Ferrari hat einen kleinen Vorgeschmack auf seine Zukunft in der WEC geliefert: Der italienische Autobauer veröffentlichte am Dienstag erste Bilder von der überarbeiteten Version seines 499P, der 2027 in der Langstrecken-WM an den Start gehen wird. Bei dem in Camouflage-Farben gehaltenen Prototypen soll es sich noch nicht zwingend um die finale Version handeln.

Ferrari spricht von einer "großen Bandbreite an technischen und aerodynamischen Lösungen", natürlich, ohne dabei ins Detail zu gehen. Bei der Entwicklung handele es sich um einen Prozess mit unterschiedlichen Design-Optionen, die bis zur Homologation durchlaufen werden sollen. Ferrari kündigt an, verschiedene Konfigurationen des Fahrzeuges auf der Strecke testen zu wollen.

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Ferrari zeigt erste Bilder vom WEC-Hypercar für 2027

Den Anfang dieser Entwicklung bildete ein Test-Tag in Monza, wo die WEC in Folge einer Kalender-Änderung auch ihr diesjähriges Saisonfinale austragen wird. Im Einsatz waren die Ferrari-Werksfahrer Antonio Giovinazzi, Alessandro Pier Guidi, Antonio Fuoco und Miguel Molina.

Es ist davon auszugehen, dass Ferrari seinem 499P ein umfangreiches Update-Paket spendieren wird. Technik-Chef Ferdinando Cannizzo hatte bereits am Rande der 24 Stunden von Le Mans angekündigt, dass der Einsatz von drei Evo-Jokern geplant sei. Die genaue Anzahl - Ferrari hat bis 2027 sogar noch vier Joker übrig - wird sich nach der finalen Homologation zeigen.

Zur Erklärung: Jedem Hypercar-Hersteller stehen bis 2027 insgesamt fünf Evo-Joker zur Verfügung, um die Leistung des Fahrzeuges in Bereichen wie dem Motor, der Aerodynamik oder Aufhängung zu verbessern. Das geschieht unter strenger Aufsicht der FIA. Ferrari hat seit dem WEC-Debüt 2023 erst einen einzigen Joker eingesetzt: 2024 nach dem Sieg in Le Mans gab es ein Update für die Bremskühlung.

Ferrari testet WEC-Hypercar in Monza
Der überarbeitete Ferrari 499P bei privaten Testfahrten in Monza, Foto: Ferrari

Ferrari-Update keine Reaktion auf Pleite in Le Mans

Ferrari ging bislang sehr konservativ mit seinen erlaubten Update-Möglichkeiten um und verzichtete zwei Saisons in Folge auf Nacharbeiten. Zur Saison 2026 nutzten die meisten Konkurrenten hingegen ein Update, auch, weil sich das in Folge einer verpflichtenden Neuvermessung im Wandkanal von WindShear in den USA angeboten hatte. Zuvor wurden die Hypercars durch den Windkanal von Sauber in der Schweiz gejagt, was durch Audis Forme-1-Übernahme nicht mehr möglich war.

Ferrari hat seinen Update-Plan von langer Hand geplant. Die jüngsten Entwicklungsarbeiten sollten deshalb nicht als Antwort auf die bisher mittelmäßige Saison 2026 verstanden werden. Nach zuvor drei Le-Mans-Siegen in Folge setzte sich diesmal Toyota durch. In der Hersteller-Wertung belegen die Italiener als WM-Titelverteidiger aktuell den dritten Rang hinter Toyota und BMW. Vier Rennen stehen in der laufenden Saison noch aus.

Ferrari testet WEC-Hypercar in Monza
Wie groß fällt das Ferrari-Update für die WEC am Ende aus?, Foto: Ferrari

Spy-Shots vom neuen Peugeot aufgetaucht

Nicht nur Ferrari spult in diesen Tagen reichlich Test-Kilometer ab, sondern auch Peugeot. Seit einer gefühlten Ewigkeit ist klar, dass die Franzosen an einem größeren Update beim 9X8 für die Saison 2027 arbeiten. Möglich sein soll das via einer neu ins Reglement aufgenommenen Ausnahme-Genehmigung, weil Peugeot bereits alle Evo-Joker verbraucht hat.

Das in einer Peugeot-Pressemitteilung mitgelieferte Bild des neuen 9X8 bietet allerdings keinen Aufschluss darüber, wie das Fahrzeug im nächsten Jahr aussehen könnte. "Unser Ziel ist klar: Den 9X8 dauerhaft unter den Spitzenfahrzeugen zu etablieren", wird Teamchef Emmanuel Esnault zitiert. "Mit Blick auf 2027 geht das Team den nächsten Schritt in seiner Entwicklung und verfolgt dabei einen überarbeiteten Ansatz in den Bereichen Performance, Effizienz und Design."

Peugeot testet neues WEC-Hypercar
Peugeot veröffentlicht ein kaum aussagekräftiges Foto des 9X8 für 2027, Foto: Peugeot

Das französische Medium Endurance-Info hat 'Spy-Shots' vom Peugeot-Test in Paul Ricard veröffentlicht, die auf eine großflächige Überarbeitung des 9X8 hindeuten. Die Frontpartie unterscheidet sich deutlich vom aktuellen Design, auch die Fahrzeugflanken sowie der Heckflügel samt Aufnahmen präsentierten sich stark verändert.

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