Kurz vor dem Start des Monaco Grand Prix erreichte McLaren eine schlechte Nachricht: Sie haben die Budget-Obergrenze überschritten und werden zur Kasse gebeten. Den Regelverstoß haben sie sich aber nicht in der Formel 1 zu Schulden kommen lassen. Auch nicht in der IndyCar, denn dort gibt es keine Cost Cap. Die Papaya-Mannschaft muss 400.000 Euro Strafe an eine Rennserie zahlen, an der sie nicht mehr teilnimmt.
Die Formel E hat am Donnerstagmorgen bekanntgegeben, dass McLaren in der Saison 2024/25 mehr als die erlaubten 12.246.766 britischen Pfund (etwa 14,1 Millionen Euro) ausgab. Sie überschritten die Grenze um 555.628 Pfund (etwa 642.000 Euro), also etwa 4,54 Prozent des Budgets. Das wird in der Elektro-Weltmeisterschaft als "geringfügige Überschreitung" gewertet. Die Geldstrafe, bei der es sich um die höchste in der Geschichte der Formel E handelt, muss McLaren jetzt binnen 30 Tagen begleichen.
Die Nachricht kommt ein knappes Jahr nach dem Ende des NEOM McLaren Formula E Teams. McLaren übernahm das Weltmeisterteam von Mercedes mit der Saison 2022/23, nachdem der deutsche Autobauer die Formel E verließ. Das bereits existierende Team durfte daraufhin unter dem Namen "McLaren" fahren. Drei Saisons ging die Mannschaft aus Woking als Kundenteam von Nissan an den Start. Sie holten zuerst mit Jack Hughes und Rene Rast, später Sam Bird und Taylor Barnard insgesamt sechs Pole Positions, sieben Podien und einen Sieg.
Warum war McLaren über der Kostengrenze?
McLaren meldete den Regelverstoß sogar selbst ohne vorherige Untersuchungen, wie es in der offiziellen Mitteilung der FIA heißt. Die Cost Cap Administration hätte "keine Beweise für erschwerende Umstände oder dafür, dass das Team zu irgendeinem Zeitpunkt versucht hat, in böser Absicht zu handeln" gefunden. McLaren hätte während des ganzen Prozesses kooperativ und transparent gehandelt.
Zurückzuführen sei die Überschreitung "in erster Linie auf Kosten im Zusammenhang mit der ordnungsgemäßen Auflösung des Teams nach der Entscheidung, die Meisterschaft zum Ende der Saison 11 [2024/25, Anm. d. Red.] zu verlassen" und beziehe sich "hauptsächlich auf operative Angelegenheiten im Zusammenhang mit diesem Prozess".
Deshalb bot die Cost Cap Administration dem Team um Zak Brown eine "Vereinbarung über einen akzeptierten Vertragsbruch" an, welche McLaren annahm. Die zusätzlichen Kosten, die bei der Erstellung dieser Vereinbarung entstanden sind, wird McLaren ebenfalls zahlen. Die Mannschaft wird keinen Einspruch gegen die Entscheidung einlegen, wie ' TheRace' berichtet.
Cost-Cap-Verstöße in der Formel E
Seit der Saison 2022/2023, dem Beginn der Gen3-Ära in der Formel E, gibt es die Budget-Obergrenze. McLaren war bereits das vierte Team, das gegen die Vorschrift verstieß. Im ersten Jahr des Kostendeckels, damals betrug das Maximum noch 13 Millionen Euro, machten sich sowohl Nissan, Jaguar als auch Porsche strafbar.
Jaguar kam nach einer Überschreitung von 0,6 Prozent des Budgets (etwa 88.500 Euro) mit einer Strafe von 100.000 Euro glimpflich davon. Nissan gab unter zwei Prozent zu viel aus (269.252 Euro) und musste 300.000 Euro zahlen. Beide bekamen auch sportliche Strafen aufgebrummt. Sie mussten eine halbe Session bei den Testfahrten vor der Saison in Valencia 2024 aussitzen. Porsche überschritt die Cost Cap zwar nicht, musste aber 50.000 Euro wegen einer falsch eingereichten Abrechnung zahlen.



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