Miami ist definitiv nicht das Wochenende von George Russell. Nach seinem sechsten Platz am Freitag kann er sich am Samstag im Qualifying für den Grand Prix der Formel 1 nur marginal auf P5 verbessern. Vor allem aber bleibt die Lücke zu Kimi Antonelli - der am Samstag die Pole holt - unverändert. Russell glaubt jedoch alle Gründe zu kennen und spielt die Angelegenheit herunter.
In Sachen Zeit ist Miami schließlich schon alarmierend. 0,402 Sekunden Rückstand am Freitag, 0,399 Sekunden Rückstand am Samstag. Russell kommt im Qualifying-Trimm einfach nicht in Gang. "Aber das ist eine Strecke, auf der ich immer zu kämpfen hatte", schiebt er es am Samstagabend glasklar auf die Streckencharakteristik.
George Russell klärt auf: Problem mit dem Miami-Grip
Schon im Vorjahr war Russell hier von Antonelli im Qualifying gebügelt worden. "Ich weiß, dass das ein echtes Problem für mich ist, wenig Grip und hohe Temperaturen", geht Russell jetzt ins Detail. "Du rutschst sehr stark herum. Ähnlich wie in Brasilien. Dort war Kimi auch wettbewerbsfähiger als ich."
"Mir sind Strecken mit viel Grip Lieber, wo Reifen und Auto besser mit dem Boden verbunden sind", erklärt Russell. Mit solchen spezifischen Problemen wäre Russell auch nicht allein. Man fühlt sich an Oscar Piastris problematische Amerika-Saison im letzten Herbst erinnert. Auch Piastri gilt als ein Fahrer, der auf Strecken mit niedrigem Grip-Niveau Probleme hat, das Limit zu finden.
Russell bewies das in Miami das ganze Wochenende über im langsamen kurvigen Teil im Mittelsektor. Nie sah er dort komfortabel aus, immer rutschte er zu viel, ständig verpasste er Scheitelpunkte. Sowohl am Freitag als auch am Samstag verlor er nur durch diese paar Kurven zweieinhalb Zehntel auf Antonelli.
George Russell will nach vorn: Rennen eine andere Geschichte
Tatsächlich war Russell am Samstag aber schon besser aufgestellt. Ein richtiger Fehler in der Haarnadel - mehr als nur diese kleinen Rutscher, die er immer hatte - kostete ihm seiner Einschätzung nach drei Zehntel. "Das nervt mich ein bisschen." So hätte er mit Max Verstappen um die erste Startreihe gekämpft.
Russell meint auch sowieso, dass ihm das nur am Limit im Qualifying Probleme bereiten würde. Das will er im Sprint bewiesen haben, wo er lange Antonelli unter Druck setzen hatte können: "Meine Pace war gut und wenn ich die Dinge etwas anders angegangen wäre hätte ich vielleicht die Position halten können, als ich Kimi kurz überholt habe."
"Morgen ist eine andere Geschichte", hofft Russell dementsprechend auf das Rennen. Mit Startplatz fünf ist er nur in einem für den Mercedes dieses Jahr unüblich tiefem Lock. Das Timing für eine schlechte Strecke könnte nicht schlechter sein für Russell. Die Konkurrenz von McLaren, Ferrari und Red Bull hat mit ihren Updates nämlich die Lücke verkleinert.
"Ferrari scheint etwa auf ein, zwei Zehntel rangekommen zu sein, während sie in China und Melbourne wohl eine halbe Sekunde hinten waren", meint Russell. Dann hätte er P2 locker noch retten können. Aber mit dem für Kanada angekündigten Mercedes-Update ist Russell nicht weiter besorgt: "Wir hoffen auf einen guten Schritt." Und Kanada als Strecke liegt Russell. Das bewies er erst letztes Jahr mit einem Sieg.
Kimi Antonelli bewies mit seiner Pole im Qualifying, dass der Mercedes auch in Miami sehr wohl noch schneller kann als die Konkurrenz. Wie es nach dem problematischen Freitag zu diesem großen Sprung nach vorn kam, erklärt er hier:



diese Formel 1 Nachricht