reichlich Kilometer auf unterschiedlichen Strecken abspulen sollen. Mikkel Jensen übernimmt als erster und bisher einziger bestätigter Einsatzfahrer eine Führungsrolle in der Entwicklung. Der frühere Peugeot-Werksfahrer aus Dänemark wird von den McLaren-eigenen Entwicklungsfahrern Gregoire Saucy und Richard Verschoor unterstützt. Dazu gesellt sich der Brite Ben Hanley, der seit Jahren eng verbunden ist mit dem Einsatzteam United Autosports.
Bei der Folierung in orangener und silberner Farbe handelt es sich um ein Test-Design, inspiriert vom McLaren M6A. Dieses Auto wollte Firmengründer Bruce McLaren einst als M6GT in Le Mans einsetzen. McLaren bekennt sich also zu seinem Vermächtnis auf der Langstrecke und wird auch nicht müde, an seinen einzigen Le-Mans-Sieg von 1995 mit dem McLaren F1 GTR zu erinnern.
Der McLaren basiert auf einem Chassis von Dallara und wird von einem selbstentwickelten V6-Twinturbo-Motor angetrieben. Das Hybridsystem stammt wie bei allen LMDh-Autos einheitlich von Bosch. Dallara aus Italien hat auch die Chassis für BMW und Cadillac entwickelt, die mit ihren auf dem IMSA-Reglement basierenden LMDh-Fahrzeugen ebenso gegen die reinen LMH-Hypercars aus der WEC antreten.
McLaren entwickelt Track-Day-Variante des MCL-HY Hypercar
Interessant: McLaren macht aus seinem WEC-Engagement gleich einen Business Case und will eine Track-Day-Variante basierend auf dem Hypercar für gut betuchte Kunden anbieten. Der amtierende Weltmeister Ferrari hat bereits einen ähnlichen Ansatz gewählt, um die Finanzierung des Motorsportprojektes anzukurbeln. McLaren bezeichnet das künftige Track-Tool als 'MCL-HY GTR' und peilt 730 PS Leistung aus einem 2,9-Liter-Twinturbo-Motor an. Die Ingenieure verzichten bewusst auf den komplexen Hybridantrieb, um Amateur-Fahrer nicht zu überfordern. Über den Preis ist noch nichts bekannt.
McLaren peilt mit dem WEC-Einstieg eine Wiederholung der inoffiziellen Triple Crown des Motorsports an: Siege bei den 24 Stunden von Le Mans, beim Indy 500 sowie beim Formel-1-Rennen in Monaco. Erstmals wäre das sogar innerhalb eines Jahres möglich, nachdem sich die Briten als einziger Hersteller unter der Führung von Zak Brown in allen drei Top-Rennserien engagieren.

McLaren greift nach nächster Triple Crown des Motorsports
"Nach Monaten und Jahren der Entwicklung präsentieren wir nun den MCL-HY der Welt", so Brown. "McLaren Racing verfügt damit über drei Rennfahrzeuge in den größten Motorsportserien der Welt: Formel 1, IndyCar und WEC. Das ermöglicht es McLaren, seinen Partnern und Fans, gemeinsam die Triple Crown aus Monaco GP, Indy 500 und den 24 Stunden von Le Mans anzugreifen - eine einzigartige Geschichte über mehrere Serien hinweg, die uns besonders macht."
Während sich McLaren nun auf sein Strecken-Entwicklungsprogramm vorbereitet, steht die WEC vor dem zweiten Rennen der Saison 2026: Am kommenden Wochenende gastiert die Langstrecken-WM in Spa-Francorchamps (07.-09. Mai). Der 6-Stunden-Lauf dient gleichzeitig als Generalprobe für die nachfolgenden 24 Stunden von Le Mans (13.-14. Juni). Toyota gewann vor zwei Wochen den verspäteten Saisonauftakt in Imola.
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