"Wir hatten hier und da ein paar Probleme mit dem Funk, deshalb habe ich gehört, dass ich bei der Zielflagge auf P1 lag. Und dann habe ich wegen des Rauschens für den Rest der Runde nichts mehr gehört. Aber P2 ist okay!", resümierte Robert Wickens nach dem Qualifying der IMSA in Long Beach noch.

Was er noch nicht wusste: Ein paar Stunden später würde er tatsächlich auf Platz 1 befördert werden. Denn der #89 Vasser Sullivan Lexus von Frankie Montecalvo wurde nach einer Technik-Prüfung disqualifiziert. Wickens erbte dessen Pole-Position.

Wickens feiert Z06 Corvette

Es ist Wickens’ erste Pole-Position in der IMSA WeatherTech SportsCar Championship - und die erste des Teams. Seinen ersten WeatherTech-Einsatz im DXDT-Corvette absolvierte Wickens im vergangenen Jahr, als er in Long Beach einen Gastauftritt hinlegte. Damals kehrte er erstmals nach seinem Horror-Unfall im Jahr 2018 in IMSAs Topserie zurück und startete ebenfalls in der Z06-Corvette. Sein Motorsport-Comeback gab er 2022 in der IMSA Michelin Pilot Challenge. Damals teilte er sich einen TCR-Hyundai.

Genau das macht die Pole so besonders. Seit dem Unfall ist Wickens ab der Hüfte gelähmt und sitzt im Rollstuhl. Entsprechend braucht er ein anderes System zum Fahren. In der DXDT-Corvette kommt ein vom deutschen Unternehmen Bosch entwickeltes System zum Einsatz. Wickens nutzt einen Bremsring am Lenkrad und Schaltpaddel zum Beschleunigen. Besagtes System nutzte Wickens bereits im vergangenen Jahr.

Trotz Lähmung: So steuert Robert Wickens seine GT3-Corvette (00:51 Min.)

"Die Corvette Z06 GT3.R ist hier ein Traum. Ich lebe ein gutes Leben!", feiert Wickens. "Ironischerweise fühlte ich mich letztes Jahr besser vorbereitet, obwohl es mein Debüt in der Serie war. Das war auch das letzte Mal, dass ich ein Auto gefahren bin. Es war also eine steile Lernkurve."

Neben Wickens startet der #45 Wayne Taylor Racing Lamborghini Huracán GT3 mit Danny Formal am Steuer. Der #27 Heart of Racing Aston Martin Vantage, geteilt von Dudu Barrichello und Spencer Pumpelly, startet als Dritter.

Robert Wickens fährt eine Corvette
Die Corvette von Wickens, Foto: Bosch Motorsport

"Hätte man mir vor diesem Wochenende gesagt, dass ich in der ersten Startreihe stehen würde, hätte ich das sofort genommen", sagt Wickens. "Ich denke noch nicht wirklich an Kurve eins. Ich werde mir heute Nacht einige Rennstarts aus den letzten Jahren anschauen, um etwas daraus zu lernen."