Der ganz große Update-Hype um Ferrari hielt bei der Formel 1 in Miami erst einmal nur ein Training und zwei Sprint-Qualifying-Segmente. Als es am Samstagnachmittag in SQ3 um die Pole ging, waren Charles Leclerc und Lewis Hamilton mit P4 und P7 nirgends. SQ3-Fehler allein können nicht alles erklären, an einem Tag, an dem Dominator Mercedes von McLaren gefällt wurde.
Fest steht aber, dass SQ3 bei beiden Ferraris nicht gut gelaufen war. Leclerc konnte sich hier auf den Soft-Reifen nur um 94 Tausendstel gegenüber seiner Medium-Zeit aus SQ2 verbessern. Mit dieser Zeit hatte er auch in SQ2 das Feld sogar noch angeführt, ehe es auf dem Soft in SQ3 aus den Fugen geriet.
Was war los mit den Soft-Reifen am Ferrari im Sprint-Qualifying?
Beide Ferrari haderten mit dem Arbeitsfenster der Soft. "Horrend", war Leclercs einzige Wortmeldung danach am Funk auf der Auslaufrunde, ehe er aus dem Auto stieg. Und dann weiter ausführte: "Der Medium hat sehr gut funktioniert. Auf dem Soft war es kein nettes Feeling, das müssen wir uns anschauen."
Sowohl Leclerc als auch Hamilton hielten in den schnellen Kurven im ersten Sektor den Anschluss, verloren dann auf dem langen Vollgas-Stück. Richtig schlimm wurde es auch erst danach ab Kurve 11. Beide bekamen die Vorderachse nicht in die Kurve, und haderten dann durch das ganze enge Segment mit dem Grip.
Bei Hamilton, sowieso schon langsamer als Leclerc, wurde die durchwachsene Runde auch noch von einem Problem beim Runterschalten in der letzten Haarnadel endgültig ruiniert, das ließ seine Lücke von 5 auf 7 Zehntel anwachsen und zementierte ihn auf P7 ein.
P4 für Leclerc ist aber auch nicht erbauend an einem Tag, an dem das Team ein signifikantes Update-Paket ans Auto gebaut hat. Dass Leclerc in der Theorie ohne den Fehler womöglich um P2 hätte kämpfen können, ist da auch relativ. Dass er den Fehler machte, lag schließlich an einem fundamentalen Unvermögen, Grip aus den Soft-Reifen zu ziehen.
Sprint-Qualifying enttäuscht Lewis Hamilton: Mehr erwartet
Nachdem Teamchef Fred Vasseur kurz vor dem Sprint-Qualifying noch enthusiastisch verkündet hatte, dass Ferrari bislang in der Saison 2026 "keinen einzigen Punkt liegengelassen" hätte, ist die Stimmung am Freitagabend unvermeidlich geknickt. "Wir waren davor positiv und dachten, wir würden viel weiter vorn sein", meint Hamilton.
Leclerc mag dabei nicht von einem Update-Fehlschlag sprechen: "Die sind in Ordnung. Es hat nur jeder Upgrades gebracht, und da war es irgendwie zu erwarten, dass Mercedes das Team bleibt, das es zu schlagen gilt. McLaren hat einen großen Schritt vorwärts gemacht, aber die haben wohl die ersten Wochenenden auch nicht optimiert, waren aber immer dran."
So gesehen lässt sich das Sprint-Qualifying Leclercs Logik folgend irgendwie rationalisieren. McLaren, die zum einen Updates brachten, zum anderen keine zusätzlichen Probleme mehr haben. Mercedes, immer noch stark, auch ohne Update. In einem sich zusammengeschobenen Feld wird nun bestraft, wer die Soft-Reifen im Quali-Modus nicht versteht.
"Ich denke, für das Qualifying morgen können wir unsere Performance feintunen", bleibt Leclerc hoffnungsvoll. Außerdem vertraut er auf die Rennpace, die fühlte sich im ersten Training deutlich besser an: "Hoffentlich können wir uns nach vorne kämpfen. Die Pace dafür ist da. Mal schauen, ob es zum Überholen reicht."



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