Ganz klar ist die Sachlage bei Ferrari nach dem Qualifying bei der Formel 1 in Miami nicht. Erneut wird Charles Leclerc von zwei Teams geschlagen und kann nur Startplatz drei erobern, während Lewis Hamilton einen mageren sechsten Platz herausfährt. Leclerc verwirrt das, während Hamilton nach einer weiteren Setup-Pleite im Sprint jetzt klar sieht.

Immerhin war Hamilton auf unter zwei Zehntel an Leclerc rangekommen. Am Freitag im Sprint-Qualifying war er noch doppelt so weit weg gewesen. Nicht nur wegen eines Software-Fehlers im Getriebe. Nein, Hamilton versteht immer besser, was hier los ist: "Es war eine Verbesserung - wir haben viel am Auto umgebaut."

Lewis Hamilton auf Setup-Irrfahrt - wegen Ferrari-Simulator?

"Q2 war sehr solide, in Q3 konnte ich es nicht extrahieren", fasst Hamilton zusammen, warum er doch noch Rückstand auf Leclerc hatte. Dass er in Q3 das letzte bisschen Zeit nicht fand, macht er nun aber an der Setup-Irrfahrt fest. Denn Leclerc auf der anderen Seite der Garage hatte nach dem Sprint fast gar nichts umgebaut.

Hamilton hingegen verbrachte den ganzen Freitag plus den Sprint mit einem Setup, welches ein Irrweg war. "Wenn ich gestern mit dem hätte starten können, was ich heute hatte, und die Übung gehabt hätte, das Auto in dieser Konfiguration zu fahren...", ärgert er sich über eine verpasste Chance. "Denn es war völlig anders als im Sprint."

"Da müssen wir tief graben", verlangt Hamilton nach Lösungen. Nicht zum ersten Mal verirrt er sich an einem Wochenende mit dem Setup. "Ganz ehrlich: Ich denke, der Simulator schickt mich in die falsche Richtung. Vielleicht höre ich ab jetzt damit auf."

Charles Leclerc wird in Miami auch ohne Umbau unglücklich

Leclerc baute deutlich weniger an seinem Ferrari um, obwohl er am Freitag mit dem Gefühl der Soft-Reifen im Qualifying-Trimm noch nicht glücklich gewesen war. Doch auf welche Kleinigkeiten er sich auch immer beschränkte, um den letzten Schritt im Qualifying zu machen - es wollte nicht klappen.

"Nein, nicht wirklich", meint Leclerc auf Nachfrage, ob er denn zufrieden sei. Schließlich ist P3 ein Platz besser als P4 im Sprint-Qualifying am Freitag. Doch das Gefühl des Autos zählt: "Es ist ein bisschen komisch. Es hat sich nicht viel am Auto geändert, aber das Gefühl war nicht mehr dasselbe. Das müssen wir uns anschauen."

"Streckentemperatur war nicht groß unterschiedlich, das ist es denke ich nicht", sucht Leclerc nach Ursachen. "Der Wind war sicherlich stärker. Ob das unser Auto stärker betrifft? Ich glaube nicht. Ich denke, die Antwort liegt woanders. Vielleicht bei der Streckenentwicklung. Dass wir die nicht gut antizipiert haben. Und vielleicht wurden die Schwächen des Autos durch etwas härteres Pushen heute einfach sichtbarer."