Toyota hat Ferrari bei dessen Heimspiel in Imola besiegt und den verspäteten Auftakt in die WEC-Saison 2026 gewonnen. Schlussfahrer Sebastien Buemi führte den aerodynamisch runderneuerten #8 Toyota TR010 Hybrid (Buemi, Hartley, Hirakawa) im 6-Stunden-Rennen zum Sieg. Der Schweizer überquerte die Ziellinie mit 13 Sekunden Vorsprung vor Pole-Setter Antonio Giovinazzi im #51 Weltmeister-Ferrari (Pier Guidi, Giovinazzi, Calado).
Toyota gelang mit der #7 (Conway, Kobayashi, De Vries) auf Platz drei sogar ein Doppelpodium. Verrückte Statistik in der Langstrecken-WM: Toyota errang am Sonntag seinen 50. Sieg im 100. WEC-Rennen seit 2012! 92.175 Zuschauer verfolgten das Rennwochenende laut Veranstalterangaben und sorgten für einen WEC-Rekord in Imola. Zu den Besuchern gehörte auch Formel-1-Youngster Kimi Antonelli, der die Startflagge um 13:00 Uhr schwenken durfte.
WEC-Rennen in Imola: Frühe Vorentscheidung
Die Vorentscheidung fiel bereits nach gut zwei Stunden während einer von Peugeot-Neuzugang Nick Cassidy ausgelösten Safety-Car-Phase: Ryo Hirakawa im #8 Toyota überholte den zu diesem Zeitpunkt führenden #51 Ferrari von Alessandro Pier Guidi während der Boxenstopps. Der kürzere Tankstopp brachte den Japanern die Führung und damit die wichtige Track Position. "Es ist hier wie in Monaco, ohne einen Fehler des anderen Fahrers kannst du kaum überholen", sagte Pier Guidi.
Zwischenzeitlich etablierte Toyota sogar eine Doppelführung im Rennen, das 90 Minuten vor Schluss von einem kurzen Regenschauer durchzogen wurde. Für einen Wechsel auf Regenreifen war es auf dem warmen Asphalt allerdings nie nass genug. Kobayashi hatte die #7 dank eines extrem langen Stints auf einem Reifensatz zum zweiten Platz geführt, musste die Position aber 50 Minuten vor dem Ende Ferrari-Hintermann Giovinazzi überlassen.
Die vorderen Autos profitierten nicht zuletzt von zwei frühen Strafen ihrer schärfsten Rivalen, die womöglich um den Sieg hätten mitmischen können: Der von P3 gestartete #50 Ferrari (Fuoco, Molina, Nielsen) und der #12 Cadillac (Stevens, Nato - kam von P5) kassierten Durchfahrtstrafen wegen missachteter gelber Flaggen während der ersten von zwei Safety-Car-Phasen. Die erste SC-Phase hatte ein gestrandeter GT3-Lexus ausgelöst.
WEC-Auftakt: Toyota und ein Ferrari in eigener Liga
Die beiden Toyota und der Weltmeister-Ferrari fuhren ganz klar in ihrer eigenen Liga. Den vierten Platz belegte Charles Milesi im #35 Alpine (Habsburg, Milesi, Felix da Costa) mit gigantischen 59 Sekunden Rückstand. Der #20 BMW M Hybrid V8 (Rast, Frijns) holte als Fünfter trotz einer frühen Durchfahrtstrafe ordentliche Punkte. Schlussfahrer Rene Rast machte am Ende Jagd auf den Alpine, kam aber nicht vorbei. Das Schwesterauto mit Kevin Magnussen und Raffaele Marciello belegte Platz sieben. Beide BMW-Crews bestritten das Rennen mit nur zwei Fahrern, weil ihre Teamkollegen Sheldon van der Linde und Dries Vanthoor zeitgleich mit der IMSA in Long Beach gastierten.
Zwischen den beiden BMW-LMDh sortierte sich der #50 Ferrari ein und blieb damit hinter den Erwartungen zurück. Ebenso wie der #83 AF-Corse-Ferrari um den amtierenden Le-Mans-Sieger Robert Kubica, der am gesamten Wochenende nicht die Pace der beiden Werksautos hatte - nur Platz zehn für den Polen und seine Teamkollegen Yifei Ye sowie Phil Hanson.
Dazwischen sortierten sich der #38 Cadillac (Bourdais, Bamber) und der #007 Aston Martin Valkyrie (Tincknell, Gamble) auf den Positionen acht und neun ein. Das Peugeot-Werksteam ging trotz zuvor hoffnungsvoller Leistungen komplett leer aus.

So lief das WEC-Debüt von Genesis Magma Racing
WEC-Neueinsteiger Genesis Magma Racing hatte im Vorfeld seines Debüts - 500 Tage nach dem Entwicklungsstart - auf ein Rennen ohne Probleme gehofft. Das klappte teilweise: Der #19 GMR-001 (Jaminet, Chatin, Juncadella) musste nach nur elf Runden wegen eines technischen Problems die Garage ansteuern. Die Reparaturarbeiten kosteten das Trio mehr als 20 Runden, bevor der LMDh-Bolide auf die Strecke zurückkehren konnte.
Mit dem #17 Schwesterauto um den dreifachen Le-Mans-Sieger Andre Lotterer gelang Genesis hingegen das Etappenziel: Lotterer und seine Teamkollegen Pipo Derani sowie Mathys Jaubert überquerten den Zielstrich auf dem 15 Platz. Ein hoffnungsvoller Auftakt für den Newcomer aus Korea, der laut Teamchef Cyril Abiteboul noch in dieser Saison um Top-5-Ergebnisse kämpfen will.
"Ich bin sehr zufrieden", sagte Genesis-Sportdirektor und Ex-Rennfahrer Gabriele Tarquini. "Das war ein erster Schritt. Wir wissen, dass unsere Gegner viel Erfahrung haben und wir sind stolz, mit ihnen zu kämpfen. Das Ziel lautete, mit beiden Autos ins Ziel zu kommen. Wir hatten ein Sensor-Problem an einem der Fahrzeuge, aber wir konnten es beheben und weiterfahren."
Du willst alle Breaking News und Hintergrund-Infos zur DTM, WEC, IndyCar, den 24-Stunden-Rennen und Co. bekommen? Dann abonniere jetzt unseren neuen und kostenlosen WhatsApp-Channel! Brandaktuelle News aus der Motorsport-Welt direkt auf dein Handy:



diese WEC Nachricht