Die Formel E steht Kopf: Lucas Di Grassi hat im Alter von 41 Jahren noch einmal ein Formel-E-Rennen gewonnen! Der Formel-E-Champion von 2017 setzte sich in einem von Starkregen geprägten zweiten Rennen im chinesischen Shanghai gegen Jean-Eric Vergne (Citroen-DS) durch, den er noch in der letzten Runde des Rennens überholte. Für Di Grassi ist es der 14. Sieg in der Elektroweltmeisterschaft und der erste seit dem Saisonfinale 2022!
Di Grassi hatte das Rennen dabei nur vom vorletzten Platz in Angriff genommen. Doch in der Schlussphase zahlte sich der gewählte Reifendruck seines Teams Lola Yamaha Abt auf abtrocknender Strecke aus und er pflügte durchs Feld. In der Schlussphase hatte Di Grassi zudem noch als einziger Pilot an der Spitze eine Phase der Zusatzleistung mit dem Attack Mode übrig und arbeitete sich so in den letzten zwei Runden noch von P3 an die Spitze nach vorne.
Sensation: Abt Sportsline gewinnt erstes Formel-E-Rennen seit Comeback – und vor Ausstieg
Für Abt Sportsline ist es mit Partner Lola Yamaha der erste Sieg seit dem Comeback 2023 seitdem die Kemptener durchgängig mit unterlegenem Material antreten mussten – und das, bevor die Äbte zum Ende der Saison der Formel E endgültig den Rücken zudrehen. Für Lola Yamaha ist es der erste Sieg überhaupt seit dem Formel-E-Einstieg zur Saison 2025. „Es fühlt sich fantastisch an“, freute sich Di Grassi nach Rennende. „Ich habe mein erstes Formel-E-Rennen in China gewonnen. Es ist also großartig, auch mein letztes hier zu gewinnen.“
Auf Rang drei sorgte Joel Eriksson im Kunden-Jaguar von Envision ebenfalls für eine Sensation. In der Schlussphase sah der Schwede lange Zeit sogar wie der wahrscheinliche Sieger aus, musste ganz zum Ende aber die Spitzenposition aufgeben. Für Eriksson, der 2026 seine erste Saison als Stammfahrer in der Formel E absolviert, ist es das erste Podium überhaupt in der Weltmeisterschaft!
Pascal Wehrlein trotz verpasstem Podium wieder WM-Führender
Porsche verpasste derweil das Podest trotz langer Doppelführung. Doch die Strategie, das Rennen von vorne zu gestalten, ging nicht auf und sowohl Pascal Wehrlein als auch Nico Müller wurden im Schlussspurt durchgereicht, wobei sich Wehrlein über einen Energienachteil am Funk beklagte. Letztlich rettete der Weltmeister von 2024 aber P4 ins Ziel und übernimmt somit dennoch wieder die Führung in der Gesamtwertung, da sein ärgster Konkurrent Mitch Evans patzte. Denn der bisherige WM-Führende konnte nach einem technischen Problem das Rennen nicht einmal starten und ist folglich nach nur vier gesammelten Zählern in Shanghai die Spitzenposition im Klassement los.
Wehrlein hat nun mit 141 Punkten neun Zähler Vorsprung auf Evans. Nico Müller wurde derweil Siebter. Die Ränge fünf und sechs gingen an Sebastien Buemi im zweiten Envision-Jaguar und Pole-Setter Felipe Drugovich (Andretti-Porsche), der seine Punkteserie von mittlerweile sechs Rennen in Folge fortsetzt. Der amtierende Formel-E-Weltmeister Oliver Rowland im Nissan erlebte derweil ein turbulentes Rennen. Nachdem der Brite bis kurz vor Schluss außerhalb der Punkteränge lag, traute sich Nissan einen riskanten Taktik-Kniff und holte ihn während einer Full-Course-Yellow-Phase zum Wechsel auf neue Reifen an die Box. Es zahlte sich aus und Rowland stürmte noch auf P8 nach vorne, womit er in der WM wieder Dritter ist.
Wehrleins WM-Konkurrenz geht in Shanghai leer aus
Die Top-10 komplettierten Taylor Barnard (DS Penske) und Dan Ticktum im Kundenporsche von Cupra Kiro. Der Allgäuer Maximilian Günther ging hingegen als Elfter knapp leer aus. Auch Antonio Felix da Costa (Jaguar) und Jake Dennis (Andretti-Porsche), die bislang in der WM die Ränge drei und vier belegten, verpassten auf den Positionen 13 und 14 die Punkteränge.
Für Di Grassis Teamkollegen Zane Maloney endete das Rennen zu Beginn der 24. Runde plötzlich, als seine rechte hintere Radaufhängung den Geist aufgab. Der Mann aus Barbados musste seinen Boliden im Anschluss auf Start/Ziel abstellen. Dies sorgte für die einzige Full-Course-Yellow-Phase des Rennens. Der Feierlaune beim Abt-Team dürfte das jedoch keinen Abriss tun.
Formel E 2026: So geht es weiter
Nach dem Doppelschlag an China-Rennwochenenden in Sanya und Shanghai geht die Formel-E-Saison 2026 langsam, aber sicher ihrem Ende entgegen und bleibt dabei in Ostasien. In drei Wochen steht mit dem Double-Header in Tokio ePrix das vorletzte Rennwochenende dieser Meisterschaft an. Die Rennen in der japanischen Hauptstadt werden dabei zum ersten Mal überhaupt als Nachtrennen ausgetragen. Insgesamt werden in der Formel-E-Saison 2026 17 Rennen an elf Austragungsorten abgehalten.


diese Formel E Rennbericht