Der Miami Grand Prix könnte sprichwörtlich ins Wasser fallen, denn über dem sonst so sonnigen Sunshine State Florida ziehen dunkle Wolken auf. Die Regenwahrscheinlichkeit für den Formel 1-Sonntag beträgt im Moment 90 Prozent. Regen an sich wäre normalerweise kein großes Problem, würde er nicht in Form eines Unwetters niedergehen, und das ausgerechnet in Miami.

US-Gesetze könnten Miami GP gefährden

Denn die strengen US-Gesetze untersagen die Austragung eines Rennens unter Gewitterbedingungen. Sollte in der Nähe also ein Blitz einschlagen und der Rettungshubschrauber aufgrund des Wetters nicht mehr starten können, müssen die Fahrer in die Boxen zurück und der Grand Prix wird verschoben oder schlimmstenfalls sogar abgesagt. Deshalb hat die FIA bereits ein Meeting angesetzt, um über mögliche Anpassungen zu diskutieren.

"Die FIA sieht sich meines Wissens mögliche Szenarien für Sonntag an, weil das Wetter derzeit wirklich schlecht aussieht", verrät Cadillac-Pilot Sergio Perez am Donnerstag im Rahmen der Media-Runden. "Wir werden sehen, ob es irgendwelche Änderungen im Zeitplan für das Wochenende geben wird."

Es wäre nicht das erste Mal, dass ein Formel-1-Rennen verschoben oder sogar abgesagt wird. Alles dazu findet ihr in diesem Artikel:

Betroffen vom Wetterchaos wäre Stand jetzt aber nur der Sonntag. Denn sowohl der Freitag als auch der Samstag sollten laut Wetterbericht großteils trocken bleiben - mit bis zu 31 Grad Lufttemperatur. Eine Rennabsage wäre aber wohl die schlechteste Nachricht für Fahrer und Fans.

Formel 1 Grand Prix in Miami um jeden Preis?

Denn nach der langen Zwangspause, bedingt durch die beiden Rennabsagen im April, brennt es den Fahrern bereits unter den Nägeln, wieder in die Formel-1-Boliden zu steigen, und das nächste Rennen zu fahren - auch wenn dieses ein Regenrennen wäre. "Ich liebe es, wenn es regnet und ich denke, alle Fahrer wollen im Regen fahren", meint Carlos Sainz stellvertretend für seine Kollegen, betont aber auch die Dringlichkeit der Sicherheitsmaßnahmen während eines möglichen Regenrennens in Miami.

Das Miami International Autodrome wird jedes Jahr eigens für den Grand Prix aufgebaut, ist also eine temporäre Rennstrecke. Die Fahrbahn ist daher sehr flach und das Wasser bleibt auf der Oberfläche stehen.

"Bei den nahen Wänden und der Sicht, die wir mit diesen Autos haben, wird die Sicherheit ein großes Thema sein. Aber ich hoffe, dass wir alle Maßnahmen dafür ergreifen können, um ein gutes Rennen zu haben und eine gute Show zu bieten", so Sainz weiter.

Sein ehemaliger Ferrari-Teamkollege Charles Leclerc pflichtet ihm bei. Der Monegasse sieht im Thema Sicherheit ebenfalls noch großen Verbesserungsbedarf. "Bei Nässe sind wir im Grund Passagiere", meint er. "Im Regen geht es nicht um Mut oder Unerschrockenheit, sondern darum, Vollgas zu geben und zu hoffen, dass kein Auto vor einem langsamer ist. Früher war das noch relativ einfach. Jetzt ist das nicht mehr der Fall. Es ist kein schönes Gefühl. Wir müssen also noch eine Lösung dafür finden."

Große Unbekannte: der Intermediate-Reifen

Das zweite große Thema neben der Sicherheit sind die neuen Regenreifen. Eigentlich wären bereits am 28. Februar und 1. März Regenreifen-Tests in Bahrain geplant gewesen. Diese mussten aber aus bereits bekannten Gründen abgesagt werden.

Pirelli nutzte daher die April-Pause und führt Regentests in Suzuka und Fiorano durch. Dabei hatten aber nur wenige Fahrer die Gelegenheit, die neuen Intermediates auch unter realen Bedingungen zu testen.

"Es ist sehr schwierig, Temperatur in die Intermediates zu bringen, sobald Wasser auf der Strecke steht", schildert Isack Hadjar, der die Reifen bereits in Suzuka testen durfte. Dieses Problem hat die FIA aber bereits adressiert. Die Heizdecken für die Intermediates dürfen ab Miami wärmer eingestellt werden - als Reaktion auf das schlechte Feedback zum Gripniveau.

"Es wird dennoch knifflig werden, weil noch vieles unbekannt ist", ist sich WM-Leader Kimi Antonelli sicher. "Aber die Leistungsbegrenzung im Regen und das Verbot des Boost-Modes sind schon mal ein Fortschritt."

Oscar Piastri ergänzt dazu in seiner gewohnt gelassenen Art: "Wenn es in Miami regnet, dann so richtig. Aber wir warten ab und werden sehen. Es wird auf jeden Fall spannend, egal wie die Entscheidung für Sonntag ausfällt."