Ein Deutscher mischt die IMSA-Meisterschaft auf! Porsche-Werksfahrer Laurin Heinrich hat das vierte Saisonrennen der US-Rennserie in Laguna Seca gewonnen - nicht aber in einem Werks-Prototypen, sondern im Kunden-Porsche 963 von JDC-Miller MotorSports. Während es für Heinrich bereits der dritte Sieg in der laufenden Saison war, feierte die JDC-Mannschaft ihren ersten Triumph in der GTP-Ära der IMSA.

Überhaupt war es der erste Rennsieg für ein Privat-Team seit dem Debüt der LMDh-Prototypen im Jahr 2023. Heinrich teilte sich den #5 Porsche mit seinem Teamkollegen Tijmen van der Helm, drückte dem Rennen aber ganz klar seinen Stempel auf: Der gebürtige Kürnacher übernahm das Steuer nach 40 Minuten im Lauf über 2:40 Stunden und setzte in der letzten Runde das entscheidende Überholmanöver zum Sieg.

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Laurin Heinrich übernimmt IMSA-Führung mit Sieg in Laguna Seca

Heinrich knackte den zu diesem Zeitpunkt führenden Ex-Porsche-Werksfahrer Earl Bamber in seinem #31 Action-Express-Cadillac nach einem sehenswerten Duell über mehrere Runden - Kontakt inklusive, wie oftmals üblich in der IMSA-Serie. Zuvor hatte sich der 24-Jährige im von P11 gestarteten JDC-Porsche gegen BMW-Werksfahrer Marco Wittmann durchgesetzt, der das Rennen zusammen mit Philipp Eng auf dem dritten Platz abschloss und dem Münchner Autobauer das erste Podium des Jahres bescherte

"Es ist unglaublich! Wir sind von weit hinten gestartet, aber haben uns dank fehlerfreier Arbeit des gesamten Teams nach vorn gearbeitet", jubelte Heinrich, der nun die alleinige Führung in der Fahrer-Meisterschaft übernommen hat. Zuvor gewann er auf Werks-Porsche bereits die 24 Stunden von Daytona sowie das 12-Stunden-Rennen in Sebring. Die Porsche-Verantwortlichen haben abermals ein gutes Händchen bewiesen, nachdem Heinrich Ende 2025 sein erstes Rennen in einem LMDh-Prototypen bestritt und seitdem mit Weltklasse-Leistungen glänzt.

Laurin Heinrich beim IMSA-Rennen in Laguna Seca mit JDC-Porsche
Der siegreiche JDC-Porsche 963 um Laurin Heinrich, Foto: IMAGO/ZUMA Press Wire

"Für mich persönlich war es in diesem Jahr der dritte Sieg im vierten IMSA-Rennen", sagte Heinrich. "Dass mir so etwas mit dem Werksteam und nun mit dem Kundenteam JDC-Miller MotorSports gelungen ist, macht es noch wertvoller. Ich werde diesen Sieg niemals vergessen." Für Heinrich war es zudem der dritte IMSA-Sieg in Laguna Seca, nachdem er zuvor mit dem als 'Rexy' bekannten Porsche 911 GT3 R von AO Racing triumphiert hatte - eine perfekte Bilanz auf dem ikonischen US-Kurs.

Heinrich und van der Helm stachen auch die beiden von Penske eingesetzten Werks-Porsche 963 aus: Laurens Vanthoor und Kevin Estre belegten den sechsten Platz, direkt dahinter landeten Felipe Nasr und Julien Andlauer im Schwesterauto. Die Werksautos sind in der Balance of Performance allerdings anders eingestuft als der JDC-Porsche, der auf dem technischen Stand des Vorjahres fährt, und wiegen im direkten Vergleich happige 32 Kilogramm mehr. Mit 1.084 Kilo sind die 2026er-Porsche die mit Abstand schwersten Autos im Feld.

BMW ehrt Alex Zanardi bei IMSA-Rennen
BMW gedenkt dem verstorbenen Alex Zanardi in Laguna Seca, Foto: BMW M Motorsport/Sam Cobb

BMW feiert Podium und ehrt verstorbenen Alex Zanardi

Für BMW, den zweiten deutschen Hersteller im GTP-Starterfeld neben Porsche, reichte es einmal mehr nicht für einen Sieg. Den dritten Platz auf dem Podest bewertete Wittmann dennoch als einen Erfolg. "Wir hatten an diesem Wochenende viele Probleme mit der Balance des Autos", erklärte der zweimalige DTM-Champion. "Angesichts dessen ist Platz drei deutlich mehr, als wir erwartet hatten. Schön, dass die harte Arbeit des ganzen Teams mit einem Podium belohnt wurde. Am Ende des Rennens konnte ich mich nur noch verteidigen, aber der Porsche war einfach zu stark. Ihn konnte ich nicht halten, aber immerhin hat es dann noch zum dritten Platz gereicht."

Vor dem Rennen ehrten die Mitglieder von BMW und dem Werksteam WRT den am Wochenende verstorbenen langjährigen BMW-Werksfahrer und Unternehmensbotschafter Alex Zanardi mit einer persönlich unterschriebenen Grußbotschaft auf beiden LMDh-Fahrzeugen. Dazu trugen die Fahrer und Teamchef Vincent Vosse einen Trauerflor. Auch die IMSA ehrte den zweifachen Champcar-Meister Zanardi mit einer Botschaft und einem Plakat in genau der Kurve, die ihn durch ein spektakuläres Überholmanöver im IndyCar - 'The Pass' - berühmt gemacht hat: in der Corkscrew-Kurve.

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