Die Motorsportwelt trauert um einen ganz besonderen Athleten und vor allem Menschen: Alex Zanardi ist im Alter von 59 Jahren verstorben, wie seine Familie am Samstag mitteilte. Zanardi fuhr in seiner Karriere in den 1990er Jahren 41 Formel-1-Rennen für Jordan, Minardi, Lotus und Williams. Seine größten Erfolge feierte er aber in den USA, wo er sich 1997 und 1998 die Titel in der Champcar sicherte.

Besondere Berühmtheit und vor allem Respekt weit über den Motorsport hinaus erlangte Zanardi nach einem schweren Unfall in einem Champcar-Rennen 2001 auf dem Lausitzring. Wie durch ein Wunder überlebte der Italiener, verlor dabei aber beide Beine.

Aufgeben kam für den charismatischen Kämpfer nicht in Frage. 2003 fuhr er zum ersten Mal nach seinem Unfall wieder ein Rennen. BMW hatte einen Tourenwagen für seine Bedürfnisse umgebaut. In den folgenden Jahren fand er in der WTCC eine neue Herausforderung und konnte sogar vereinzelt Rennen gewinnen.

BMW organisierte 2006 für den außergewöhnlichen Sportler noch einen Formel-1-Test. Bei den Bayern hatte er in seiner Karriere nach dem Unfall eine neue Heimat gefunden. 2018 trat er für BMW als Gaststarter am Misano-Wochenende der DTM an und holte sogar Punkte. Ein Jahr später ging er beim 24-Stunden-Rennen in Daytona an den Start.

2020 ereilte Zanardi der nächste Schicksalsschlag: Bei einem Handbikerennen stieß er mit einem Lastwagen zusammen und erlitt schwere Kopfverletzungen. In der Öffentlichkeit wurde es anschließend ruhig um Zanardi, der bei den Handbikes längst eine zweite sportliche Heimat gefunden hatte. 2012 und 2016 holte er bei den Paralympischen Spielen in London und Rio de Janeiro sogar mehrere Goldmedaillen.

Alex Zanardi auf seinem Handbike, Foto: BMW Motorsport
Alex Zanardi auf seinem Handbike, Foto: BMW Motorsport

"Ich bin zutiefst betrübt über den Tod meines lieben Freundes Alex Zanardi. Er war wirklich eine inspirierende Person, sowohl als Mensch als auch als Sportler. Seine außergewöhnliche Stärke werde ich immer in mir tragen", würdigte ihn Formel-1-Boss Stefano Domenicali.

"Er stand vor Herausforderungen, die jeden anderen aufgehalten hätten, doch er blickte stets nach vorne, immer mit einem Lächeln und einer unerschütterlichen Entschlossenheit, die uns alle inspirierte", so Domenicali weiter.

Sogar die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni meldete sich nach der traurigen Meldung zu Wort. "Mit seinen sportlichen Erfolgen, seinem Vorbild und seiner Menschlichkeit hat er uns allen viel mehr als nur einen Sieg geschenkt: Er hat uns Hoffnung, Stolz und die Kraft gegeben, niemals aufzugeben", sagte Meloni.