Andrea Kimi Antonelli bleibt der Mann der Stunde in der Formel 1. In Miami feierte der Mercedes-Fahrer seinen bereits dritten Sieg in Folge, und dieser war nach Ansicht seines Teamchefs sein beeindruckendster. "Es erinnerte mich ein bisschen an seine Kart-Zeiten oder an die Formel 4. Er hat heute keine Fehler gemacht", betonte Mercedes-Boss Toto Wolff.
Dabei bezieht sich der Österreicher wohl vor allen Dingen auf den letzten Stint, als Antonelli dem Druck von Lando Norris standhielt und zwischenzeitlich auch ein Getriebeproblem zu vermelden hatte. Davor war die Fahrt nicht perfekt, wie Antonelli selbst anmerkt: "Der Start war nicht großartig. Als Lando mich überholt hatte, machte ich einen Fehler mit dem Energie-Management."
So geriet Antonellis dritter Formel-1-Sieg in Gefahr
Was ihn in der Frühphase des Grand Prix in die Bredouille brachte, war folgende Situation: Als Antonelli zunächst der erste Verfolger von Charles Leclerc gewesen war, investierte er seine Energie in ein Überholmanöver gegen den Ferrari-Piloten. Er verlor in der Folge jedoch nicht nur die Position gegen Leclerc wieder, sondern auch jene gegen Norris. Nachdem beide den langsameren Scuderia-Piloten links liegen gelassen hatten, kontrollierte Norris das Rennen im restlichen ersten Stint.
Dass Antonelli hinter den McLaren zurückfiel, geht also auf die Kappe des 19-Jährigen, aber in Bezug auf die Startprobleme verteidigte ihn Wolff: "Es liegt nicht alles an ihm. Heute und gestern war ein Teamfehler. Wir machen einfach keinen Job, der gut genug ist, mit den Tools, die wir ihnen geben. Ob es jetzt die Kupplung ist oder die Grip-Berechnungen." Antonelli ließ diese Verteidigung trotzdem nicht ganz gelten: "Es liegt auch am Team, aber mit Sicherheit vor allem an mir."
Nach dem Safety-Car-Restart zeigte sich im weiteren Rennverlauf nicht nur Antonelli von seiner besten Seite, sondern auch die Mercedes-Boxenmauer, welche einen erfolgreichen Undercut gegen Norris orchestrierte. Danach hieß es: Position halten. "Das war nicht einfach, denn Lando war schnell und er machte viel Druck. Er war so oft knapp dran, den Overtake-Modus zu bekommen und ich wusste, dass ich keine Fehler machen durfte", beschrieb Antonelli das weitere Rennen.
Ist Mercedes ab Kanada wieder überlegen?
Und genau das unterschied seinen Sieg in Miami von jenen in China und Japan. Dort konnte Antonelli nämlich, nachdem er die Führung übernommen hatte, das Rennen mit dem überlegenen Mercedes locker von der Spitze aus kontrollieren. Beim ersten US-Rennen der Saison haben die Silberpfeile aufgrund von Upgrades aber Konkurrenz bekommen, vor allen Dingen von McLaren.
Das soll sich in Kanada schon wieder ändern, wenn es nach dem Geschmack des Teams aus Brackley geht. Denn dort bringt auch Mercedes ein großes Update-Paket ans Auto, nachdem man vor Miami nur kleine Details verändert hatte. Aber gottgegeben ist es trotzdem nicht, dass Mercedes wieder klarer vorne sein wird. "Hoffentlich funktioniert das Paket, wie wir erwarten. Aber auch McLaren bringt ein Paket und der Schritt, den sie an diesem Wochenende gemacht haben, war sehr groß", warnt Antonelli.
Auch gewarnt ist er vor seinem Teamkollegen. George Russell, der in Miami zu keinem Zeitpunkt mit ihm Schritt halten konnte, wird sich dort wieder von seiner stärkeren Seite zeigen, ist Antonelli überzeugt: "George wird sicher in Kanada sehr schnell sein. Dort war er immer schon sehr stark."
Der nun dreifache Grand-Prix-Sieger kann dem nächsten Rennen gelassen entgegenblicken. Denn sein Vorsprung in der WM beträgt nun bereits 20 Punkte, eine teaminterne Niederlage wäre also nicht das Ende der Welt. Gleichzeitig liegt der Druck beim Kanada-GP in drei Wochen auf der Seite von Russell, der nach drei Niederlagen in Folge unter Zugzwang ist.



diese Formel 1 Nachricht