Porsche siegt beim Heimspiel: Nico Müller hat das erste von zwei Rennen der Formel E in Berlin an diesem Wochenende für sich entschieden. Für den Schweizer ist es der erste Sieg überhaupt bei seinem 69. Start in der Elektroweltmeisterschaft und erst sein zweiter Podestplatz! „Du geile Sau“, schrie Müller im Anschluss an seinen Sieg in den Teamfunk, in Anspielung an die pinke Sonderlackierung, mit der Porsche an diesem Wochenende angesichts des 75-jährigen Jubiläums von Porsche Motorsport unterwegs ist.
Müller hatte einen Großteil seiner bisherigen Formel-E-Karriere bei Hinterbänkler-Teams verbracht, bevor er 2025 zum Porsche-Kundenteam Andretti gewechselt war. Nach einer schwierigen Saison erhielt er dennoch das Vertrauen der Porsche-Verantwortlichen und stieg zu dieser Saison ins Werksteam auf – und belohnte dies nun im siebten Rennen für die Zuffenhausener mit dem ersten Sieg.
Müller dominiert in Schlussphase, Mortara neuer WM-Führender
Müller hatte in der 29. von 39 Rennrunden in einem abwechslungsreichen Rennen an der Spitze die Führung übernommen und setzte sich im Anschluss schnell von der Konkurrenz ab. Nach nur 32 Runden hatte er etwa bereits für Formel-E-Verhältnisse gigantische 4,1 Sekunden Vorsprung auf P2. Im Ziel baute er diesen Abstand auf 4,798 Sekunden aus.
Hinter Müller ging Rang zwei in einem engen Finish an Nick Cassidy im Citroen-Boliden vor dem amtierenden Formel-E-Weltmeister Oliver Rowland (Nissan). Pole-Setter Edoardo Mortara im Mahindra musste sich schlussendlich mit dem vierten Platz begnügen. Dennoch gibt es bei dem Italo-Schweizer Grund zur Freude: Denn mit 90 Punkten ist Mortara nun neuer WM-Führender.
Bitteres Rennen für Pascal Wehrlein nach Reifenschaden
Grund hierfür ist, dass das Rennen für Pascal Wehrlein im zweiten Werks-Porsche nicht wie erhofft lief. Nachdem sich der Deutsche bei seinem Heimrennen von Startplatz zwei im strategisch geprägten ersten Teil des Rennens ins Mittelfeld zurückfallen ließ, erhielt er in der 20. Runde einen Reifenschaden, wodurch er bis ans Ende des Feldes zurückfiel.
Zwar konnte Wehrlein seinen Reifenwechsel direkt mit seinem Pit-Boost-Boxenstopp verbinden, hatte im Anschluss aber dennoch etwa zwölf Sekunden Rückstand auf das gesamte restliche Feld. Im Ziel blieb es beim letzten Rang, obwohl Wehrlein immerhin noch die schnellste Rennrunde einfahren konnte. Zwar ist Wehrlein somit die WM-Führung los, ist mit nur sieben Punkten Rückstand auf Mortara aber immer noch Zweiter.
Abt-Spektakel: Lucas Di Grassi ältester Rennführender der Formel-E-Geschichte
Hinter Mortara schloss Jake Dennis (Andretti-Porsche) die Top-5 ab und erhielt zudem den Zusatzpunkt für die schnellste Rennrunde in den Top-10. Mitch Evans (Jaguar), Josep Maria Marti (Kiro-Porsche) und Taylor Barnard im DS Penske belegten die Plätze sechs bis acht. Mortara-Teamkollege Nyck de Vries erreichte den neunten Rang, während Antonio Felix da Costa im zweiten Werks-Jaguar die Punkteränge komplettierte. Maximilian Günther (DS Penske) verpasste es als Elfter knapp, für einen deutschen Piloten in den Top-10 zu sorgen.
Leer ging hingegen erneut Lola Yamaha Abt rund um das deutsche Team Abt Sportsline aus – und das obwohl Zane Maloney im Qualifying mit Startplatz sieben das bislang beste Ergebnis der Saison erreicht hatte. Die beiden Boliden des Teams sorgten auch vor allem in der ersten Rennhälfte für ordentlich Action und führten mit einer aggressiven Strategie das Feld sogar zwischenzeitlich mit beiden Autos an. Veteran Lucas Di Grassi, der in dieser Woche seinen Rücktritt zum Saisonende bekanntgegeben hatte, wurde so zum ältesten Rennführenden der Formel-E-Geschichte. Die aggressive Strategie rächte sich jedoch: Im Ziel belegten Maloney und Di Grassi nur die Positionen 15 und 17.
Auch Dan Ticktum im Kundenporsche von Cupra-Kiro fiel nur wenige Runden nach Wehrlein aus dem Kampf um vordere Positionen zurück, nachdem er sich am Funk über Leistungsprobleme beschwerte. Schnell belegte der Brite nur noch den vorletzten Platz und verlor auch im weiteren Rennverlauf immer mehr Zeit im Vergleich zur Konkurrenz und fiel schließlich auch hinter Wehrlein zurück. Eine Runde vor Schluss beendete sein Team schließlich die Vorstellung und Ticktum stellte seinen Boliden in der Box ab.
Formel E 2026: So geht es weiter
Wie mittlerweile fast traditionell ist das Formel-E-Rennwochenende in Berlin auch in diesem Jahr ein Double-Header, womit auch am Sonntag ein Rennen ausgetragen wird. Folglich findet morgen noch einmal das gleiche Programm wie am Vortag statt. Nach einem Freien Training um 09:30 Uhr steht um 11:40 Uhr das Qualifying an, bevor um 16:00 Uhr das Rennen startet. Der Privatsender DF1 überträgt 2026 alle Rennen der Formel E im Free-TV.
Formel E Berlin Samstag: Ergebnisse

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