Nach der klaren Niederlage gegen McLaren in Sprint-Qualifying und Sprint wollten die ersten schon eine Trendwende in der Formel 1 prognostizieren. Das Qualifying für den Grand Prix aber zeigt mit der dritten Pole in Serie von Kimi Antonelli prompt wieder ein anderes Bild. Das Drama des Vortages wirkt plötzlich überbewertet und in weiter Ferne.

Denn jetzt ist das Bild ein deutlich anderes als noch am Freitag, als Antonelli über zwei Zehntel auf die Pole verloren hatte, woraufhin er am Samstag im Sprint nach einem schlechten Start und einer Strafe nur Sechster wurde. Im Qualifying aber war er von Beginn an klar bei den schnellsten Fahrern dabei und holte die Pole mit am Ende 0,166 Sekunden Vorsprung auf Max Verstappen.

Dabei hatte Antonelli nicht einmal den finalen Q3-Schuss auf die Reihe bekommen, hatte sich direkt in der ersten Kurve vertan. Seine erste Q3-Runde aber war gut genug für die Pole: "Es war eine gute Runde, sehr sauber. Bei der habe ich mehr oder weniger alles hinbekommen. Auf der letzten Runde war ich dann vielleicht etwas zu aufgeregt und habe viel zu spät gebremst."

"Ich war auf dem Weg an die Box ziemlich gestresst", gesteht Antonelli seine Ängste im Wissen, dass Top-Qualifier wie Verstappen und Charles Leclerc hinter ihm sich noch verbessern konnten. Trotzdem reichte es, was nun schon wie ein klares Signal von Mercedes wirkt. Nämlich, dass man am Freitag lediglich eine Serie an unglücklichen Ereignissen erlitten hatte.

Miami-Sprint ein Ausreißer - Kimi Antonelli der Beweis?

Antonelli verweist auf mehrere Dinge, die am Freitag nämlich schiefgelaufen waren. Zuerst einmal war er wegen eines Defekts im einzigen Training keine Qualifying-Simulation auf Soft gefahren. Dadurch ging er nicht nur blind in SQ3 auf dem Soft auf die Strecke - auch das Setup war für den Sprint-Teil des Wochenendes letztendlich nicht stimmig.

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"Wir hatten dieses Wochenende etwas mehr zu kämpfen als sonst", räumt Antonelli zwar ein. "Mit dem Finden der Balance. Aber mit dem Team zusammen haben wir, denke ich, einen tollen Job vor dem Qualifying gemacht, mit den vorgenommenen Änderungen."

Darüber hinaus bestätigt Antonelli, dass sein teils eigenwilliges Energie-Deployment am Freitag in SQ3 nicht so hätte sein sollen: "Auf der letzten Runde hatten wir da ein kleines Problem. Das haben wir heute definitiv mehr maximiert. Und sicherlich haben wir das Deployment auch angepasst, um den besten Kompromiss zu finden, und das macht einen Unterschied."

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"Das hat sicher geholfen", urteilt Antonelli. Nachdem er und Mercedes diese Ansammlung an Kleinigkeiten erst einmal aussortiert hatten, war die Pole auch schon wieder keine allzu große Hürde. Es ist nun schon der dritte Grand Prix in Serie, den der gerade sich in samstäglicher Hochform befindliche Antonelli vom ersten Startplatz aufnehmen wird. Seinem fünftplatzierten Teamkollegen George Russell gab er erneut 0,399 Sekunden mit.

"Aber natürlich muss ich erst einmal von der Linie wegkommen, das war bislang nicht gut", weiß Antonelli im Hinblick auf das Rennen auch. Im Sprint hatte er von P2 kommend erneut einen desaströsen Start hingelegt, der ihn direkt in Dirty Air zurückgeworfen hatte.

Am Sonntag könnte das aber alles potenziell nur sehr wenig Relevanz besitzen, da die ganze Formel 1 vor den angekündigten Gewittern zittert. Antonelli gehört zu jenen im Fahrerlager, welche die neuen Autos noch nie im Nassen fuhren. "Das Auto in einem Rennen zum ersten Mal im Nassen zu fahren ist vielleicht nicht die spaßigste und einfachste Chance, aber wir werden versuchen, auf alles vorbereitet zu sein."