Es ist ganz leicht, im sonst dominanten Saisonstart von Mercedes 2026 das eine große Problem, und auch die eine große Quelle der Angst zu finden. Starts sind mit dem neuen Auto und Motor bislang ein Albtraum, besonders für WM-Leader Kimi Antonelli. In der Formel-1-Pause gab es als Konsequenz schon Änderungen, aber reichen die?
An den ersten Wochenenden zeigte sich schließlich, dass es nicht reicht, einfach die Schuld auf die neue Power Unit abzuschieben. Ja, der Mercedes-Motor kommt tendenziell nicht so gut vom Fleck wie etwa der Ferrari, aber in Japan zeigte McLaren, dass das kein signifikantes Hindernis sein muss, als Oscar Piastri in der ersten Kurve die Führung übernahm.
Besonders Antonelli kommt mit dem Gesamtpaket bislang nicht zurecht. Nach Japan scherzte Teamchef Toto Wolff, er würde seinen Youngster gleich noch einmal in die Fahrschule schicken. Ein Körnchen Wahrheit war da schon dabei - im rennfreien April nahm sich Antonelli das Start-Thema vor.
Kimi Antonelli und sein Start-Problem: Kuppeln lernen, Lenkrad anders halten?
"Wir haben in der Pause natürlich Starts geübt", erklärt Antonelli am Donnerstag vor dem Saison-Restart in Miami. "Wir haben mit dem Team daran gearbeitet, das Problem zu finden, und das scheinen wir geschafft zu haben. Jetzt geht es darum, so bald wie möglich eine erste Lösung zu finden." Denn wenn die Mercedes-Konkurrenz mit Updates jetzt näherkommen sollte, dann lassen sich die auf den ersten Metern verlorenen Plätze vielleicht bald nicht mehr so einfach zurückholen.
Aus Antonellis Aussagen in Miami geht hervor, dass es mit der Hardware am Lenkrad zusammenhängt, und mit seiner Bedienung dieser. Formel-1-Autos haben kein klassisches Kupplungspedal, sondern einen Kupplungshebel hinten am Lenkrad, welchen sie zum Anfahren beim Start und bei Boxenstopps verwenden.

Team und Fahrer üben während des Wochenendes immer daran, dieses Kupplungs-Setup für den Start in ein perfektes Fenster zu bringen. Der Fahrer hat auch genaue Vorgaben zu erfüllen - man hört es etwa im Boxenfunk der Onboards immer wieder, wenn Ingenieure ihren Fahrern Feedback nach Probestarts geben. Zu wenig, zu stark, zu schnell, zu langsam.
Kimi Antonelli gesteht fundamentales Start-Problem
Antonellis Handhabe der Kupplung an den ersten Wochenenden ließ zu wünschen übrig, und die Lösung scheint keine offensichtliche zu sein: "Es wird nicht einfach sein, weil sich der Kupplungshebel ändern kann, ein bisschen auch die Handposition." Wie genau der Fahrer vor dem Start Lenkrad und Pedal hält, wird auch stets aufgedröselt. Lewis Hamilton war mit seiner ungewöhnlich schräg-versetzten Handposition an der Ecke des Lenkrades in den letzten Jahren stets ein berühmter Ausreißer, der auf Onboards sofort zu erkennen war.
Jeder Fahrer muss herausfinden, wie es für ihn am besten klappt. Dass die neuen Motoren schwieriger zu handhaben sind, bestraft Fehler hier stärker, kann für Antonelli aber nicht der einzige Grund und eine Ausrede sein: "Wir geben unser Bestes, um möglichst bald eine Lösung für solide Starts zu finden, aber wir wissen definitiv, dass mein Problem deutlich fundamentaler war."
"In Miami werden wir jetzt sehen, ob wir einen Schritt vorwärts machen können", sagt Antonelli. "Danach haben wir natürlich noch eine Pause. Mehr Zeit also, um daran zu arbeiten und eine Lösung zu finden." Auf Miami folgen zwei freie Wochenenden, ehe ab dem 22. Mai Kanada ansteht.
Startprobleme hatte an den ersten Wochenenden auch Audi - was die Mannschaft von Nico Hülkenberg und Gabriel Bortoleto unternommen hat, könnt ihr hier nachlesen:



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