Die Zwangspause ist vorbei: In Miami gibt die Formel 1 endlich wieder Gas. Bereits in Suzuka hatte Audi-Teamchef Mattia Binotto angekündigt, dass das Team mit Updates an der Power Unit und der Aerodynamik anreisen wird.

Auf das Update-Paket angesprochen, stapelte Gabriel Bortoleto in der FIA-Pressekonferenz am Donnerstag tief: "Ich würde nicht sagen, dass wir ein komplett neues Auto bringen. Das ist nicht unser Ansatz. Wir sind mit der Basis zufrieden und müssen uns Schritt für Schritt verbessern. Dafür haben wir hier einige Upgrades."

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Audis Achillesferse – der Start

In den ersten drei Saisonrennen erwies sich der Start als größte Schwachstelle des R26. Beide Fahrer verloren regelmäßig Positionen, was am Ende wertvolle Punkte kostete. In Japan etwa gingen Bortoleto und Nico Hülkenberg von den Plätzen 9 und 13 ins Rennen - nach der ersten Runde lagen die Audi-Piloten nur noch auf den Rängen 13 und 19.

"Die Starts sind deutlich komplexer geworden", erklärte Bortoleto. "Letztes Jahr hieß es noch: Auto in der Startaufstellung abstellen, Leerlauf, Lichter an, erster Gang rein, Gas geben, Kupplung kommen lassen - und los geht‘s. Dieses Jahr gibt es viel mehr Variablen. Man muss den Turbo vorbereiten und mit einem bestimmten Ladezustand [State of Charge] in die Startaufstellung kommen. All diese Variablen führen aktuell zu dem Chaos, das wir bei den Starts sehen."

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Erkenntnisse bei Filmtag in Monza gewonnen?

Um das Problem in den Griff zu bekommen, nutzte Audi einen Filmtag in Monza. Auch wenn die sogenannten "promotional Sessions" auf 200 Kilometer limitiert sind und auf speziellen Demo-Reifen absolviert werden müssen, lieferte der Filmtag durchaus Erkenntnisse. "Uns ist bewusst, dass wir in diesem Bereich [Start; Anm. der Red.] noch Arbeit vor uns haben. Daher war der Filmtag auf jeden Fall hilfreich", bestätigt Nico Hülkenberg.

Doch nicht nur die Starts haben Audi zu Saisonbeginn Kopfzerbrechen bereitet. Zweimal konnte das Team mit einem Auto gar nicht erst ins Rennen gehen, zudem warfen immer wieder kleinere Probleme, etwa beim Boxenstopp, die Fahrer zurück. Die fünfwöchige Pause durch die Absagen in Bahrain und Saudi-Arabien kamen Audi daher wie gerufen.

"Wir haben die Zeit genutzt, um wirklich tief in das Thema einzutauchen, alles zu analysieren, besser zu verstehen und Lösungen sowie Ansätze zu entwickeln. Im Hintergrund haben wir intensiv daran gearbeitet und einige Ideen für hier, die wir ausprobieren werden. Hoffentlich funktionieren sie dann auch", so der Emmericher, der nach zuletzt zwei elften Plätzen endlich auf die ersten Zähler brennt.

Teamkollege Bortoleto konnte immerhin zwei Punkte verbuchen. In der Pause verbrachte er jede freie Minute im Simulator. Dennoch bleibt der Brasilianer realistisch: "Im Simulator lernt man, wie und wann man den Energie-Button nutzt, wie man Energie spart und wo man sie besser nicht einsetzt - solche Dinge. Aber Racing bleibt Racing." Bei Audi ist man sich bewusst, wie riesig dieses Jahr das Entwicklungspotenzial der Autos ist.

Hülkenberg rechnet im Saisonverlauf mit Verschiebungen im Kräfteverhältnis: "Es besteht definitiv die Möglichkeit. Wie immer wird es am Ende darauf hinauslaufen, wer effizienter und besser arbeitet und es schafft, Updates nicht nur zu bringen, sondern sie auch auf der Strecke zum Funktionieren bringt." Da in Miami der zweite Sprint der Saison ansteht, bleibt Audi auch nicht viel Zeit zum Ausprobieren.